33 Meter abgestürzt
Schwerer Kletterunfall in Bad Ischl

Per Hubschrauber musste der verunfallte Kletterer abtransportiert werden.
  • Per Hubschrauber musste der verunfallte Kletterer abtransportiert werden.
  • Foto: Bergrettung Bad Ischl
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

BAD ISCHL. Ein 23-Jähriger aus dem Bezirk Gmunden kletterte am 28. März gegen 13 Uhr im Vorstieg die Route "Amazonas" – mit dem Schwierigkeitsgrad 4b – im Klettergarten Rettenbachtal in Bad Ischl.
Gesichert wurde er von einer 48-jährigen Kletterpartnerin. Nachdem der 23-Jährige die Kletterroute durchstiegen hatte, kam es vermutlich zu einem fatalen Kommunikationsfehler zwischen den beiden. Die 48-Jährige löste jedenfalls das Seil aus dem Sicherungsgerät. Der 23-Jährige dürfte jedoch bei seinem Kommando gemeint haben, dass er am Ende der Route sei. Er setzte sich ins Seil, um von der 48-Jährigen abgelassen zu werden. Da diese jedoch das Seil aus dem Sicherungsgerät entnommen hatte, stürzte der Mann etwa 33 Meter im freien Fall zu Boden. Die 48-Jährige leistete mit zwei Zeugen sofort Erste Hilfe und verständigte die Einsatzkräfte. Der Schwerverletzte wurde von Notärzten und Bergrettern erstversorgt und anschließend mit dem Notarzthubschrauber "Christophorus 10" mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Klinikum Wels geflogen.

Ausgangsbeschränkung beachten

Wie die Polizei klarstellt, handelt es sich bei einem Klettergarten um eine Sportstätte. Die Benutzung nach den derzeitigen Covid-19-Beschränkungen ist also nicht erlaubt gewesen.
"Wir bangen und hoffen in diesen schweren Stunden gedanklich mit den Angehörigen", heißt es auf der Facebook-Seite der Ischler Bergretter. "Dennoch gilt unser dringender Aufruf an alle Alpinsportbegeisterten: Die Situation mit Covid-19 ist für alle aufgrund des Bewegungsdranges belastend, aber der Einsatz hat gezeigt, dass trotz jeglicher Vorsicht und Achtnahme auf uns selbst die Distanzhaltung zwischen uns nicht möglich war." Jeder Bergretter sei jederzeit dazu bereit, in den Einsatz zu gehen, um zu helfen. Man müsse aber bedenken, dass auch sie keine "Übermenschen" und vor Ansteckung gefeit sind.

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