Nachspiel nach Unfall
Betonmischer soll illegal gefahren sein, Protest der Bürgermeister
- Mit dem PV Wipptal war vereinbart, dass Materialtransporte zur Baustelle Luegbrücke über die A13 erfolgen. Die Asfinag zieht dafür aber die Anschlussstelle Matrei heran.
- Foto: Pernsteiner
- hochgeladen von Tamara Kainz
Der Vorfall mit einem umgekippten Betonmischwagen in Steinach hat ein Nachspiel: PV-Obmann-Stv. Karl Mühlsteiger prangert eine "illegale Fahrt auf der Brennerstraße" an. Die Asfinag dementiert den Vorwurf. Die Wipptaler Bürgermeister lehnen Materialtransporte zur Baustelle Luegbrücke über das niederrangige Straßennetz ab. LH Mattle initiiert Fachleute-Treffen.
STEINACH/GRIES. Am Montag kippte in Steinach-Stafflach ein Betonmischer um, was eine stundenlange Sperre der Brennerstraße mit sich brachte (wir berichteten). Der stellvertetende Wipptaler PV-Obmann Bgm. Karl Mühlsteiger weist dazu heute in einer Aussendung darauf hin, dass der Laster dort eigentlich gar nicht unterwegs sein hätte dürfen: "Auf diesem Streckenabschnitt der B182 besteht aktuell ein Fahrverbot für Lkw gemäß einer Verordnung der Bezirkshauptmannschaft aus dem Jahr 2000."
Thematik hat längeres Vorspiel
Laut seinen Angaben hat die betroffene Transportfirma im Oktober bei der BH-Innsbruck um eine Ausnahmegenehmigung für die Benützung der Brennerstraße von Schönberg bis zur Baustelle Luegbrücke angesucht. Eine Entscheidung gäbe es bisher nicht. "Begründet wird das Ansuchen allen Ernstes mit dem Transport verderblicher Güter", ärgert sich Mühlsteiger. Auf Nachfrage der BH hätten seine Gemeinde Gries, sowie Steinach und Matrei daher noch im selben Monat postwendend "dringend darum gebeten, besagtes Ansuchen abzulehnen".
Vereinbarung sieht anders aus
Wipptals PV-Obmann und VP-Verkehrssprecher Bgm. Florian Riedl bestätigt das: "Im Planungsverband bearbeiten wir das Thema der Betontransporte zur Luegbrücke seit November. Mit der Asfinag war vereinbart, dass sämtliche Transporte zur Baustelle über die Autobahn verkehren. Dieses Versprechen muss eingehalten werden! Leider befahren Lkw aber immer wieder das niederrangige Straßennetz – obwohl es auf der Brennerautobahn zuletzt keine Stauentwicklungen gab. Es kann nicht sein, dass wir in der Region wieder die Leidtragenden sind, damit an anderen Stellen Kosten eingespart werden können! Es geht um die Sicherheit unserer Kinder, der Senioren sowie der gesamten Bevölkerung." Die Bedenken wurden diese Woche mit der Bitte um Unterstützung auch in einem gemeinsamen Schreiben an LH Anton Mattle und Bezirkshauptfrau Kathrin Eberle untermauert. Es wurde von allen Wipptaler Ortschefs geschlossen unterzeichnet.
Weitere Blockade angedroht
"Soll eine schriftliche Ablehnung eventuell sogar so lange wie möglich verzögert werden?", fragt sich Mühlsteiger derweil, da seit dem Ansuchen um die Ausnahmegenehmigung nun schon mehr als drei Monate vergangen sind. Der stellvertretende Wipptaler PV-Obmann führt abschließend noch einmal ins Treffen: "Dieses Fahrzeug war unter bewusster Missachtung der bescheidmäßigen Vorgaben unterwegs. Sollte nicht umgehend Klarheit für die Betontransporte geschaffen werden, werden wir eine weitere Kundgebung – diesmal auf der B182 beantragen –, um ein deutliches Zeichen zu setzen, dass die Wipptaler Bevölkerung solche Vorgangsweisen auf gar keinen Fall akzeptieren wird."
LH Anton Mattle initiiert Zusammenkunft
LH Anton Mattle: „Wir werden Lösungen einfordern und unterstützen.“ Der Landeshauptmann hat die zuständigen Stellen im Land bereits beauftragt, sich mit den Vertretern der Asfinag und den ausführenden Baufirmen zusammenzusetzen und dahingehende Vorschläge zu prüfen. Mattle: "Wie von der Asfinag gegenüber der BH-Innsbruck zugesagt, soll vorrangig die A13 für Baustellentransporte verwendet werden. Hierzu könnten Fahrten über die Anschlussstelle Brenner-Nord abgewickelt werden, um die lokale Bevölkerung im Wipptal zu entlasten. Auch die Benützung des Saxener Tunnels, der bereits für die BBT-Baustelle genützt wird, könnte für die Zu- und Abfahrten zur Baustelle Luegbrücke eine partielle Verbesserung bringen und soll in die Überlegungen miteinbezogen werden. In einem Termin mit den Fachleuten sollen technische, organisatorische und rechtliche Fragen geklärt werden."
Asfinag: "Klar im Rahmen der Bewilligung"
Die Asfinag verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass besagter, verunfallter Lkw die Fahrt mit allen notwendigen Genehmigungen durchgeführt hat: "Die Materialtransporte für die Wiederrichtung der Luegbrücke erfolgen großteils über die Autobahn-Anschlussstelle Matrei – und dann über die Brennerstraße zur Baustelle. Somit verwehren wir uns ganz klar gegen die Aussage, dass es sich dabei um eine illegale Fahrt gehandelt hat." Eine Anlieferung von Material direkt bis zur Baustelle rein über die Autobahn sei schlichtweg nicht möglich, heißt es weiters: "Die Errichtung erfolgt vom Tal aus." Und Transporte über die A13 bis zur Anschlussstelle Brenner-Nord seien nur in einer untergeordneten Größenordnung vorgesehen, erklärt die Asfinag, weil: "Aufgrund der Stausituation im Bereich der Luegbrücke birgt die Anlieferung hier ein immens hohes Risiko, dass der Beton aufgrund der längeren Dauer nicht mehr verwendet werden kann." Aktuell gäbe es rund 30 Fahrten pro Tag zur Baustelle, so die Asfinag.
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