Zwei Monate „Gratis“-Öffi-Ticket
Tourismusverbände ziehen erste Bilanz
- Mit 1. Mai wurde das Guest Mobility Ticket eingeführt.
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Seit fast zwei Monaten fahren Nächtigungsgäste im Salzburgerland kostenlos mit allen Öffis – vom Stadtbus bis zum Fernverkehr. Während viele Regionen von einem vollen Erfolg sprechen, melden andere massive Mehrarbeit. Wie ist die Stimmung in der Region?
TENNENGAU. Das neue Öffi-Ticket für Gäste sorgt zwei Monate nach Einführung für gemischte Reaktionen. Seit dem 1. Mai erhalten alle Übernachtungsgäste im gesamten Bundesland ein kostenloses Ticket für den öffentlichen Verkehr – digital beim Check-in oder Pre-Check-in. Inklusive sind alle Stadt- und Regionalbusse, S-Bahnen, Regional- und Fernverkehrszüge sowie die Salzburg Verkehr Shuttles. Es wird über einen Mobilitätsbeitrag von 0,50 Euro pro Nacht finanziert. Die Einnahmen sind zweckgebunden für den öffentlichen Verkehr. Ziel ist es, Gästen ein unkompliziertes, umweltfreundliches Mobilitätsangebot zu machen – und das scheint in vielen Regionen auch gut anzukommen.
- Touristen können mit dem Guest Mobility Ticket das ganze Bundesland bereisen.
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„Gut angenommen“
Gerade im Tennengau, wo das Ticket in die bereits bestehende TennengauPLUS-Card integriert wurde, ist das Angebot vielen Betrieben vertraut. Alexandra Winter, Geschäftsführerin des Tennengauer Gästeservice, erklärt: „Wir haben im Herbst mit umfangreichen Schulungen begonnen – in jedem der 14 Orte, teilweise auch mit Einzeltrainings. Der Start war gut vorbereitet. Viele Skeptiker waren schnell überzeugt, weil das System tatsächlich recht einfach funktioniert.“ Von rund 670 Vermieterinnen und Vermieter in der Region nehmen nur etwa 30 nicht teil – eine hohe Beteiligung, die sich laut Winter auch in der Gästeresonanz widerspiegelt.
- Geschäftsführerin Alexandra Winter freut sich über die Beliebtheit des Guest Mobility Tickets.
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„Die Nähe zur Stadt Salzburg macht das Angebot besonders attraktiv – fast jeder Gast nutzt es für Ausflüge. Das Ticket wird extrem gut angenommen.“
Alexandra Winter, Geschäftsführerin Tennengauer Gästeservice
Auch im Tourismusverband Kuchl blickt man zufrieden auf die ersten Wochen zurück. „Das Feedback ist durchwegs positiv – von den Gästen und auch von den Vermietern. „Ja, es war viel Vorarbeit mit Schulungen, aber wir haben das ernst genommen“, so der Verband.
Besonders erfreulich: Selbst ältere Vermieterinnen und Vermieter zeigten hohe Lernbereitschaft. „Die haben ihre Laptops zu den Abenden mitgebracht, wollten sich alles zeigen lassen – und jetzt funktioniert es bei fast allen problemlos“, so der TVB. Auch in Bad Vigaun, wo man mit dem regionalen Tennengau-Ticket schon lange Erfahrung hat, zeigt man sich zufrieden: „Jetzt können Gäste nicht nur im Tennengau, sondern im ganzen Bundesland unterwegs sein – das kommt extrem gut an.“
- In Kuchl kommt das Ticket bei den Gästen sehr gut an.
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Gemischte Stimmung
Anders fällt die Stimmung im Tourismusverband Annaberg-Lungötz aus.
„Die Rückmeldungen sind gemischt – das liegt vor allem an der Lage vieler Betriebe. Viele Vermieterinnen und Vermieter liegen nicht direkt im Ort, sondern verstreut im Tal. Ohne Auto geht da oft nichts – und das Ticket bringt dann wenig“, so der Verband.
Dass die Stimmung nicht überall gut ist, überrascht Albert Ebner, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Salzburg, nicht: „Es gibt zwei Perspektiven: Einerseits die der Gäste – da hören wir viele positive Rückmeldungen. Aber laut einer aktuellen Umfrage wurde das Ticket nur bei rund 24 Prozent der Nächtigungen überhaupt ausgegeben. Es ist also keineswegs automatisch bei jeder Buchung dabei.“
- Albert Ebner, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.
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Ein Grund dafür: Viele Betriebe geben das Ticket nur auf Nachfrage aus – zum Beispiel, wenn Geschäftsreisende es gar nicht benötigen, weil er nur für ein Seminar angereist ist oder dergleichen. Schwerer wiegt für Ebner jedoch der organisatorische Mehraufwand, der mit dem Ticket einhergeht.
„Wir haben zusätzliche Software- und Personalkosten, sind plötzlich Informationsbüro, müssen erklären, wie das Ticket funktioniert und wo Haltestellen sind. Das wurde uns als einfach und automatisiert verkauft – aber in der Praxis ist es das nicht. Es fühlt sich an, als ob man die Rechnung ohne den Wirt gemacht hätte.“
Albert Ebner, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
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