11.10.2017, 14:37 Uhr

Postwurfsendung in St. Wolfgang rückt Perfaller in schlechtes Licht

Eine zweiseitige Aussendung flatterte am 11. Oktober in die Briefkästen der St. Wolfganger, hier ein Auszug daraus. (Foto: Postwurfsendung)

Am 15. Oktober wird gewählt. Auch VP-Kandidat Arno Perfaller erhofft sich über seine Vorzugsstimmen-Kampagne in den Nationalrat einziehen zu können. Dieses Vorhaben wird aber von dem St. Wolfganger Franz Hillebrand torpediert

ST. WOLFGANG. "Schmutzkübel-Kampagnen" bestimmen derzeit das Wahlgeschehen in Österreich. Doch nicht nur auf nationaler Ebene werden diese verteilt und entleert, sondern auch ein paar Etagen weiter unten. So wurde am 11. Oktober eine Postwurfsendung an die St. Wolfganger zugestellt. Thema: Arno Perfaller und sein Vorzugsstimmenwahlkampf.
So äußert sich Franz Hillebrand auf zwei Seiten über Perfaller und macht auch keinen Hehl daraus, was er von ihm hält:  "Perfaller ist ein Verhinderer Sondergleichen seit vielen Jahren bei etlichen Vorhaben von Wohnraum bis Tourismus in St. Wolfgang gewesen", schreibt Hillebrand. Auch Perfallers Engagement wird in Frage gestellt: "Bis auf einen schwer zugänglichen und verwachsenen Literaturpark hat er als Kulturreferent in St. Wolfgang nicht viel zusammengebracht."

Perfaller: "Völlig erstunken und erlogen!"

Als ganz gezielt angesetzten "Anpatzversuch", um die "vielversprechende Vorzugsstimmen-Kampagne zu zerstören" sieht Arno Perfaller die Aussendung von Hillebrand. "Ich lasse mich nicht verunsichern, weil ich weiß, dass nichts, was da drinnen steht, der Wahrheit entspricht. Es ist völlig erstunken und erlogen", so der St. Wolfganger VP-Politiker. "Die Leistungsbilanz des Gemeinderates ist hinlänglich bekannt. Es kommt nicht auf einzelne an, weil man Entscheidungen nur gemeinsam treffen kann." Als Verhinderer sieht sich Perfaller jedenfalls nicht. "Natürlich habe ich mich dagegen ausgesprochen, dass die Seepromenade verkauft wird und am Rösslareal Wohnungen für 100 Zweitwohnsitze entstehen", so Perfaller, "aber ich stehe dahinter, weil es für St. Wolfang das Richtige war und ist." Er sei zudem seit 1991 Kulturreferent der Marktgemeinde: "Wenn die Leute nicht mit meiner Arbeit zufrieden gewesen wären, hätten sie mich sicher ausgetauscht." Er sieht den Bau des Michael-Pacher-Hauses, die Sanierung der Musikschule und diverse Veranstaltungsförderungen als wichtige Errungenschaften an, "die jedoch immer gemeinsam entschieden und umgesetzt wurden."

Rückhalt von Franz Eisl

"Wir in St. Wolfgang kennen den Absender als jemanden, der als letzter die Berechtigung dazu hat, andere zu bewerten oder gar über andere richten zu können", äußert sich Bürgermeinster Franz Eisl zu den Vorwürfen.
Auch das Thema Rückhalt wird von Hillebrand in seiner Aussendung angeschnitten: „Alle hinter Perfaller – entweder sind einige verantwortliche ÖVP-Mandatare im Salzkammergut nicht mehr bei Trost, haben sich nicht richtig informiert oder – noch erbärmlicher – Hauptsache einen vom Salzkammergut bekommen wir ins Parlament.“
Aussagen, die Perfaller von sich weist: "So etwas bringt nicht nur mich, sondern auch meine Unterstützer in Verlegenheit. Es spricht für sich, dass ich von allen Orten des Salzkammergutes Unterstützung erfahre. Ich werde ja nicht aus Laune der Natur heraus unterstützt, sondern weil die Politiker, Funktonäre und Menschen hinter mir stehen."

Rechtliche Folgen ungewiss

Auch mit Aussagen wie „Perfaller ist in Wahrheit ein Wechselspieler und Intrigant Sondergleichens in St. Wolfgang“ oder „Er hat sich nur deshalb so lange in der Gemeinde gehalten, weil er für alle die Drecksarbeit gemacht hat“ muss sich Arno Perfaller auseinander setzen. "Meine Linie ist nicht der Streit, weil alle das Streiten satt haben", so der VP-Politiker aus St. Wolfgang. "Ich weiß noch nicht, ob es rechtliche Schritte geben wird. Sofern eine Gesetzesübertretung statt gefunden hat, wird die Staatsanwaltschaft sicherlich aktiv werden." Falls nicht, werde auch Perfaller die Sache nicht weiter verfolgen.


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