Wetterkapriolen
Brunnen im Bezirk trocknen immer mehr aus

Die Feuerwehren des Bezirks mussten heuer bereits über 500 Mal ausrücken, um Bürger mit Wasser zu versorgen.
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  • Die Feuerwehren des Bezirks mussten heuer bereits über 500 Mal ausrücken, um Bürger mit Wasser zu versorgen.
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Noch nie gab's so wenig Regen wie heuer – noch nie mussten die Feuerwehren so oft Wasser liefern.

BEZIRK SCHÄRDING (ebd). Eine erste Jahresbilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt: 2018 wird unter die vier wärmsten Jahre der 252-jährigen Messgeschichte eingehen. Klar ist, dass es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nie so viele Sommertage (mit mindestens 25 Grad) in Oberösterreich gegeben hat: An der Spitze liegt Schärding – mit 107 Tagen. Der bisherige Rekord lag bei 95 im Jahr 2003. Das wirkt sich verheerend auf die Trinkwassersituation im Bezirk aus. Denn auch bei der Niederschlagsmenge verzeichnet der Bezirk ZAMG-Klimamonitoring der Messstelle Ried/I. von April bis Oktober um fast 40 Prozent weniger Regen. Laut ZAMG ein Stationsrekord. Dabei wird in Ried seit 1872 gemessen. Etwas Entspannung brachte der Regen in den vergangenen Wochen. Das Niederschlagsminus beläuft sich bis dato auf rund 35 Prozent.

500 Feuerwehr-Einsätze

Was auch die Feuerwehren des Bezirks vor zusätzliche Aufgaben stellt, wie Bezirks-Hauptamtswalter für Öffentlichkeitsarbeit, Markus Furtner, bestätigt. "Bis dato waren die Feuerwehren im Bezirk Schärding heuer schon über 500 Mal im Einsatz, um Wasser zu transportieren oder Versorgungen im Bezirk durchzuführen." Zum Vergleich: 2017 waren es 153 Einsätze. "Durch den Regen in den letzten Tagen hat sich die Lage ganz leicht entspannt, es sind aber immer noch Einsätze zu verzeichnen", erläutert Furtner. Nachsatz: "In den öffentlichen Wasserversorgungsbereichen haben wir noch von keinen Engpässen erfahren, wir helfen meist bei privaten Hausbrunnen."

Hotspot Sauwald und Andorf

Und welche Gemeinden sind am stärksten von der Wasserknappheit betroffen? "Grundsätzlich viele Gemeinden, aber eher im Sauwaldbereich. Es gibt aber natürlich Hotspots – diese sind Esternberg, Enzenkirchen, Kopfing, St. Aegidi und Andorf", weiß Furtner. Dabei wird das künftig keine Eintagsfliege bleiben, wie der Leiter der ZAMG Oberösterreich, Bernhard Niedermoser, zur BezirksRundschau sagt: "Der heurige Sommer war ein Blick in die Zukunft. Die Klimamodelle zeigen, dass es geringere Nierderschlagsmengen geben und trockener werden wird. Das wird zwar nicht unbedingt jedes Jahr so sein, aber sicher häufiger." Wie Niedermoser betont, stellen sich aber immer mehr Kommunen darauf ein. "Die Gemeinden passen sich dem an. Diese Prozesse laufen bereits seit 2003." Das kann Gemeindebundpräsident Johann Hingsamer nur bestätigen. "Viele Gemeinden im Bezirk forcieren die Bewusstseinsbildung im Bereich erneuerbarer Energie und sind da selber aktiv. Jede Maßnahme für den Klimaschutz ist ein kleiner Beitrag um weitere Klimaveränderungen hintanzuhalten. Die größte Sorge bereitet den Gemeinden aber die Sicherung der Wasserversorgung. Das hat oberste Priorität. Regional mussten Hausbrunnen nachgebohrt werden. Wassergenossenschaften, Gemeinden und Gemeindeverbände arbeiten ständig daran, die Versorgung abzusichern. Das Land fördert auch diese Maßnahmen", weiß der Gemeindebundpräsident.

Die Feuerwehren des Bezirks mussten heuer bereits über 500 Mal ausrücken, um Bürger mit Wasser zu versorgen.
Leiter der ZAMG Oberösterreich, Bernhard Niedermoser,

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