02.10.2014, 00:00 Uhr

Schloss Losensteinleiten als Asylheim?

Schloss Losensteinleiten in Wolfern, einst im Besitz der Auersperg, ist ein Insolvenzfall. (Foto: Privat)

Syrische Flüchtlinge möchte das Rote Kreuz OÖ im Schloss Losensteinleiten einquartieren.

WOLFERN. Der Plan des Roten Kreuzes, Flüchtlinge aus Syrien im weitläufigen Schloss Losensteinleiten unterzubringen, scheint derzeit in weite Ferne gerückt. Bei einer behördlichen Begehung im Sommer hatte sich herausgestellt, dass das denkmalgeschützte Gebäude weder die baulichen noch die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt.

Konkurs-Verhandlung am 7. Oktober
Das 1550 errichtete Haus ist seit 1997 im Besitz der REWO Residenzen und Wohnheime GmbH. Es wird seit vielen Jahren – illegal, weil ohne entsprechende Widmung – als privates Wohn- und Pflegeheim „St. Kamillus“ geführt. „Es war als Bildungs- und Wohnheim konzipiert und wurde schleichend zu einem Altenheim“, sagt Wolferns Bürgermeister Karl Mayr. Mittlerweile ist das Heim selbst zum „Pflegefall“ geworden, steht doch am kommenden Dienstag, 7. Oktober, die Konkursverhandlung auf dem Plan des Steyrer Landesgerichts. Der hohe Kaufpreis und die geringe Auslastung dürften zum wirtschaftlichen Kollaps geführt haben. Die Zukunft des Schlosses ist ungewiss. REWO-Geschäftsführer Michael Plocek war zu keiner Stellungnahme bereit. „Wir müssen erst das Sanierungsverfahren abwarten“, erklärte er auf Anfrage.

Antrag auf Umwidmung
„Wir haben einen Antrag auf Umwidmung bekommen, das ist eine Sache des Gemeinderats“, räumt Ortschef Mayr ein. Der Rechtsweg könnte ein langer werden. Bis alle Auflagen erfüllt seien, könnten viele Monate vergehen, so Mayr. Ganz abgesehen davon, wie das Konkursverfahren endet.

Beschämender Umgang mit Flüchtlingen
Steyrs Rot-Kreuz-Chef Urban Schneeweiß wirft sich für die Flüchtlinge auf die Schienen. „Das Heim in Losenstenleiten würde passen und wäre binnen weniger Wochen bezugfertig“, ist er sich sicher. Doch der Ball liege bei der Gemeinde. „Es gibt niemanden, der sich eine Entscheidung fällen traut.“ Schneeweiß: „Der eigentliche Skandal ist, dass das Heim jahrelang ohne gültige Bescheide geführt wurde.“ Generell beschämend sei es, wie wir Österreicher uns Flüchtlingen gegenüber verhalten, sagt der Allgemeinmediziner.
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