Runder Tisch in Traunkirchen
Wolfsmanagementplan für OÖ wird schrittweise angepasst

Der Runde Tisch im Waldcampus stand ganz im Zeichen der Weiterentwicklung des Wolfsmanagementsplans: Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Direktor Hubert Huber und im Hintergrund Gottfried Diwold.
  • Der Runde Tisch im Waldcampus stand ganz im Zeichen der Weiterentwicklung des Wolfsmanagementsplans: Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Direktor Hubert Huber und im Hintergrund Gottfried Diwold.
  • Foto: Land OÖ/Schmidt
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger thematisierte in Traunkirchen die schrittweisen Anpassungen des Wolfsmanagementplans an die aktuellen Entwicklungen.

TRAUNKIRCHEN, OÖ. Die Information über die praktische Abwicklung des Managementplans sowie die aktuelle Situation betreffend Wild- und Nutztierrisse des Wolfes standen beim Runden Tisch am 8. Juli 2020 in der forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen, zu welchem Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger geladen hat, zur Diskussion. "Der Runde Tisch war geprägt von einer konstruktiven Atmosphäre, auch wenn es in einzelnen Fragen naturgemäß unterschiedliche Ansichten gegeben hat", so Hiegelsberger in einem ersten Resümee. Inhaltlich soll der Runde Tisch schrittweise Lösungen für einzelne Bereiche erarbeiten, die das Land Oberösterreich dann laufend in das Managementprogramm integriert.

Rückkehr des Wolfes im Alpenraum

Schon seit mehreren Jahren gilt der Wolf in Europa nicht mehr als ausgestorben und hält auch wieder Einzug in Österreich. Für die Weide- und Almwirtschaft ist dies eine gigantische Herausforderung. In Europa hat sich die Population dieses großen Beutegreifers nicht nur stabilisiert, die jährliche Vermehrungsrate liegt bei etwa 30 Prozent. Dennoch gehört der Wolf nach wie vor zu den streng geschützten Arten nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz: FFH-RL). „Der Wolf ist im gesamten Alpenraum und darüber hinaus ein brandaktuelles und hochemotionales Thema. Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung, die Sicherheit unserer landwirtschaftlichen Nutztiere, die Erhaltung der Alpung und den gesamten Tourismus im Alpenraum. Diese Sicherheit muss in unserem Oberösterreich jederzeit gewährleistet sein. Besonders in den sensiblen Gebieten muss die Bewirtschaftung aufrechterhalten werden, um die Verwaldung und Entsiedelung dieser Gebiete hintanzuhalten“, so Hiegelsberger.

Koordination des Wolfsmanagements

Für die Koordination des Wolfsmanagements in Oberösterreich ist die Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Landes Oberösterreich zuständig. Die Abwicklung von Entschädigungen im Falle von Wolfsrissen an landwirtschaftlichen Nutztieren (Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde) erfolgt ebenfalls durch die Abteilung Land- und Forstwirtschaft. Auskünfte über Herdenprävention (Schutzvorkehrungen gegen Wolfsrisse) können bei der Landwirtschaftskammer Oberösterreich eingeholt werden. Darüber hinaus finden sich auch im Managementplan „Wolfsmanagement in Österreich – Grundlagen und Empfehlungen 2012“, der auf der Homepage des Landes Oberösterreich zum Download bereitsteht, wertvolle Tipps für Vorbeugungsmaßnahmen.

Seit dem letzten Runden Tisch wurden im Zuge des Wolfsmanagements folgende Schritte gesetzt:

  • Bestellung und Ausbildung der fünf regionalen Wolfsbeauftragten
  • Einrichtung der Oö. Wolfshotline (0732/7720-11812 während der Amtsstunden; 0732/7720-18889 außerhalb der Amtsstunden)
  • Einrichtung einer Wolfsdatenbank (Sammlung der Meldungen)
  • Homepage des Landes OÖ als Informationsdrehscheibe
  • Übersicht der aktuellen Wolfsrisse und Sichtungen (Tabelle neu)
  • Homepage als Schnittstelle für Wolfssichtungen (Formular) = Grundlage für etwaige behördliche Maßnahmen (z.B. Vergrämung,...)
  • Erstellung der Infobroschüre zum Thema Wolf
  • Teilnahme an den Sitzungen des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs (zwei ordentliche Mitglieder als Ländervertreter für das Land OÖ).

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