Christoph Stöttinger
Ein Leben zwischen Bergläufen, Familie und Alpakas

Stöttinger während des heurigen KAT100.
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Der Vorchdorfer Christoph Stöttinger ist Trail-Bergläufer aus Leidenschaft. Was es mit dieser Sportart auf sich hat, wie sich der Vater von drei Kindern fit hält und welche Rolle Alpakas in seinem Leben spielen, verrät der 39-Jährige im Interview. 

BezirksRundschau: Herr Stöttinger, Sie sind Trail-Bergläufer. Was steckt hinter dieser Sportart?

Stöttinger: Beim Trail Berglauf handelt es sich um Laufen in der Natur. Besser gesagt, laufen die Sportler dabei im Gelände, auf Wanderwegen, Forststraßen und dabei bergauf wie auch berab.

Wann und wie sind Sie auf diese Sportart gestoßen?

In den Bergen bin ich schon seit ungefähr 15 Jahren unterwegs. Während meiner Touren fuhr zuerst soweit es ging mit dem Fahrrad. Das letzte Stück bestritt ich dann zu Fuß. So fuhr ich zum Beispiel mit dem Rad von Vorchdorf bis zum Laudachsee, anschlißend ging ich zu Fuß auf den Katzenstein. Mittlerweile laufe ich aber lieber bergige Strecken, zum Beispiel über den Traun- und Katzenstein auf den Grünberg.

Im Jahr 2015 nahm ich mir dann vor, das erste Mal am Traunsee Bergmarathon teilzunehmen. Okay, eigentlich am Halbmarathon - ich war aber zu spät dran, um einen Startplatz dafür zu ergattern, da die immer sehr rasch vergriffen sind. Ohne mein Wissen hat mich meine Frau aber bei einem Gewinnspiel für einen Startplatz angemeldet. Dabei habe ich dann einen Platz für die Gesamtstrecke gewonnen und anschließend zwei Monate intensiv trainiert. Zu diesem Zeitpunkt begann ich mit dem eigentlichen Bewerbslaufen.

Was reizt Sie an diesem Sport?

Was mich an diesem Sport reizt sind die Herausforderung, das Kennenlernen neuer Strecken und die Landschaft.

An wie vielen Wettkämpfen nehmen Sie pro Jahr teil? Gibt es persönliche Fixtermine?

Ich nehme an drei bis vier Wettkämpfen pro Jahr teil. Mein persönlicher Fixtermin ist der Traunsee Bergmarathon.

Sie haben bereits einige Wettbewerbe, darunter eben den Traunsee Bergmarathon, bestritten. Welcher der Bewerbe forderte Sie am meisten?

Das war sicherlich der Großglockner Ultratrail 2016. Während des Ultrarails legte ich 110 Kilometer und 6500 Höhenmeter zurück. Am meisten gefordert hat mich dabei nicht etwa das ständige bergauf und bergab, sondern die langen Ebenen. Kurz vor dem Ziel sieht man als Teilnehmer etwa eine zehn Kilometer lange Staumauer, die einfach nicht näher kommen will.

Sie haben heuer an einem Ultrarail in den Kitzbühler Alpen teilgenommen. Können Sie mir diesen bitte näher beschreiben?

Der Lauf nennt sich KAT100, ist der längste Ultratrail Österreichs und hat heuer zum ersten Mal stattgefunden. Der Bewerb wird übrigens vom  Gmundner Thomas Bosnjak organisiert.

Beim KAT100 werden verschiedene Distanzen angeboten, darunter etwa der 100-Meilen-Lauf an dem ich teilnahm. Dabei bestreiten die Teilnehmer 169 Kilometer und 9784 Höhenmeter. Die Route verläuft von Fieberbrunn, über den Wildseeloder, Hochfilzen, die Buchensteinwand, Sankt Ulrich, Waidring, Kirchberg, Adlerspoint, Sankt Johann, das Kitzbüheler Horn bis nach Kitzbühel. Hier haben die Läufer dann die Hälfte der Strecke geschafft.

