IEZ-Veranstaltung: Esst anders!

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GMUNDEN, ALTMÜNSTER (km). Seit Ende 2010 wirkt Dr. Petra C. Braun (geb. Gruber), Vorständin des Interdisziplinären Forschungsinstituts für Entwicklungszusammenarbeit der Universität Linz (IEZ) in Gmunden. Nach erfolgreichem Auftakt eines Forschungsnetzwerkes im Juni 2012, das Ende dieses Jahres bereits zum zweiten Mal in Gmunden tagen wird, nach Lehrveranstaltungen im Kapuzinerkloster und drei öffentlichen Veranstaltungen zu Ernährungssicherung, Klimawandel und Nachhaltigen Entwicklungen im Gmundner Rathaus bzw. Stadttheater erfolgt erstmals eine Veranstaltungskooperation mit der Stadtgemeinde Gmunden und der Marktgemeinde Altmünster im AgrarBildungsZentrum Salzkammergut (ABZ).

Esst anders! Für eine nachhaltige Landwirtschaft und verantwortungsvollen Genuss
Di. 16. Oktober 2012, Beginn: 19:30 Uhr, AgrarBildungsZentrum Salzkammergut (Altmünster)

Anlässlich des Welternährungstages und des Welt-Brot-Tages lädt IEZ-Institutsvorständin Dr. Petra C. Braun (geb. Gruber) den Vorstand der Schweisfurth-Stiftung für nachhaltige Ernährungswissenschaft in München, Prof. Dr. Franz Theo Gottwald sowie die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Dr. Ursula Hudson zum Gespräch. Klaus Buttinger von den Oberösterreichischen Nachrichten wird den Abend moderieren.

Drei Milliarden hungernde, unter- bzw. überernährte Menschen, die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, Tierquälerei und Lebensmittelskandale – offensichtlich steckt unser vorherrschendes (industrielles) Agrar- und Ernährungssystem in einer Krise.
Eine sozialökologische Agrar- und Ernährungswende ist nicht nur notwendig, sondern auch möglich. Wie kann und soll diese ausgestaltet werden, um nachhaltige Ernährungssicherung und darüber hinaus Ernährungssouveränität zu gewährleisten und einen verantwortungsvollen Genuss von Lebensmitteln zu fördern? Und welchen Beitrag kann jede/r Einzelne von uns dazu leisten?

Dazu diskutieren:
- Prof. Dr. Franz Theo Gottwald, Theologe, Philosoph und Sozialwissenschaftler, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung für nachhaltige Ernährungswissenschaft in München, Honorarprofessor für Umwelt-, Agrar- und Ernährungsethik Univ. Berlin, Lehrbeauftragter in München und Shanghai, Stv. Vorsitzender der Bayerischen Verbraucherkommission, Selbstständiger Unternehmensberater, Autor von Fachpublikationen in den Bereichen Ethik, Unternehmensführung, Agrar-Kultur, Bewusstseins- und Zukunftsforschung
- Dr. Ursula Hudson, Kulturwissenschaftlerin, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik e.V, Lehrtätigkeit an den Univ. Cambridge und Oxford (UK), Autorin

Anschließend kann bei einer Bio-Brot-Verkostung der Schüler/innen des ABZ im informellen Rahmen weiter diskutiert werden.

Die industrielle Landwirtschaft zählt zu den Hauptverursachern der Umweltzerstörung und Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft. Sie ist zudem nicht in der Lage, den Welthunger zu bekämpfen, weil sie ihre Produktionsgrundlagen zerstört und nicht an den Ursachen von Hunger und Unterernährung ansetzt. BSE-Krise, Gammelfleisch-Skandale, Pestizid- und Medikamentenrückstände in der Nahrung und im Grundwasser führen zum wachsenden Wiederstand in der Bevölkerung. Franz Theo Gottwald zeigt nicht nur die verheerenden Folgen einer auf überholten Produktivitätsparadigmen beruhenden Agrarindustrie auf, sondern erörtert auch Möglichkeiten, in Richtung einer Nachhaltigen Landwirtschaft umzusteuern. Dabei sind nicht nur die Landwirte, Lebensmittelindustrie, Politik und Forschung gefordert – jede/r einzelne von uns, kann als politische/r Bürger/in und Konsument/in die überfällige Kurskorrektur aktiv mitgestalten, damit Lebensmittel Mittel zum (guten) Leben bleiben.

Auf Qualität und eine vielfältige, genussvolle Esskultur zielt die Slow Food-Bewegung. Slow Food wurde 1989 in Italien gegründet, hat mittlerweile in 153 Ländern ihre Wurzeln geschlagen, ist in 1.300 Regionalgruppen (Convivien) aktiv und wird von über 100.000 Mitgliedern unterstützt. Slow Food setzt sich für das Recht auf Genuss ein, wobei Genuss nur in Verbindung mit der Übernahmen von Verantwortung für den Schutz und Erhalt des vielfältigen Welterbes an Pflanzenarten, Tierrassen und traditionellem Handwerk zu verstehen ist, die diesen täglichen Genuss möglich machen. Erst mit dem Wissen, in welcher Region, wann, wie und von wem - unter welchen Bedingungen und unter wessen Kontrolle - etwas produziert und gegebenenfalls verarbeitet wurde, kann wahrer Genuss entwickelt werden. Genuss ist nicht elitär. Slow Food fordert, dass gute, saubere und faire Lebensmittel für alle Menschen zugänglich und leistbar sind. Slow Food leistet Widerstand gegen das vorherrschende industrielle Agrar- und Ernährungssystem und macht sich insbesondere für Wertschätzung der Lebensmittel und der Produzent/innen stark. Genuss wird mit Maß und Verantwortung praktiziert und mit sozialem, kulturellem, ökologischem und politischem Engagement verbunden. Die zunehmend politische Slow Food-Bewegung fordert, dass Essen wieder eine zentrale Stellung in unserem Denken und Handeln bekommen soll.

Zu den Hauptaktivitäten von Slow Food in Oberösterreich zählen Exkursionen zu Bauern und Bäuerinnen, Produktschulungen (z.B. Brotback- oder Käseseminare), Geschmacksschulungen, Saisonale Kochtreffen, Grenzenloser Genuss (Kochen mit Asylwerbern, Kooperation mit der Biobäckerei Gragger und SOS Menschenrechte), Gärten (internationales Slow Food Projekt 1.000 Gärten in Afrika), Vorträge, Publikationen und die Bildung eines weltweiten Netzwerkes für gute, saubere und faire Lebensmittel.
Für sein Engagement wurde Slow Food in Oberösterreich bereits mit dem Linzer Umweltpreis (IRIS 2011) und mit dem oberösterreichischen Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit 2012 ausgezeichnet.

Dr. Petra C. Braun ist Vorstandsmitglied von Slow Food in Oberösterreich, Obmann ist ihr Ehemann Mag. Philipp Braun.

Esst anders! Für eine nachhaltige Landwirtschaft und verantwortungsvollen Genuss
Eine Veranstaltung des Interdisziplinären Forschungsinstitutes für Entwicklungszusammenarbeit der Universität Linz in Gmunden (IEZ)
in Kooperation mit Slow Food in Oberösterreich, dem AgrarBildungsZentrum Salzkammergut (ABZ), der Stadtgemeinde Gmunden, der Marktgemeinde Altmünster und den Oberösterreichischen Nachrichten,
unterstützt von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und dem Lebensministerium.

Autor:

Kerstin Müller aus Salzkammergut

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