Spittal: "Facebook gehört dazu"

- Von den 33 Gemeinden im Bezirk haben insgesamt nur sieben eine Facebook-Seite
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Kommunikation via Facebook: Die WOCHE testet, wie fit die Gemeinden in Sachen Social Media sind.
BEZIRK SPITTAL (aju). Facebook gehört mittlerweile für viele schon zu den am meisten genutzten Kommunikationskanälen. Auch viele öffentliche Stellen machen sich dies zu Nutze. Vor allem die zeitnahe Reaktion auf Kommentare und Nachrichten sowie das Betreuen der Seite sind dabei essenziell. Laut Information eines Experten solle deshalb auf Anfragen auch so schnell wie möglich geantwortet werden, in einer normalen Arbeitswoche sogar binnen 24 Stunden. Genau diese 24 Stunden gab die WOCHE auch den Gemeinden, um auf eine Anfrage zu reagieren.
Die Anfrage
Folgende Frage wurde den Gemeinden über den Messenger gestellt: "Guten Tag! Eine Frage: Kann man bei Ihnen im Amt die Handysignatur machen? Wie lange dauert das und an wen muss ich mich wenden? Danke und liebe Grüße." Um eine faire Auswertung zu ermöglichen, erhielten alle Gemeinden zeitgleich und vom echten Profil eines WOCHE-Mitarbeiters diese Nachricht.
Keine Antwort
Für die meisten Gemeinden allerdings endete die Anfrage, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Denn von den insgesamt 33 Spittaler Gemeinden haben nur sieben eine gemeindeeigene Facebookseite. Von diesen antwortete nur die Stadtgemeinde Spittal. Lendorf, Mörtschach, Rangersdorf und Steinfeld antworteten nicht. Aus der Gemeinde Lendorf heißt es, dass die Seite nicht mehr aktuell sei, weil man sich dazu entschieden habe, die Informationen nur über die Homepage zu verbreiten. Nicht aktiv scheint auch die Rangersdorfer Seite zu sein. Der letzte Post stammt nämlich vom Juni 2017.
Ernüchterndes Ergebnis
Unter den Gemeinden, die keine Facebook-Seite haben, ist man sich hingegen einig, das Personal spiele eine wichtige Rolle. "Wir in Seeboden haben uns dazu entschieden gemeinsam mit dem Tourismusverband eine Seite zu betreiben und keine eigene Gemeindeseite einzurichten, damit eine professionelle Betreuung gegeben ist", sagt der Amtsleiter. In Radenthein sprechen vor allem die knappen personellen Ressourcen und der zeitliche Aufwand dagegen. Auch in Obervellach hat man sich gegen einen Account entschieden, da man neben den touristischen Seiten keine politische einführen wolle. "Als Bürgermeister und Gemeindevertreter muss man da ständig verfügbar sein und das finden wir nicht zielführend", so heißt es aus der Gemeinde.
Positivbeispiel
Positiv auf Facebook und Co. reagiert man hingegen in Greifenburg. Hier überwiegt vor allem die Freude über die vielen Zugriffe auf diverse Facebook-Beiträge. "Vor allem für die Jugendlichen ist das ein wichtiges Medium. Bei uns ist das auch mit der Homepage verlinkt, so werden neue Beiträge automatisch auch gepostet", sagt der Amtsleiter. Allen voran jedoch sticht die Seite der Stadtgemeinde Spittal als positivstes Beispiel hervor. Betreut wird die Seite von der Gemeinde Spittal und dem Stadtmarketing. "Facebook gehört einfach dazu, vor allem für eine Stadt. Kurzfristige Informationen wie Straßensperren können hier zudem sehr gut verbreitet werden", sagt Christian Egger von der Stadtgemeinde.
Keine Facebook-Seite
Mühldorf hat zwar eine Seite, die Nachrichtenfunktion allerdings ist ausgeschalten. Der Grund dafür ist, so heißt es von Seiten der Gemeinde, dass man diese Plattform vor allem zur Verbreitung von Informationen und Ankündigungen nutze. Die Möglichkeit, dass Menschen zu jeder Tages- und Nachtzeit die Möglichkeit zu Kontaktaufnahme haben, wolle man aber nicht geben. Vor allem gehe es hier darum, dass man nur im Rahmen der Gemeindeöffnungszeiten antworten könne und deshalb gar nicht erst die Erwartungshaltung einer Beantwortung außerhalb dieser schaffen wolle.
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