Dann geht es weiter über die vom Skirennen bekannte Streif auf den Pengelstein hinauf. Von dort führt Route über Jochberg auf die Wildalm, den Gamshag, Ostweg bis nach Oberaurach. Abschließend führt es die Teilnehmer auf die Hochwildalm, noch einmal den Wildseeloder und dann zurück nach Fieberbrunn. Der Startschuss fiel um 18 Uhr, die maximale Zeit ist mit 48 Stunden angesetzt.

Auf der Strecke gibt es außerdem 15 sogenannte Labstationen. Hier werden die Läufer mit Wasser, koffeinhaltigen und Iso-Getränken wie auch Süßem, Obst, Gemüse und warmen Speisen versorgt.

Der KAT100 ist ein wirklich interessanter, anspruchsvoller und abwechslungsreicher Lauf.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Prinzipiell laufe ich das ganze Jahr über ungefähr fünf bis zehn Stunden pro Woche. Ab März, wenn es draußen wieder angenehmer wird, laufe ich zusätzlich einmal pro Woche längere Strecken, mit einer Dauer von etwa vier Stunden. Für den KAT100 waren auch streckenmäßig kürze Wettbewerbe, wie etwa der Traunsee Bergmarathon (79 Kilometer, 4500 Höhenmeter) und das Innsbruck Alpine Trail Running Festival (85 Kilometer, 4000 Höhenmeter) eine gute Vorbereitung.

Welcher war ihr bislang größter Erfolg?

Das war definitiv der 5. Gesamtplatz beim KAT100 2019, den ich 33 Stunden und 16 Minuten absolvierte. Zudem kam ich als zweiter Österreicher und in der Altersklasse U40 als erster Teilnehmer ins Ziel.

Wie oft und vor allem wie trainieren Sie um in Form zu bleiben?

Um in Form zu bleiben trainiere ich drei bis fünf Mal pro Woche. Während meiner Trainingseinheiten absolviere ich Dauerläufe und teilweise Intervalltraining.

Gibt es einen Lauf, an dem Sie unbedingt noch teilnehmen müssen?

Nein, eigentlich nicht. Ich schaue ich jedes Jahr aufs Neue, welcher Lauf mich gerade anlacht.

Neben dem Sport sind Sie Inhaber und Betreiber einer Alpaka-Farm. Seit wann gibt es die Farm? Wo genau befindet sich diese und wie viele Tiere besitzen Sie?

Unsere Alpaka-Farm
gibt es seit 2011 und steht in Vorchdorf, Obere Pappelleiten 14. Wir starteten mit drei Tieren und haben mittlerweile 17 Alpakas aus eigener Nachzucht.

Was / welche Alpaka-Produkte bieten Sie an?

Meine Frau und ich bieten Alpaka-Wanderungen an. In unserem Hofladen verkaufen wir, neben den Autokindersitzen, auch Bettdecken, Kinderschlafsäcke, Filzeinlagen für Schuhe, Hauben, Handschuhe, Schals, Socken und Strickwolle.

Apropos: Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, eine Alpaka-Farm zu gründen?

Nachdem an unser Haus eine Grünfläche grenzt, wollten wir diese auch selbst bewirtschaften. Während unserer Überlegungen stießen wir sehr schnell auf die Idee, eine Alpaka-Farm zu errichten. Nach einiger Recherche haben wir uns dann rasch dazu entschlossen, diesen Weg zu gehen - sind die Tiere doch sehr friedlich und sanftmütig.

Welche Pläne haben sie für Ihre Zukunft?

Ich möchte noch einige Trails zu laufen und gemeinsam mit meiner Familie die Natur wie auch unser Zuhause genießen.

Zur Person:

Geboren am: 31. März 1980

Verheiratet mit: Stefanie, drei Kinder

Wohnhaft in: Vorchdorf

Erlernter Beruf: Schlosser. Heute betreibt Stöttinger mit seiner Frau einen kleinen Hofladen

In der Freizeit: Laufen

Autor:

Florian Meingast aus Wels & Wels Land

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