Engstelle Lieserschlucht
Radfahrer spricht von "lebensgefährlicher" Situation

Viele Autofahrer sowie Radfahrer meiden zurzeit die Lieserschlucht aufgrund der engen Fahrspuren. | Foto: meinbezirk.at/Philip Karlbauer
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  • Viele Autofahrer sowie Radfahrer meiden zurzeit die Lieserschlucht aufgrund der engen Fahrspuren.
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Die Lieserschlucht beschäftigt weiter die Gemüter: Radfahrer und Autofahrer teilen sich zu enge Fahrbahnen. Ein Radfahrer beschreibt die Situation als "lebensgefährlich".

SPITTAL. Erich Auer von der Radlobby Spittal sieht in der gemeinsamen Nutzung des engen Verkehrsraumes ein Sicherheitsproblem. Sie fordere besondere Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Zwar seien die Fahrstreifen nach Angaben des Straßenbaureferats grundsätzlich gleich breit wie bisher, durch die Planken direkt am Fahrbahnrand hätten Radfahrer jedoch kaum Ausweichmöglichkeiten. Unverständlich für Auer sei daher, warum das weitgehend fertiggestellte Teilstück des Radwegs bis zum Marienheim nicht zumindest provisorisch für den Radverkehr freigegeben wurde.

"Gerade in dieser Übergangsphase wäre jeder Abschnitt, der Radfahrer vom motorisierten Verkehr trennt, ein Sicherheitsgewinn."

Für die Übergangszeit fordert er Tempo 50. Radfahrer müssten sich der besonderen Situation bewusst sein: „Die Lieserschlucht ist derzeit eine Baustelle und kein geeigneter Ort für sportliches Fahren nebeneinander.“ Zudem wünscht sich Auer gut sichtbare Hinweistafeln an den Zufahrten, die auf die besondere Verkehrssituation aufmerksam machen.

"Jeder Zentimeter Gold wert"

Der Seebodner Michael Berger ist begeisterter Rennradfahrer. Deshalb sieht er das aktuelle Projekt nicht als Gegner des Radverkehrs – kritisiert aber, dass der Ausbau des Radwegs zulasten der Fahrbahn gehe. Die aktuelle Situation habe Auswirkungen auf Bergers eigenes Mobilitätsverhalten. Mit dem Auto versucht er derzeit, die Lieserschlucht möglichst zu meiden. Mit dem Rennrad fahre er derzeit überhaupt nicht durch die Schlucht.

"Ich werde die Lieserschlucht, so wie sie jetzt ist, mit dem Rad nicht befahren, weil das lebensgefährlich ist."

Auch von anderen Verkehrsteilnehmern höre er Ähnliches. Berger hält trotz des fortgeschrittenen Projekts eine Änderung der Planung für sinnvoll. Denn die verfügbare Fläche müsse aus seiner Sicht anders verteilt werden. „Jeder Zentimeter ist Gold wert“, sagt Berger.

"Typisch österreichisch"

Angelika Hinteregger, 1. Vizebürgermeisterin von Spittal und Stadtreferentin für Verkehr, bezeichnet die derzeitige Situation als „wenig mutige, um nicht zu sagen typisch österreichische Lösung – nichts Halbes und nichts Ganzes“. Angesichts der räumlichen Enge müsse man Prioritäten setzen – und zwar zugunsten der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h für die gesamte Lieserschlucht wäre für sie sinnvoll. Unnötige Fahrten durch die Lieserschlucht sollte man derzeit tunlichst vermeiden. Hinteregger könnte sich während der Bauphase vorstellen, eine Einbahnregelung für PKWs und LKWs zu errichten und den Gegenverkehr über die A10 zu leiten. Eine solche Regelung wäre auch für die Anrainerinnen und Anrainer am Fratres von Vorteil. Dann könnte man auch das absolute Fahrradfahrverbot über den Fratres zumindest für die Bewohnerinnen und Bewohner aufheben. Es sei komisch, dort das Radfahren zu verbieten, weil in der Lieserschlucht ein Radweg gebaut wird. Die geplante Breite des Radwegs möchte Hinteregger allerdings nicht infrage stellen. Grundsätzlich bleibt sie jedoch kritisch gegenüber dem Projekt.

"Der Radweg ist für mich kein Lückenschluss, sondern ein ausgesprochen teures Teilstück des R9."

Sie befürchtet, dass die hohen Kosten des Projekts künftige Investitionen in Oberkärntens Radinfrastruktur erschweren könnten.

Rekord-Investition im Bezirk

Das Leuchtturmprojekt umfasst neben dem Radweg auch Sanierungen, Steinschlagschutz und Maßnahmen an der B99. Die Freigabe von Teilstücken und mögliche Geschwindigkeitsbeschränkungen liegen bei der zuständigen Verkehrsbehörde, heißt es vonseiten des Straßenbaureferats. Seit 2020 wurden auf Initiative von Landeshauptmann-Stv. Martin Gruber mehr als 65 Millionen Euro in die Landesstraßen im Bezirk Spittal investiert: „Die Rekord-Investition von 65 Mio. Euro in die Landesstraßen des gesamten Bezirkes seit 2020 beweist, wie wichtig mir die regionale Infrastruktur für die Oberkärntner Bevölkerung ist – und auch weiterhin sein wird.“

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Viele Autofahrer sowie Radfahrer meiden zurzeit die Lieserschlucht aufgrund der engen Fahrspuren. | Foto: meinbezirk.at/Philip Karlbauer
Erich Auer, Radlobby Spittal | Foto: Privat
Angelika Hinteregger, 1. Vizebürgermeisterin und Verkehrsreferentin (SPÖ) | Foto: SPÖ
Michael Berger, erfahrener Radfahrer | Foto: Privat
LHStv. Martin Gruber (ÖVP) | Foto: Büro Gruber
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