Interview
150 Mal Blutspenden – "Das Bier kommt nachher"

Sigi Kasbauer ließ sich bereits 150 Mal "anzapfen".
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  • Sigi Kasbauer ließ sich bereits 150 Mal "anzapfen".
  • Foto: Sepp Pfeil
  • hochgeladen von David Ebner

Das Blut wird knapp, heißt's vom Roten Kreuz. An Sigi Kasbauer aus Schardenberg liegt es auf jeden Fall nicht.

SCHARDENBERG. Denn der 57-jährige Schardenberger hat in seiner Heimatgemeinde am 1. Juli die 150. Blutspende geleistet. Damit ist er laut Schärdings Rot-Kreuz Geschäftsführer Florian Kurz erst der zweite Oberösterreicher überhaupt, der diese Marke erreicht hat. Was Kasbauer dazu sagt, warum er überhaupt Blut spendet und was er vor der Blutabnahme rät, verrät er im Interview.

Herr Kasbauer, 150 Mal Blutspenden – seit wann gehen Sie Blutspenden?
Kasbauer: Das erste Mal war beim Bundesheer 1982.

Und warum haben Sie das beibehalten?
Zum einen natürlich, weil ich helfen will. Zum anderen, weil man ja einen Befund bekommt und damit immer wieder auf dem neuesten Stand über seine eigene Gesundheit gebracht wird. Was ja quasi eine Rückversicherung ist. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn ich vom Blutspendedienst eine Benachrichtigungs-SMS bekomme, dass mein Blut für einen Patienten verwendet wurde.

Stimmt es, dass Sie zum Spenden auch schon mal bis zu 100 Kilometer fahren?
Ja, das stimmt. Ich spende fünf bis sechsmal im Jahr. Man muss ja dazwischen immer wieder acht Wochen pausieren. Sobald ich wieder spenden kann, schaue ich, wo das im Umkreis von rund 100 Kilometern möglich ist. Ich war deshalb etwa schon im Mühlviertel oder im Bezirk Braunau, um Blut zu spenden.

Und was sagt Ihr Umfeld dazu?
(schmunzelt). Naja, die haben anfangs schon gemeint, ob ich narrisch bin, zum Blutspenden so weit zu fahren. Aber das ist es mir halt einfach wert.

"Färbt" Ihr Engagement auch auf die Familie ab?
Schon, ja. Mein Schwiegersohn war schon ein paar Mal mit mir mit, um ebenfalls Blut zu spenden. Auch Personen aus meinem Freundeskreis. Da gibt's schon ein paar brave Leute, die das sonst wohl nicht täten.

Lediglich eine Person im Land hat als Vollblutspender so oft "geblutet" wie Sie. Was sagen Sie dazu?
Für mich ist das keine große Leistung – man muss einfach nur hingehen.

Was würden Sie jemandem sagen, der nicht Blutspenden geht?
Dass er keine Angst vor der Nadel zu haben braucht. Außerdem kann jeder Mal in die Situation kommen, wo er selbst Blut braucht – und dann froh ist, wenn eines da ist.

Haben Sie sonst noch Tipps für Blutspender?
Ja, unbedingt vorm Spenden etwas Essen und Trinken, das ist unheimlich wichtig, das unterschätzen viele.

Aber kein Bier, oder?
(lacht). Nein, das Bier kommt nachher …

Wie lange wollen Sie noch Blutspenden?
Bis 70 ist es möglich, Blut zu spenden. Solange ich gesund bin, mache ich das sicher weiter. Ich habe von der 50. bis zur 100. Blutspende neun Jahre gebraucht. Ebenso von der 100. auf die 150.

Also würde sich die 200. Marke noch locker ausgehen?
Um ehrlich zu sein, bin ich jetzt schon zufrieden, was ich erreicht habe. Als ich zum 100. Mal Blut gespendet habe, hat mich das schon sehr gefreut. Alles, was jetzt noch kommt, ist deshalb Zugabe.

Zur Sache

Infos & Termine:
Blutspendeaktionen im Bezirk Schärding, jeweils 15:30 – 20:30 Uhr:
- St. Willibald – 12. Juli, Volksschule
- Wernstein a. I. – 16. Juli, Pfarrsaal
- St. Marienkirchen b. S. – 29. Juli, Gemeindezentrum
- Andorf – 5.-8. August, Pfarrsaal Punkt 1

Blutspenden können alle gesunden Menschen ab 18 Jahren. Alle Informationen zur Blutspende sowie Termine unter 0800 190 190 oder hier
Bitte nehmen Sie zur Blutspende einen amtlichen Lichtbildausweis mit.
Fotos: Josef Pfeil

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