Neuaufstellung
Sozialsprengel Stubai wird zu "Soziale Dienste Stubaital"

Der künftige Geschäftsführer der "Sozialen Dienste Stubaital", Ivo Habertitz mit GSP-PDL Claudia Schlögl und Katharina Ferchl | Foto: Kainz
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  • Der künftige Geschäftsführer der "Sozialen Dienste Stubaital", Ivo Habertitz mit GSP-PDL Claudia Schlögl und Katharina Ferchl
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Damit die Stubaier weiterhin gut altern können, werden bestehende Strukturen überarbeitet. Konkret soll in einem Jahr dazu ein neuer Gemeindeverband starten.

STUBAI. "Bei dieser Neuaufstellung geht es explizit nicht um die Damen und Herren im täglichen Dienst und in der täglichen Betreuung. Sie leisten hervorragende Arbeit. In der Struktur müssen wir aber auf einen ordentlichen Letztstand kommen", stellt PV-Obmann Daniel Stern klar und definiert: "Wir streben im Sozial- und Gesundheitssprengel Stubai eine Änderung der Gesellschaftsform in Richtung eines Gemeindeverbandes an. Dieser Schritt wiederspiegelt auch das Ergebnis eines von der Landesregierung begleiteten Workshops vom Juli diesen Jahres, an dem Vertreter aller fünf Talgemeinden teilgenommen haben.

Neuaufstellung

Der Fahrplan sieht nun so aus, dass die Funktionsperiode des aktuellen Vorstands mit Ende Mai 2026 endet. Mit 1. Jänner 2027 soll die Umwandlung des Vereins in den neuen Gemeindeverband abgeschlossen sein. Dazu gehört auch die Überführung aller Mitarbeiter des aktuellen GSP Stubai in die künftigen "Sozialen Dienste Stubaital". Die Verbandsanteile werden entsprechend dem Einwohnerschlüssel aufgeteilt. Interimistischer Geschäftsführer wird der Heimleiter des Wohn- und Pflegeheims Vorderes Stubaital, Ivo Habertitz. Wir haben ihn zusammen mit der Leiterin des Verwaltungsteams im Sozial- und Gesundheitssprengel Stubaital (GSP), Katharina Ferchl und PDL Claudia Schlögl zum Interview getroffen.

MeinBezirk: Frau Ferchl, Frau Schlögl, Herr Habertitz, wie gut sind die Stubaier in Pflegebelangen versorgt?
Claudia Schlögl:
Sehr gut! Wer Hilfe möchte, bekommt sie auch. Ob auf mobilem Wege oder in einem der Heime. Dazu möchten wir auch betonen, dass auch wir Pflegende in der Region in unserem Beruf glücklich und zufrieden sind. Durch mediale Berichterstattungen entsteht hier leider oft ein viel zu negatives Bild.
Ivo Habertitz: Es besteht auch keine Gefahr, dass jemand durch den Rost fällt. Wer ein Problem hat, dem wird geholfen. Zur Not vorübergehend mit einem Überbrückungsangebot.
Katharina Ferchl: Wer Fragen hat, bitte einfach melden. Man braucht keine Scheu zu haben. Wir beraten gerne!

Wie viele Mitarbeiter hat der GSP Stubai derzeit?
Ferchl:
22. Wir suchen aber laufend neue Kräfte. Mit mehr Mitarbeitern können wir mehr anbieten. In Betreuung sind derzeit rund 80 Menschen, mit Essen auf Rädern sind es 150.
Habertitz: Der limitierende Faktor der Leistung ist immer das Personal. Diese Problematik des Fachkräftemangel zieht sich landauf, landab. Im Wohn- und Pflegeheim Vorderes Stubaital arbeiten jetzt drei neue Pflegerinnen von den Philippinen. Das entlastet massiv.
Schlögl: Im GSP hätten wir momentan Luft für Neuaufnahmen. Es gibt natürlich Stoßzeiten, aber wir kommen stets zeitnah und Palliativpatienten nehmen wir sowieso immer auf.

Herr Habertitz, wie wichtig ist die Umwandlung des GSP Stubai in einen Gemeindeverband?
Habertitz:
Es ist der richtige Schritt in die Zukunft! Den GSP Stubai als Verein weiterzuführen, wäre nicht mehr zeitgemäß. Arbeits- und Umsatzvolumen sind gestiegen und Ehrenamtliche sollten auch keine so große Verantwortung tragen müssen. In einem Verein haftet ja gegebenenfalls die Obfrau bzw. der Obmann.

Daher waren Sie zuletzt in den Stubaier Gemeinderäten unterwegs, um über die geplanten Änderungen zu informieren.
Genau. Ich habe das Projekt bereits in allen Gemeinden vorgestellt. Es wurde überall einstimmig angenommen – nur in Neustift gab es zwei Enthaltungen.

Welche Vorteile soll der neue Gemeindeverband noch bringen? Irgendwo wird es ja auch um Effizienzsteigerungen gehen (müssen)?
Die Statuten sollten letzten Endes schon beinhalten, dass der Gemeindeverband alle wichtigen sozialen Dienste im Tal unter einem Dach vereint. Also nicht nur die mobile Pflege und die Tagespflege, sondern die "Sozialen Dienste Stubaital" sollen auf Wunsch der Gemeindevertreter auch Heime betreiben können. In der Praxis ist Letzteres ist aber sicher noch länger kein Thema.

Was passiert mit dem Wohn- und Pflegeheimverband Vorderes Stubaital?
Gar nichts. Er bleibt ganz normal bestehen, genauso wie das Gemeindeheim in Neustift. Die bauliche Infrastruktur bleibt vom laufenden Prozess unangetastet.

Zur Sache

Der Leiterin des Verwaltungsteams im GSP Stubai, Katharina Ferchl, und PDL Claudia Schlögl halten zu den aktuell geführten Debatten abschließend noch fest: "Im Sozial- und Gesundheitssprengel Stubaital engagieren sich unsere Pflegemitarbeiter mit großer Leidenschaft und Freude. Sie schätzen nicht nur die hervorragenden  Rahmenbedingungen, die ihnen in der Pflege geboten werden, sondern auch die Möglichkeit, direkt am Menschen zu arbeiten und einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der gesamten Stubaitaler Bevölkerung zu leisten. Dabei sorgen wir für eine umfassende und flächendeckende Betreuung. Wir legen größten Wert auf gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung im Pflegeberuf. Für uns ist Pflege weit mehr als nur eine Tätigkeit – es ist eine wahre Berufung, die durch ihre Vielseitigkeit täglich neue, erfüllende Herausforderungen bietet und die einzigartige Chance eröffnet, das Leben anderer positiv zu gestalten. Unsere engagierten Teams sind stolz darauf, die Menschen im Stubaital in allen Lebenslagen zu begleiten und zu unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass der Pflegeberuf eine zutiefst bereichernde Tätigkeit ist, die durch ihre menschliche Nähe und die breite Palette an Aufgaben ungemein attraktiv ist."

Mehr Nachrichten aus dem Stubai- und Wipptal lesen Sie hier.

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