Sternenkinder und Frühgeborene: "Gefühlsboxen" für Eltern

Auch ein Buch haben Bianca Hirn und Julia Schoder geschrieben.
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ST. PÖLTEN. „Man fühlt sich oft hilflos gegenüber Eltern“, erklärt uns Bianca Hirn, eine diplomierte Kinderkrankenpflegerin aus St. Pölten. Sie ist auf einer Intensivstation für Früh- und Neugeborene tätig und musste lernen, auch mit den negativen Momenten, wie etwa dem Tod eines Kindes, umzugehen. „Wenn man selber Mutter ist, setzt man sich noch intensiver damit auseinander, was Eltern in dieser Zeit fühlen. Ich bin dadurch noch sensibler geworden und finde es sehr wichtig, Eltern mit viel Einfühlungsvermögen gegenüberzutreten“, so Hirn. Ihre Schwester Julia Schoder, die ebenfalls als Kinderkrankenpflegerin tätig ist, stimmt ihr zu. „In solchen Situationen fehlen mir auch nach jahrelanger Berufserfahrung oft die Worte“, führt Schoder fort.

Emotionale Unterstützung

„Wenn Babys in einer sehr frühen Schwangerschaftswoche geboren werden, ist es anfangs oft ungewiss, wie es um die Frühgeborenen steht und ob sie es überhaupt schaffen“, so die Schwestern. „Frühchen und kranke Neugeborene werden von Ärzten und Pflegepersonen oft über einen langen Zeitraum versorgt.
Auch wenn man versucht, die Eltern so viel wie möglich in den Pflegeprozess miteinzubeziehen, um ihre Rolle als Mutter und Vater zu stärken, sollten Eltern nebenbei auch für sich selbst emotionale und therapeutische Unterstützung erlangen, damit sie bestärkt und ermutigt diese Zeit erleben“, meint Hirn.

Aufgrund der vielen Erlebnisse haben sich die beiden Schwestern dazu entschlossen, etwas zu entwickeln, was Paare nach einer erschwerten Lebenslage oder nach dem Verlust eines Kindes helfen soll. Entstanden ist ein Konzept namens „meinwinzling“ für alle Eltern von Frühgeborenen, kranken Kindern und Sternenkindern.

Dazu haben sie Unterstützungsmaterialien in Form von Kartenboxen entwickelt, die den Schwerpunkt auf emotionale und therapeutische Hilfe, Traumaverarbeitung und Trauerbegleitung legen. „So legen beispielsweise unsere Gefühlsboxen großes Augenmerk darauf, dass Eltern mit all ihren Empfindungen in Kontakt treten dürfen, nicht nur mit den negativen, sondern auch mit ganz vielen positiven Gefühlen. Das Bewusstsein auf die positiven Gefühle zu lenken, ist in diesen Lebenslagen sehr wichtig, weil dadurch Mut und Zuversicht entstehen kann“, so Schoder. Für ihr Projekt gründeten sie einen Verlag und ein gemeinsames Unternehmen. „Wir setzen sehr auf Nachhaltigkeit und vertrauen auf die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, um beste Qualität für unsere Produkte zu gewährleisten“, so die beiden Gründerinnen.

Zur Sache

2016 wurden in Niederösterreich 15.424 Babys lebend geboren. 16.961 Kinder sind während des ersten Lebensjahres verstorben. (Quelle: WKO)

Auch ein Buch haben Bianca Hirn und Julia Schoder geschrieben.

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