Bertholdsaal gekauft
Die Mission am Dürnbach ist geglückt

Ein Teil des Projektteams nach Vertragsunterzeichnung: Stefan und Michael Hagauer, Ludwig Mayr und Jürgen Aigner (v. l.).
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  • Ein Teil des Projektteams nach Vertragsunterzeichnung: Stefan und Michael Hagauer, Ludwig Mayr und Jürgen Aigner (v. l.).
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Kaufvertrag unterschrieben: Umbaustart im „Bertholdsaal, Raum für Kultur“ in Weyer. 

WEYER. Ganz schön warm für diesen Freitag im Februar. Während sich etwas unterhalb, kurz vor dem Marktplatz, die Lkws den Weg durch Weyer bahnen, werden weiter oben beim Bertholdsaal gerade die Sessel nach draußen an die Hausmauer gestellt. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages verstärken das breite Grinsen der Herrschaften, die sich hier ein Platzerl richten, nur noch mehr. Seit wenigen Stunden ist das Team – der „Trägerverein Bertholdsaal“ – stolzer Besitzer des kulturellen Treffpunkts. Der Pfarre hat man den renovierungsbedürftigen Bertholdsaal abgekauft.

Kulturverein Frikulum

Seit 1997 ist das Gebäude ein Treffpunkt für den Kulturverein Frikulum und die Katholische Jugend Weyer, ebenso beherbergt es zwei Proberäume. Auch viel früher habe es hier bereits Theateraufführungen und mehr gegeben.
Jetzt, wo der Bertholdsaal gekauft wurde, kann umgebaut werden. Möglich macht das ein Crowdfunding, das der Trägerverein 2017 gestartet hat. Grundsätzlich geht es bei einem Crowdfunding darum, dass eine Vielzahl an Menschen – die „Crowd“ – ein Projekt finanziell trägt. Es basiert auf dem „alles-oder-nichts-Prinzip“: Kommt die vorab gesteckte Zielsumme nicht zusammen, erhält die Crowd ihr Geld zurück.

Mehrere hundert Personen unterstützten Crowdfunding

105.000 Euro haben die Ehrenamtlichen rund um Jürgen Aigner, Guenter Ebmer, Ludwig Mayr, Markus Sandner, Hannes Mayerhofer, Hannes Merkinger, Stefan und Michael Hagauer für ihre Herzensangelegenheit bei dieser Gruppenfinanzierung sammeln können. Mehr als 400 Personen haben den Trägerverein in der Erhaltung des Veranstaltungszentrums unterstützt. Die Message des Vereins: „Der Bertholdsaal soll bleiben wie er ist – es gehört halt etwas adaptiert und nach '2019' geholt“, ist man sich einig. 

Hier spielt sich Leben ab

Nicht nur kulturell hat der Bertholdsaal vieles auf Lager –  gerade im Drei-Bundesländer-Eck Weyer halte er vor allem die „Leut' emotional und auch in ihrem Tun hier“, findet Michael Hagauer aus Großraming.
„Sozial“ hat der Bertholdsaal schon einges leisten können: Michaels Bruder Stefan Hagauer absolvierte sein Maturaprojekt im Bertholdsaal, was sich später als prägend für seinen beruflichen Werdegang herausstellen sollte.
Oder: Während die Ennstaler Werbung für ihr Crowdfunding am Weyrer Bauernmarkt machten, erzählte ihnen ein älterer Weyrer, dass er als Kind im Bertholdsaal Theater gespielt hatte. Weil er wollte, dass das Zentrum weiterhin besteht, beteiligte er sich am Crowdfunding.
Oder das Mädchen, das während wir vor dem Bertholdsaal in der Sonne sitzen, vorbeispaziert und lautstark grüßt. „Bertholdsaal – the next Generation. Hat schon oft bei uns mitgeholfen“, wird mir schmunzelnd erklärt.

Gefördertes Leader Projekt

Mit den 105.000 Euro als gute Basis konnte sich der Trägerverein eine Förderung der Leader Region Traunviertel sichern. Die erste Umbauphase soll heuer im Mai starten. In den nächsten zwei Jahren will man alles Notwendige erledigen. Die Winter über soll der Bertholdsaal aber für Konzerte bespielbar sein. Speziell die Nutzung durch Schulen liegt dem Trägerverein in der Zukunft am Herzen. Bleiben soll vor allem der “Flair“ der Gemäuer: „Wir wollen keinen übertriebenen Schnickschnack. Das Konzept dahinter muss nicht neu erfunden, nur weiterentwickelt werden. Der Bertholdsaal soll nach dem Umbau so 'benutzbar' bleiben wie er es bisher war. Umgemünzt auf das Jahr 2019 halt“, so Jürgen Aigner.

Frikulum Frühjahrsprogramm im Bertholdsaal

Sa., 2. März, Fuckhead, Support: Tom & Tina
So., 3. März, Naturkosmetik Workshop mit Valerie Jarolim
Fr., 8. März, #female pleasure, Filmzuckerl
Sa., 23. März, Soulfly, DJ Line: Alternative, Punk, Metal, Rock
Sa., 6. April, Politiktheater „Alles kann passieren!“
So., 5. Mai, Kräuterwanderung mit Valerie Jarolim
Sa., 11. Mai, Gedenkfeier Todesmarsch, Wanderung zur Einweihung der neuen Gedenktafel, Weyer Marktplatz
Weitere Infos & Kontakt
Alle weiteren Infos zum Frikulum-Programm auf frikulum.at, auf der Facebookseite des Bertholdsaals sowie auf www.bertholdsaal.at

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