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Wegen Suchtgifthandels stand ein Nordmazedonier vor Gericht. Er war einem verdeckten Ermittler auf den Leim gegangen und zeigte sich in der Verhandlung größtenteils geständig.
ST. PÖLTEN. Es sei nur ein "Scherzangebot" gewesen, als er einem verdeckten Ermittler des Bundeskriminalamtes in Aussicht stellte, ihm ein Kilogramm Kokain zu verkaufen. Das meinte ein 37-Jähriger, der sich wegen Suchtgifthandels am Landesgericht St. Pölten verantworten musste.
Im Laufe der Verhandlung überlegte er es sich allerdings anders - wohl in Hinsicht auf die strafmildernde Auswirkung eines Geständnisses. Das angebotene Kokain hätte der Nordmazedonier nicht auftreiben können.
Vertrauensperson stellte Kontakt her
Im vergangenen Jänner vermittelte eine Vertrauensperson der Polizei den verdeckten Ermittler an den Angeklagten. Beim Bowling handelten der Angeklagte und der Ermittler einen Deal aus: Ein Kilogramm Kokain würde er ihm um 30.000 Euro verkaufen.
Ein Kilogramm Kokain bot der Angeklagte dem verdeckten Ermittler an.
Dies sei nur ein Erstgeschäft, hätte der 37-Jährige dem Ermittler laut dessen Zeugenaussage mitgeteilt. Sollte alles glattgehen, könne er ihm noch weit größere Mengen des Suchtgiftes verschaffen.
Ein paar Tage später sollte der Nordmazedonier seinem vermeintlichen Kunden den Kokain-Ziegel übergeben. Die beiden trafen sich bei einer Tankstelle in St. Pölten. Die Ware hatte der Mann aber nicht dabei. Es sei ihm nicht gelungen, mit seinem Lieferanten in Kontakt zu treten. Wer diese Kokainquelle ist, könnte oder wollte der Angeklagte in der Verhandlung nicht näher erläutern.
Spielsucht und Eigenkonsum finanziert
Wegen seiner Spielsucht ist der Angeklagte hoch verschuldet.
Erfolgreich verkauft haben soll der Angeklagte außerdem weitere 150 Gramm Kokain. In der polizeilichen Vernehmung hatte er das schon zugestanden, doch in der Verhandlung beteuerte er, es seien nur 50 Gramm gewesen. Dieser Verantwortung schenkte der Richter allerdings keinen Glauben.
Der Grund dafür, warum er mit Suchtgift handelte, sei vor allem, um sich seinen Eigenkonsum zu finanzieren. Außerdem gab der Nordmazedonier an, er sei spielsüchtig. Deswegen hätte er auch Schulden in der Höhe von 140.000 Euro.
Seit seiner Festnahme im März diesen Jahres befand sich der Nordmazedonier in Untersuchungshaft. Im Gefängnis wird er wohl noch eine Weile länger bleiben müssen, denn er wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.
Das Geld, das der Mann mit Suchtgifthandel verdient hat, wurde außerdem für verfallen erklärt. Das Gericht ging davon aus, dass er 150 Gramm Kokain um zumindest 50 Euro pro Gramm verkauft hat. Er muss also eine Summe von 7.500 Euro zahlen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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