Stubai/Wipptal
Nach Aus für Windräder am Gleinserberg atmen Gegner auf
- Geplant waren mehrere Anlagen im unmittelbaren Nahbereich zu den beliebten Naherholungsgebieten Gleinser Mähder und Eulenwiesen.
- Foto: AV Matrei
- hochgeladen von Tamara Kainz
Wie berichtet, hat die Gemeinde Schönberg das Windkraftprojekt am Gleinserberg aus wirtschaftlichen Gründen abgeblasen. Einige Reaktionen.
STUBAI/WIPPTAL. Augrund der sensiblen ökologischen Gegebenheiten vor Ort brachten sich u.a. alle Alpenvereinssektionen des Wipp- und Stubaitales in die Diskussion ein. Hans Pittracher vom AV Steinach begrüßt das Aus für die Windräder in Schönberg: „In der Errichtung von industriellen Großwindkraftanlagen am vorgesehenen Standort sahen wir die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes gefährdet. Die Entscheidung der Gemeinde bildet die Grundlage dafür, dass auch zukünftigen Generationen eine intakte Bergwelt und Natur um den Gleinserberg weitergegeben werden kann.“
Alpenverein will wachsam bleiben
Kathrin Herzer vom AV Stubai sieht in der Entscheidung auch einen Aufruf zum sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen: "Wenn wir solch schöne und ökologisch wichtigen Gebiete erhalten wollen, müssen wir unseren ökologischen Fußabdruck endlich verkleinern." Clemens Brandstötter vom AV Matrei sieht das Projektaus ebenfalls positiv und weist darauf hin, dass erneuerbare Energien natürlich ausgebaut werden müssen, jedoch mit Maß und Ziel: "Ein Ausbau bitte nur dort, wo dieser volkswirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vertretbar vonstatten gehen kann. Wie die Gemeinde Schönberg erkannt hat, wäre dies bei Windkraftanlagen am Gleinserberg nicht gegeben gewesen", so Brandstötter. Er kündigt zugleich an, dass "man weiterhin ein wachendes Auge auf die Entwicklungen zur Windkraft in der Region haben werde": "Jedes Projekt muss für sich betrachtet werden. Sollte man wieder mit einem an einem besonders sensiblen Standort im Wipp- oder Stubaital konfrontiert sein, werde man nicht zögern, sich neuerlich am öffentlichen Diskurs zu beteiligen..
Renzler: "Sieger ist die Natur"
Neben den Alpenvereinssektionen hatte sich auch die Jägerschaft kritisch zum Projekt geäußert. „Das Gebiet um die Hirschlacken bleibt als wertvoller Lebensraum unbeeinträchtigt. Über Jahre wurde hier ein Jagdrevier mit viel Liebe gepflegt – es ist ein Rückzugsort für Rot- und Auerwild“, freut sich Bezirksjägermeister Thomas Messner aus Gschnitz. Auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung wurden im Laufe der Zeit häufiger. Immer wieder hat sich Martin Renzler aus Gries zu Wort gemeldet. Jetzt meint er: „Als Sieger geht die Natur hervor. Die Entscheidung von Schönberg zeigt auch, dass Erkenntnisse zu Windkraftanlagen aus dem Flachland nicht 1:1 in den alpinen Raum übertragen werden können. Bei vielen Standorten wären sowohl der finanzielle Aufwand als auch der Eingriff in die Natur ungemein größer. Windkraftanlagen auf den Bergen eines schmalen Tales errichten zu wollen, welches u.a. durch den Verkehr über alle Maßen belastet ist, stößt natürlich auf Widerstand.“
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