St. Pölten Hochwasser
Wie der Süden St. Pöltens einen neuen See und Schutz erhält

Bürgermeister Matthias Stadler bei der Präsentation des Projekts mit Hydrologe Hannes Gabriel. | Foto: Tanja Handlfinger
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Hochwasserschutz soll Zusatznutzen bringen: Renaturierung der Traisen, Retention und einen „Südsee“.

ST. PÖLTEN. Das Hochwasserschutzprojekt im Süden St. Pöltens soll die Traisen aus ihrer Enge befreien, sie revitalisieren und mit dem „Südsee“ zugleich neuen Erholungsraum schaffen. Bürgermeister Matthias Stadler und Hydrologe Hannes Gabriel geben ein Update zum Projekt, welches 2020 für 10 bis 15 Jahre angesetzt wurde.

Pläne sind fertig

"Wir haben bereits etliche Grundstücke erworben, rund 45 Hektar. Doch wir werden jetzt auch Grundstücke tauschen. Unser Ziel ist es 70 bis 75 Hektar für das Projekt zur Verfügung zu haben, um die maximale Wirkung erzielen zu können", erklärt Stadler. Hannes Gabriel (Donau Consult) stellte das Vorhaben in seinen Grundzügen vor: "Der Bereich westlich der Altmannsdorfer Wehr ist seit der Regulierung im Jahr 1910 stark eingeengt. Davor war die Traisen ein wilder Fluss mit breiten Retentionsflächen, in denen Hochwasser Platz hatte, sich auszubreiten und abzuschwächen." Dort möchte man wieder hin. "Unser Ziel ist es, dass wir bis zu 300 Meter Bettbreite herstellen, damit die Traisen wieder Platz hat", so Gabriel. Die Aufweitung ist etwa bis zum Steg in Windpassing geplant.

So entsteht der Südsee

"Zusätzlich ist im Bereich der Werksbäche bei der Altmannsdorfer Wehr eine großflächige Abgrabung vorgesehen, um Retentionsraum zu schaffen", erklärt der Hydrologe. Die Abgrabung wird so tief sein, dass sich ein grundwassergespeister See bildet – der Südsee. "Er soll etwa halb so groß wie der Viehofner See werden. Retention und Natürlichkeit stehen klar im Vordergrund", so Gabriel weiter.

Schutz des Trinkwassers

Das Projektgebiet liegt im Schongebiet des Wasserwerks St. Pölten. Die Planungen werden von umfassenden Grundwassermodellen begleitet. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen: Die Traisen wirkt als hydraulische Barriere, mögliche Verunreinigungen aus dem See würden das Trinkwasser nicht beeinträchtigen. Das Verfahren ist komplex, Gutachten und Behördenprüfungen werden entsprechend penibel durchgeführt.

Infos auf einen Blick:

  • Das Projekt umfasst drei Säulen: Renaturierung der Traisen, Retention, Naherholungsgebiet
  • Radweg: am äußeren Rand des Renaturierungsgebiets geführt
  • Südsee: halb so groß wie der Viehofner See werden
  • Die Stadt besitzt 45 Hektar Grundstücke, Ziel für das Projekt sind 70-75 Hektar
  • Durch das Projekt wird die Traisen entschleunigt und bekommt mehr Platz im Falle eines Hochwassers

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