"Beweisen, dass wir keine Spitzel sind"

Präsentierten im April 2016 das Gemeinsam.Sicher-Projekt: Landespolizeidirektor Andreas Pilsl (2. v. l.) und und Matthias Osterkorn (2. v. r.).
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  • Präsentierten im April 2016 das Gemeinsam.Sicher-Projekt: Landespolizeidirektor Andreas Pilsl (2. v. l.) und und Matthias Osterkorn (2. v. r.).
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BEZIRK (ebd). Als im April des vergangenen Jahres der Startschuss zum "Gemeinsam.Sicher"-Pilotprojekt in Schärding fiel, war das Misstrauen groß. Gerüchte über Hilfssheriffs machten die Runde. Spitzelaktivitäten wurden befürchtet. Doch nun ist davon nichts mehr zu hören. Vielmehr haben 25 der 30 Gemeinden des Bezirkes (siehe unten) einen sogenannten Sicherheitspartner installiert. "Darunter sind Personen vom Bürgermeister, IT-Techniker über Amtsleiter bis hin zu einer pensionierten Lehrerin", weiß Schärdings Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn. Der Bezirkspolizeichef wird ab 1. Juni Gerhard Gierlinger als bisherigen Schärdinger Sicherheitskoordinator beerben. "Wir haben bewiesen, dass wir keine Spitzel sind", so Gierlinger zur BezirksRundschau. Dem fügt Osterkorn hinzu: "Die Bürger haben die Botschaft verstanden, dass uns Sicherheit alle angeht und nur gemeinsam gestaltet werden kann."

Kein Vorfall im Freibad

In den vergangenen Monaten konnte laut Gierlinger rund ein halbes Dutzend Projekte positiv umgesetzt werden. Vor allem im Bereich Verkehrssicherheit wurden auf Initiative der einzelnen Sicherheitspartner Problembereiche aufgezeigt – und diese auf kurzem Weg beseitigt. "Wie etwa die Anbringung eines Verkehrsspiegels an einem neuralgischen Punkt in Andorf", so Osterkorn. Als großen Erfolg sieht Gierlinger die Übersetzung der Freibäderverordnung in sieben Sprachen, die im vergangenen Jahr den Asylwerbern ausgehändigt wurden.
"Dadurch hatten wir in der Badesaison 2016 keinen einzigen negativen Vorfall." Zudem wurden in mehreren Gemeinden Sicherheitsdiskussionen abgehalten, bei denen nicht nur das Projekt vorgestellt, sondern auch erörtert wurde, wo die Bürger der Schuh drückt. "Die Probleme werden immer in Form eines Sicherheitsforums unter Koordination der Polizei behandelt."

"Haben die Leute dazu"

Alles Maßnahmen, die laut Gierlinger dazu geführt haben, dass es aktuell keine einzige, ungelöste Problemstellung in den 25 teilnehmenden Gemeinden gibt. Und wohin geht die Reise in Zukunft? Dazu Gierlinger: "Die Sicherheitspartner bekommen einen wöchentlichen Sicherheitsbericht. Zudem finden vierteljährlich Treffen zu den verschiedensten Themen statt. Noch in diesem Quartal werden wir über IT-Sicherheit und Cyberkriminalität informieren." Denn wie der scheidende Sicherheitskoordinator betont, "haben wir für alle Belange die Leute dazu. Und wo wir mal nicht zuständig sind, kennen wir jemanden, der dafür zuständig ist – egal wie klein das Problem auch sein mag."

Zur Sache

25 der 30 Schärdinger Gemeinden machen aktuell bei dem Projekt "Gemeinsam.Sicher" mit. Derzeit sind 27 Sicherheitspartner im Einsatz. Lediglich die Gemeinden Schärding, St. Florian, Diersbach, Kopfing und St. Marienkirchen sind nicht an dem Projekt beteiligt. Die Sicherheitspartner tragen weder Uniform noch Waffen und verfügen ebenso wenig über irgendwelche Sonderrechte. Die zum Beginn des Projektes "Community-Polizisten" genannten Sicherheitspartner fungieren vielmehr als Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei. Im Grunde geht es um eine verbesserte Kommunikation zur Exekutive. Ziel von "Gemeinsam.Sicher" ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen oder gar Straftaten zu verhindern. Mit Erfolg: denn sämtliche Projekte die im Rahmen von "Gemeinsam.Sicher" im Bezirk Schärding angegangen wurden, konnten erfolgreich umgesetzt werden.

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