21.11.2016, 14:35 Uhr

Christbaum fordert harte Arbeit

Drei Generationen Christbaum-Experten: Franz, Gabriel und Christian Kalteis inmitten ihrer Bäume.

Noch sind die Nordmanntannen nicht gefällt: Christbaumbauer Christian Kalteis führt durch seine Kultur.

BEZIRK ST. PÖLTEN (bt). Das heurige Jahr war ein gutes für Österreichs Christbäume. Mit 2,35 Millionen Stück können heimische Christbaumauern beinahe 90 Prozent des Landesbedarfs decken. Dazu trägt auch Christian Kalteis aus Ochsenburg bei. Etwa 1.000 Bäume finden jährlich den Weg von seinen Feldern in die Wohnzimmer des Bezirks. Gekennzeichnet mit der Herkunftsschleife der Niederösterreichischen Christbaumproduzenten. Ein Indiz dafür, "dass die Wertschöpfung in der Region bleibt."

Nordmanntanne ist der Renner

90 Prozent der von der Familie Kalteis verkauften Bäume sind Nordmanntannen. Bei den Kunden beliebt, da ihre Nadeln nicht stechen. Die ebenfalls gepflanzte Blaufichte kann da nicht mithalten. "Wir haben auch andere Sorten probiert, aber die werden nicht angenommen", weiß Kalteis.
Begonnen hat das Geschäft rund um die Weihnacht vor 20 Jahren. "Aufgrund der ungünstigen landwirtschaftlichen Situation hat sich mein Vater für ein zweites Standbein entschieden." Der Gewinn pro verkauftem Baum ist unbekannt, aber: "unterm Strich geht es sich jedes Jahr aus."

Wie beim Heurigen

Die Bäume pflanzen und sie irgendwann fällen, um sie als Christbaum zu verkaufen, spiegelt nicht annähernd die wirklich investierte Arbeit wieder. "Ausmähen, ausmähen, ausmähen, korrekturzwicken und wieder ausmähen", lacht Kalteis, der seinem Vater Franz für die Unterstützung mit Herzblut dankbar ist. Generell läuft es im Familienbetrieb "wie bei einem Heurigen, da müssen alle zusammenhelfen." Auch die Söhne im Volksschulalter, die bereits für die Bäume, aber besonders für das Kassieren brennen.


Mondbäume sind länger grün

"Wir hätten gerne mit dem Schneiden angefangen", sagt der Christbaumbauer zwei Tage nach dem Supervollmond. Jedoch war es zu nass. Was es mit Mondbäumen auf sich hat? "Sie halten schon länger. Der eine schwört darauf, der andere weniger." Die Familie Kalteis versucht jeden Geschmack zu treffen, indem sie beides anbietet.

Verkaufswochenende weniger

Grundsätzlich geht es den Bäumen aber Ende November an den Kragen, denn schon zu Maria Empfängnis, verkauft die Familie ab Hof, in St. Georgen, in Völtendorf und Wilhelmsburg. „Im Stadtgebiet von St. Pölten dürfen die Christbaumbauern erst ab 12. Dezember ihre Stände aufbauen", so Franz Raith, Obmann NÖ Christbaumbauern. Der Heilige Abend fällt heuer auf einen Samstag. Damit bleibt ein Wochenende weniger, um zu verkaufen. „Wer in Ruhe aussuchen möchte ist gut beraten, möglichst früh zum Christbaumbauern seines Vertrauens zu gehen.“

Zur Sache:

Zimmerhohe Bäume, etwa 2,20 bis 2,40 Meter, sind bei uns die beliebtesten. Bis diese Größe erreicht ist, dauert es etwa 10 Jahre. Je langsamer gewachsen, desto schöner. Bei zehn bis 35 Euro pro Laufmeter liegt der preisliche Richtwert. Eine Million der heimischen Christbäume stammen aus Niederösterreich.

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