Alleinerziehend in Tirol
Netzwerk setzt Zeichen für mehr Unterstützung
- Stark sein, organisieren, Verantwortung tragen: Der Alltag von Alleinerziehenden ist oft von vielfältigen Herausforderungen geprägt. Mit mehreren Aktionen macht das Netzwerk Gesund ins Leben auf ihre Lebensrealität aufmerksam und setzt sich für mehr Verständnis, Unterstützung und Sichtbarkeit ein.
- Foto: Rotes Kreuz Tirol | Michaela Bruckmüller
- hochgeladen von Thomas Geineder
Zum Tag der Alleinerziehenden am 28. September macht „Gesund ins Leben“ auf die Herausforderungen von Ein-Eltern-Familien aufmerksam.
TIROL. Alleinerziehende leisten tagtäglich Enormes. Zwischen Beruf, Kinderbetreuung, Haushalt, Schule und organisatorischen Aufgaben bleibt oft kaum Zeit zum Durchatmen. Anlässlich des Tages der Alleinerziehenden am 28. September stellt das Netzwerk „Gesund ins Leben“ (GiL) die Lebensrealität von Ein-Eltern-Familien in den Mittelpunkt. Mit Veranstaltungen, Vernetzungsangeboten und konkreten Unterstützungsmaßnahmen soll das Bewusstsein für die Herausforderungen geschärft werden, mit denen viele Betroffene täglich konfrontiert sind. In Tirol leben rund 18.500 alleinerziehende Mütter und etwa 4.500 alleinerziehende Väter.
„Alleinerziehend zu sein bedeutet, die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder zu tragen und gleichzeitig die Anforderungen des täglichen Lebens in der Regel allein stemmen zu müssen. Das kann eine große Belastung sein“, sagt Sandra Aufhammer, Landesleiterin von Gesund ins Leben.
- „Alleinerziehend zu sein bedeutet, die Verantwortung für ein oder mehrere Kinder zu tragen und gleichzeitig die Anforderungen des täglichen Lebens in der Regel allein stemmen zu müssen", erklärt GiL-Landesleiterin Sandra Aufhammer.
- Foto: Barbara Fluckinger
- hochgeladen von Barbara Fluckinger
Filmabend als Impuls für Diskussionen
Ein Schwerpunkt der Aktionswoche ist ein Filmabend am 28. September im Innsbrucker Leo Kino. Gezeigt wird der Film „Chocolat“, der die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter erzählt, die den Mut für einen Neuanfang findet. Anschließend diskutieren Fachleute über die Lebensrealität von Alleinerziehenden.
„Der Film eröffnet einen emotionalen Zugang zum Thema und schafft Raum für Austausch, persönliche Erfahrungen und neue Perspektiven“, erklärt Aufhammer.
Auszeit für Eltern und Kinder
Neben Informationsangeboten setzt das Netzwerk auch auf direkte Unterstützung. Im September und Oktober finden jeweils einwöchige Erholungsaufenthalte für Alleinerziehende und ihre Kinder in einem Familienhotel in Obsteig statt. Die Aufenthalte werden vollständig durch Spenden finanziert und stießen auf großes Interesse.
„Bereits wenige Stunden nach der Ausschreibung waren die Plätze vergeben. Für uns darf Auszeit kein Luxus sein, besonders dann nicht, wenn der Alltag dauerhaft von Verantwortung geprägt ist“, betont Aufhammer.
Austausch beim Runden Tisch in Osttirol
Am 24. September lädt „Gesund ins Leben“ außerdem zu einem Runden Tisch in die Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Lienz ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kinder Trennungen erleben und welche Unterstützung Familien benötigen.
„Bei dieser Veranstaltung geht es uns vor allem darum, Erfahrungen zusammenzubringen und voneinander zu lernen. Gerade für Alleinerziehende ist die Vernetzung wichtig, damit aus unterschiedlichen Perspektiven neue Wege entstehen“, so Aufhammer.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch erforderlich.
Unbürokratische Hilfe im Alltag
Gemeinsam mit dem Netzwerk Alleinerziehende in Tirol hat GiL zudem eine Spendenaktion gestartet. Mit den Einnahmen werden Einkaufsgutscheine finanziert, die direkt an Alleinerziehende weitergegeben werden. Damit soll Unterstützung dort ankommen, wo sie im Alltag besonders gebraucht wird.
Leistungen sichtbar machen
Begleitend zu den Aktionen macht eine Plakatkampagne in Innsbruck und weiteren Tiroler Bezirken auf die Situation von Ein-Eltern-Familien aufmerksam.
„Wir wollen zeigen, was Alleinerziehende jeden Tag leisten und den Blick dafür schärfen, welchen Herausforderungen sie begegnen“, erklärt Aufhammer.
Dabei könne Aufmerksamkeit bereits im persönlichen Umfeld beginnen. Eine einfache Nachfrage oder ein Hilfsangebot könne oft viel bewirken.
Mehr Bewusstsein über den Aktionstag hinaus
Für das Netzwerk „Gesund ins Leben“ soll der Tag der Alleinerziehenden nicht nur ein einmaliges Zeichen setzen. Aufhammer macht deutlich, dass die Anliegen von Ein-Eltern-Familien langfristig stärker wahrgenommen werden sollen. Ziel ist es, die vielfältigen Leistungen Alleinerziehender sichtbarer zu machen und deren Alltag dauerhaft stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.
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