Rettung alter Fundstücke im Telfer Obermarkt
Archäologen dokumentierten jahrhundertealten Kanalbau

Drei Archäologinnen von der Firma ARDIS GmbH. sichern im historischen Kanal viele Fundstücke, bevor die Stelle einem Neubau weichen muss und für immer zerstört wird. Drei solche Kisten voll mit hunderte alten Keramik-Teilen wurden bereits geborgen.
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  • Drei Archäologinnen von der Firma ARDIS GmbH. sichern im historischen Kanal viele Fundstücke, bevor die Stelle einem Neubau weichen muss und für immer zerstört wird. Drei solche Kisten voll mit hunderte alten Keramik-Teilen wurden bereits geborgen.
  • hochgeladen von Georg Larcher

TELFS. Eine kurzfristig angesetzte archäologische Ausgrabung ist im Telfer Obermarkt im Gange: Beim Ausbaggern für das Wohnbauprojekt der GHS im sog. Köll-Areal kam ein Stollen mit einer eigenwilligen, aufwändig gebauten Deckenkonstruktion aus Natursteinen zutage. Dabei dürfte es sich um einen 300 bis 400 Jahre alten Kanal handeln.

Archäologische Untersuchung

Die Anlage erschien dem Archäologen des Bundesdenkmalamts Innsbruck Johannes Pöll so interessant, dass er eine archäologische Untersuchung veranlasste. Diese Sondierung und Dokumentation durch ein Team der Grabungsfirma ARDIS ist derzeit – ­parallel zu den Bauarbeiten – im Gang. "In urbanen Gebieten, in Städten, finden wir solche Kanäle häufiger, in ländlichen Gebieten wie in Telfs sind solche Funde selten und sehr interessant", erklärt ARDIS-Geschäftsführer Mag. Karsten Wink.
Nur noch am Donnerstag, 22. Juli, hatten die ArchäologInnen der Grabungsfirma Zeit, die Funde zu sichern und den historischen Kanal zu vermessen, wie diese beim BEZIRKSBLÄTTER-Lokalaugenschein erklärten: "Heute Nachmittag kommt der Bagger, dann ist alles zugegraben." Der Bagger macht damit Platz für die geplanten Neubauten an dieser Stelle.

Teilstück eines historischen Kanals

Bei dem Stollen handelt es sich sehr wahrscheinlich um das Teilstück eines historischen Kanals, der Wasser aus dem Lummabach zur wirtschaftlichen Nutzung sammelte und weiterleitete. Die Frage ist, ob die aufwändige Anlage zur Energiegewinnung für einen Handwerks- oder Industriebetrieb diente oder Teil des Waal-Systems zur landwirtschaftlichen Bewässerung war.
Die zahlreichen Bäche, die durch Telfs fließen, wurden in früheren Jahrhunderten vielfach zum Antrieb von Mühlen und Maschinen genutzt. Nur einen Steinwurf von der Fundstelle entfernt liegt etwa das älteste Fabrikgebäude der Telfer Textilindustrie, das bereits 1838 entstand und heute u. a. die Musikschule beherbergt.
Der Kanal könnte aber auch deutlich älter sein als die ersten Fabrikbauten. Darauf deuten etwa die gefundenen Keramikscherben hin, darunter auch Flaschenteile und eine Pfeife. Genaueres soll die Auswertung des Fundmaterials und der erhobenen Daten ergeben.

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