St. Pölten
Weil sie mit einem Mann befreundet war: 35-Jähriger attackierte seine Schwägerin
- Der Angeklagte schlug sowohl seiner Schwägerin, als auch seinem Schwager ins Gesicht.
- Foto: Dan Burton/Unsplash
- hochgeladen von Katharina Schrefl
In der türkischen Kultur sei Freundschaft zwischen Männern und Frauen nicht richtig, begründete ein St. Pöltner seinen Ausraster. Wegen Körperverletzung musste er sich vor Gericht verantworten.
ST. PÖLTEN. "Ich bereue es, es tut mir sehr leid", so ein 35-Jähriger, der wegen Körperverletzung angeklagt war. Er hätte sich zu sehr in einen Familienstreit eingemischt, meinte er in der Verhandlung am Landesgericht St. Pölten.
Eigentlich hätte er mit der Schwester seiner Ehefrau gar nicht streiten wollen, sondern nur reden. Doch im vergangenen Mai eskalierte die Lage: Er gab ihr eine Ohrfeige. Der Bruder der Frau wollte dazwischengehen, woraufhin der Angeklagte ihn beim Hals packte. Daraufhin versetzte der Mann dem Angeklagten einen Schlag ins Gesicht und die beiden gingen zu Boden.
- Die Verhandlung fand am Landesgericht St. Pölten statt.
- Foto: Katharina Schrefl
- hochgeladen von Katharina Schrefl
Der Viehofener hielt seine Schwägerin währenddessen an den Haaren fest und zerrte sie mit nach unten. Daraufhin soll er mehrmals ihren Kopf gegen den Boden geschlagen haben, sagte die Zeugin vor Gericht aus. Er hätte ihr auch die Ohrringe ausgerissen.
Die Ehefrau des Angeklagten wollte ebenfalls einschreiten. Er hätte sie daraufhin am Hals gepackt und gegen die Wand gedrückt.
- Der Angeklagte konnte nicht akzeptieren, dass seine Schwägerin mit einem Mann befreundet war.
- Foto: pixabay / ua_Bob_Dmyt_ua
- hochgeladen von Katharina Schrefl
Motiv "völlig weltfremd"
Als Grund für sein aggressives Verhalten nannte der Angeklagte, dass er die 27-Jährige erwischt hatte, wie sie per Handy in Kontakt mit einem Mann war. Es sei "nicht richtig bei uns", dass Frauen und Männer befreundet sind. Der 35-Jährige bezog sich dabei auf seine türkische Kultur. Außerdem hätte er Depressionen und zu der Zeit seine Tabletten nicht genommen.
Dass der Angeklagte der 27-jährigen Schwester seiner Frau verbieten wollte, Kontakt mit einem Mann zu haben, bezeichnete der Richter als "völlig weltfremd".
- Freundschaft zwischen Männern und Frauen sei "nicht richtig" in der türkischen Kultur.
- Foto: Markus Spitzauer
- hochgeladen von Katharina Schrefl
Gemeinnützige Arbeit
Die drei Geschwister forderten von dem Angeklagten kein Schmerzengeld. Nur bloß keinen Kontakt mehr zu dem Angeklagten wollen dessen Schwägerin und Schwager. Auch seine Ehefrau erklärte ihre Absicht, sich von dem Viehofener scheiden zu lassen.
Da der türkische Staatsbürger noch nicht vorbestraft war, bot der Richter ihm einen Tatausgleich an. Er muss 80 Sozialstunden leisten, dann wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft stimmten der Diversion zu.
Das könnte dich ebenfalls interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.