Traditionelles Rezept
Holzknechtnocken: Für Arme und Kaiser

  • Foto: Holzknechtmuseum Bad Goisern/netzwerkstatt
  • hochgeladen von Kerstin Müller

SALZKAMMERGUT. Wo genau sie eigentlich herkommen, kann heute nicht mehr mit Sicherheit geklärt werden. Dennoch steht eines fest: Die Holzknechtnocken sind wahrlich eine kulinarische Besonderheit des Inneren Salzkammerguts. Zwischen Ebensee, Gosau und St. Wolfgang genießen die einfach zu zubereitenden Nocken (siehe Rezepttipp) Kultstatus. „Die Holzknechtnocken waren stets eine „Armenleutekost“, so wie die Pizza damals in Neapel“, erklärt der Leiter des Holzknechtmueseums in Bad Goisern. Zubereitet wurden die Holzknechtnocken traditionell von Holzknechten, Bergleuten, Arbeitern in den Salzbergwerken und den Jägern und Sennerinnen auf den Almen. Aber auch bei Adeligen kam die traditionelle Speise aus Mehl, Salz und Wasser gut an. So erzählt man sich, dass das Ischler Gasthaus „Nocken Toni“ den Namen trägt, weil Kaiser Franz Joseph selbst bei der damaligen Wirtin Toni – nach der Jagd – auf Nocken einkehrte. Die Zutaten der Holzknechtnocken eigneten sich besonders gut für Holzarbeiter, die nach der harten Arbeit am Abend ihre Nnocken und Mehlschmarrn auf offener Feuerstelle kochten. Der Name der Holzknechtnocken kommt also tatsächlich von den Holzknechten, die eine ganze Woche lang im Wald arbeiteten und lebten und sich dort auch versorgen mussten.
Viele verwendeten auch noch das Kochwasser, um mit Sauerrahm und Brotschnitten eine „Schnittelsuppe“ zu fertigen. Da die Knechte nicht viel verdienten, waren sie gezwungen alles zu verwerten.

Rezepttipp

Die Zubereitung ist heute noch wie damals: Das Mehl wird in eine Schüssel geschüttet und gesalzen. Wasser wird aufgekocht und direkt über das Mehl gegossen und rasch durchgearbeitet. Mit nassen Händen werden kleine Knödel mit 3 - 4 cm Durchmesser geformt und anschließend in Salzwasser  ca. 5 bis 7 Min. gekocht. Danach wird in einer Nockenpfanne Butterschmalz erhitzt (ca. 1/2 cm hoch) und die abgetropften Nocken dicht aneinander in die Pfanne gelegt. Wenn die Holzknechtnocken auf der Unterseite gut braun gebacken sind, können alle miteinander umgedreht werden und anschließend auf der andere Seite ebenfalls ausbacken. Optimal sind die Nocken, wenn sie alle zusammenkleben und ein sogenanntes „Kranzl“ bilden. Dieses „Kranzl“ kann nun als Ganzes umgedreht werden. Als Beilage werden gerne gedünstete Äpfel (ohne Zucker) und Sauerkraut gereicht. Gemeinsam mit ein wenig Butter werden die Holzknechtnocken direkt im Pfandl serviert und am besten sofort verzehrt. Die Nocken in der Mitte auseinander reißen und die Beilage darauf geben. Traditionsbewusst dürfen diese anschließend natürlich mit den Fingern gegessen werden. Am besten schmecken die Holzknechtnocken, wenn sie im Freien genossen werden, auf der Alm oder auch bei manchen Festen.

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