Stubai Cup
Nach 30 Jahren ist erst mal Pause

Bilder wie diese gingen bisher – wenigstens in der Gleitschirmszene – um die Welt.
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  • Bilder wie diese gingen bisher – wenigstens in der Gleitschirmszene – um die Welt.
  • Foto: Armin Kuprian
  • hochgeladen von Tamara Kainz

Immer schärfere Sicherheitsauflagen seitens der Behörden veranlassen die Veranstalter des Stubai Cup – wenigstens vorerst – die Notbremse zu ziehen.

NEUSTIFT (tk). In jedem der vergangenen 30 Jahre trafen sich Gleitschirmpiloten und Hersteller im Stubai. Das dreitägige Event war europaweit eines der größten seiner Art und lockte regelmäßig gut 2.000 zusätzliche Gäste ins Tal. "Der Stubai Cup markierte den Saisonstart und war für die Szene ein wichtiger Treff", weiß Monika Eller, Inhaberin der Flugschule Parafly. Sie und ihre Tochter Florina veranstalteten das Event gemeinsam mit Norbert Volderauer vom Club Parafly Neustift. Für 2019 musste das Organisationsteam den Stubai Cup schweren Herzens absagen: "Das geforderte Sicherheitskonzept ist so umfangreich, das können wir nicht mehr bewerkstelligen."

2018 noch "Kopf hingehalten"

Erst vier Tage vor dem 2018er-Termin flatterte ein ähnlicher Bescheid ins Haus. Trotz der Kürze der Zeit hat man damals noch ein umfangreiches Sicherheitskonzept vorgelegt und den Stubai Cup durchgezogen. Heuer will man dieses Risiko nicht mehr eingehen. Auch, weil die Auflagen nun nochmals höher sind. Laut Vorgaben sollten die Organisatorinnen etwa alle Piloten bei Start und Landung registrieren. Praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, wissen Florina und Monika Eller: "Bei einem Wettbewerb kann man das machen, okay. Der Stubai Cup hatte aber eher Messecharakter. Piloten kamen, um Neuheiten zu testen – und flogen, wann und von wo und natürlich auch wohin sie wollten." Zwar hielten sich die meisten an die strikten Sicherheits- und Flugregeln, aber es gibt eben immer einige, die ausscheren: "In der Luft herrscht eine gewisse Anarchie, da haben wir niemanden mehr in der Hand", wissen die Damen.

"Herbe Pille"

Problematisch ist das insbesondere vor dem Hintergrund der – ebenfalls neu ausgelegten – Veranstalterhaftung. Den aktuellen Vorgaben zufolge hätte Monika Eller persönlich und unbeschränkt haften müssen, während früher der Club oder die Flugschule als öffentlicher Veranstalter und mit beschränkter Haftung akzeptiert wurde. Und zuguterletzt geht es auch um die Kosten: So dürften zum Beispiel Parkplatzeinweiser diese Aufgabe erst übernehmen, nachdem sie einen entsprechenden Kurs beim Land absolviert haben.

Verständnis ja, aber ...

"Vermutlich will sich das Land mit der Forderung nach solch aufwändigen Sicherheitspaketen einfach selbst absichern. Das ist generell ja auch nicht schlecht, aber für den Stubai Cup bedeutet das das vorläufige Aus", sprechen die Damen von einer "herben Pille". Der Betrieb in der Flugschule läuft aber wie gewohnt weiter: "Existenziell war die Traditionsveranstaltung für uns nicht. Uns ging es mehr darum, den Ruf des Stubais als Mekka für Gleitschirmflieger zu pflegen und vielleicht etwas Umwegrentabilität zu lukrieren."

Neukonzipierung

In diesem Sinne denken die Ellers auch noch lange nicht ans Aufgeben! Geht es nach ihnen, wird "die Legende" nur "pausieren": "Wir prüfen verschiedene Möglichkeiten, um das Testival 2020 wieder durchführen zu können. Vielleicht in anderer Form oder verkleinert, wir werden sehen." Wünschenswert wär's!
Weiterführende Links: www.meinbezirk.at

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