Kulinarik vom Feinsten
Der Bezirk Schwaz ist Haubenland: Gault & Millau Auszeichnungen wohin man blickt
- Armin (r.) und Alexander Gründler (in der Mitte Caroline Gründler) erreichten wieder die höchste Punktzahl in der Region. Gründlers Gourmetstüberl bekam 17,5 von 20 Punkten.
- Foto: privat
- hochgeladen von Florian Haun
Der Bezirk Schwaz gehört seit Jahren zur Champions League der österreichischen Gastronomie, und der neue Gault&Millau Restaurantguide 2026 bestätigt dies eindrucksvoll. Landesweit wurden 780 Restaurants mit zumindest einer der begehrten Hauben ausgezeichnet, allein 120 davon in Tirol. Mit 25 Betrieben, die vier oder fünf Hauben tragen, führt Tirol die österreichische Spitzenbetriebs-Hitparade deutlich vor Wien und Salzburg an.
BEZIRK SCHWAZ (red). Der Bezirk Schwaz profitiert davon gleich mehrfach: Vom Achensee über das Inntal mit Wattens und Schwaz bis hinein ins Zillertal finden sich insgesamt 21 prämierte Restaurants, vier davon in der Vier-Hauben-Liga.
An der Spitze dieser Genussgeografie steht mit Abstand das Gourmetstüberl der Familie Gründler in Achenkirch. Armin und Alexander Gründler kochen am südlichen Ende des Achensees seit Jahren auf allerhöchstem Niveau und wurden heuer mit 17,5 von 20 Punkten erneut mit vier Hauben bedacht – die höchste Bewertung, die ein Restaurant des Bezirks im Guide 2026 erreichen konnte. Vater und Sohn sowie das gesamte Gründler-Team verbinden klassisch-französische Schulung mit alpiner Produktverwurzelung: Forelle und Saibling aus heimischen Gewässern, Alpenkräuter vom Berghang und Rind vom Achentaler Rindvieh bilden die Grundlage einer Küche, die bereits seit der Ausgabe 2023 das höchstdekorierte Haus der Region stellte.
Das zweite Standbein der Gründler-Dynastie beweist, dass Wirtshaustradition und Haubenanspruch kein Widerspruch sind: Das Genießerwirtshaus in Achenkirch wurde mit 13,5 Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet und zieht mit seiner Verbindung von Gaststuben-Atmosphäre und ambitionierter Küche ein eigenes Publikum an.
Rund um den Achensee setzen sich die Auszeichnungen fort: Die Wilderer Gourmetstube in Pertisau überzeugte die Tester:innen mit 14,5 Punkten und zwei Hauben, und in Maurach sorgte die Michl Stub'n mit 12,5 Punkten und einer Haube für gehobene Regionalität unmittelbar am Seeufer.
Das Inntal steuert gleich mehrere Adressen bei. In Wattens beweist das Grander mit drei Hauben und 15 Punkten, dass neben dem weltberühmten Kristall-Konzern auch Gastronomie von Weltrang im Ort beheimatet ist. Das Schloss Mitterhart in Vomp mit elf Punkten ist ebenfalls in der Wertung dabei.
Der größte Teil der Auszeichnungen des Bezirks entfällt jedoch auf das Zillertal, das im Guide 2026 mit zwölf prämierten Restaurants und insgesamt 29 Hauben aufwarten kann. Die Königsdisziplin beherrschen dort zwei Häuser mit vier Hauben: In Stumm im Zillertal beschreibt Küchenchef Peter Fankhauser seinen Ansatz selbst als „radikal regional". Sein Konzept „From Permaculture to Table" verarbeitet ausschließlich Produkte aus eigener Permakultur und der unmittelbaren Umgebung, und mit 17 Punkten bestätigen die Gault&Millau-Tester:innen, dass Ehrlichkeit und Naturverbundenheit auf dem Teller buchstäblich schmeckbar werden – das Haus trägt überdies einen Grünen Michelin-Stern. Ebenfalls auf 17 Punkte und vier Hauben kam die Genießerstube im Alpenhof in Hintertux: Küchenchef Maximilian Stock erkochte sich mit einem Punkt Zugewinn gegenüber dem Vorjahr die vierte Haube und legte damit die erfolgreichste Aufstiegsstory des Bezirks hin.
In der Drei-Hauben-Liga des Zillertals finden sich der Bergfried Chef's Table in Tux mit 16 Punkten, das Hotel Berghof in Hintertux mit seinem Crystal Spa & Sports-Konzept und 15 Punkten sowie das Rocky 7 in Mayrhofen, ebenfalls mit 15 Punkten ausgezeichnet. Mit zwei Hauben konnten das KLE in Mayrhofen mit 14 Punkten, das HeLeni in Zell am Ziller mit 13,5 Punkten, der Lanersbacher Hof in Tux mit 13,5 Punkten, der Landgasthof Linde in Stumm mit 13 Punkten sowie das Restaurant Nester in Stumm mit ebenfalls 13 Punkten punkten – das Nester steigerte sich dabei gegenüber dem Vorjahr um eine Haube und gehört damit zu den Aufsteigern des Tals. Für einen Überraschungseinstieg sorgte schließlich das Liebstöckl in Kaltenbach, das sich als Neueinsteiger gleich mit 12 Punkten und einer Haube in den Guide kochte. Die Genusswerkstatt Zillertal in Uderns rundet mit 10,5 Punkten und einer Haube das Bild ab und komplettiert damit die zwölf prämierten Adressen des Tals.
Der Bezirk Schwaz präsentiert sich im Guide 2027 damit als eine der bemerkenswertesten Genussregionen Österreichs: 21 Haubenrestaurants vom Achensee bis zum Tuxertal, vier Betriebe in der Vier-Hauben-Liga, ein Hüttenpreis der Extraklasse sowie ein Aufsteiger und ein Newcomer, die die Dynamik der regionalen Gastro-Szene unterstreichen. Ob Fine Dining in 1.500 Metern Seehöhe, radikal regionale Permakultur-Küche oder alpine Wirtshauskultur – wer durch den Bezirk Schwaz reist, muss beim Essen keine Kompromisse eingehen. Et voilà: Hier ist alles angerichtet.
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