Leserbrief von Hans-Peter Neher
Gedanken zur Zukunft des Bad Ischler Rathauses

BAD ISCHL. Man kann (s)einen Euro nur einmal ausgeben. Dies gilt um so mehr für ein Grundstück; man kann es nur einmal verkaufen und bebauen. Die Pläne, das Stadtamt in die alte Kaiser Franz Josef Knaben-Bürgerschule zu übersiedeln, werden anscheinend konkreter. Durchaus ein würdiger Standort für eine Stadtverwaltung!
Damit stellt sich aber die Frage, was mit dem jetzigen Rathaus in der Pfarrgasse passiert. Das unwürdige Schicksal der Robinsonvilla möge ihm erspart bleiben.
Nun bleibt es in einem Rechtsstaat jedem Liegenschaftseigentümer unbenommen, mit seinem Eigentum zu verfahren, wie er will, aber nicht so einer Gemeinde. Diese hat einerseits im Umgang mit ihrem Vermögen auf das Wohl der ganzen Gemeinde zu schauen, aber auch dafür zu sorgen, dass Möglichkeiten für städtebauliche Weichenstellungen nicht übersehen und vergeben werden. Das Rathaus liegt an einer zentralen, strategischen Stelle in unserer Haupteinkaufsstraße (um die uns viele Nachbarstädte beneiden) und bietet unter Umständen die Chance, ein neues Stadtquartier zu entwickeln, weshalb es geboten erscheint, in eine offene Diskussion einzusteigen und zu erheben, was sich denn unsere Bürger für die zukünftige Nutzung ihrer wertvollsten Liegenschaft vorstellen können. Nur nach einem umfassenden Entscheidungsfindungsprozess darf eine so entscheidende Weichenstellung, die für Generationen Wirkung haben wird, erfolgen. Bei so weitreichenden Entscheidungen werden unsere Vertreter im Gemeinderat sorgfältig abwägen müssen, zwischen den Ideen und Wünschen der ansässigen Bevölkerung und den Wünschen und Platzbedürfnisse der angrenzenden Betriebe und Hausbesitzer, von deren Steuerleistung die Stadt lebt. Anderswo würde der Bauausschuss nicht eine Ho-ruck-Entscheidung zu einem Teilverkauf treffen, sondern einen offenen städtebaulichen Wettbewerb starten, um die besten Ideen zu finden. Ich beneide unsere Gemeinderäte nicht um ihre Aufgabe, möchte aber, wie viele andere auch, als Bürger von Ischl mitreden dürfen. Also, Frau Bürgermeister: „Red ma miteinond!“, auf dass es eine Entscheidung zum Wohle der Ischler Bevölkerung und der Ischler Wirtschaft, mit Weitblick wird.

Ein Leserbrief von Hans-Peter Neher, Bad Ischl

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