SPÖ-Chef Dornauer im Gespräch
Dornauer: "Ich trage die Massentests mit"

- SPÖ-Landesparteivorsitzender Georg Dornauer will nach der Landtagswahl 2023 in die Regierung.
- hochgeladen von Sieghard Krabichler
Georg Dornauer will nach 2023 in die Regierung. Und die SPÖ in den Wahlkampf führen.
Wie haben Sie bisher Corona erlebt? In Ihrem politischen und privaten Umfeld?
Georg Dornauer: "Als Parteivorsitzender hat sich mein Tagesablauf durch die nun digital organisierten Besprechungen etwas entschleunigt, ich konnte mehr Zeit in der Gemeinde verbringen, das hat meine Lebensqualität durchaus erhöht. Vor allem wurde ich bisher von Corona verschont."
Sie sind ja auch Bürgermeister in Sellrain. Ein schwieriges Jahr für die Gemeinden?
"Ja, denn im März wurde in den Gemeinden das öffentliche Leben komplett heruntergefahren, das hat die Kinderbetreuung genauso betroffen wie den Recyclinghof. Ich habe großen Respekt vor dem tollen Zusammenhalt in den Tiroler Gemeinden in diesen schweren Zeiten. Aber nun im 2. Lockdown ist die Müdigkeit bei den Menschen überall im Land spürbar."
Wir sind noch immer mitten im Lockdown. Für Sie alternativlos?
"Zugegebenermaßen ist es für die Regierenden und auch für die Experten eine schwierige Situation. Tatsache ist aber: Im Sommer wurde einiges verschlafen. Diesen 2. Lockdown hätte es eigentlich nie geben dürfen. LH Platter hat noch im August gesagt, einen 2. Lockdown halten wir nicht aus.“
Wie sehen Sie die vom 4. bis. 6.12. stattfindenden Massentestungen in Tirol?
"Wir werden als Gemeinde die logistische Herausforderung stemmen. Wenn wir durch eine qualitätsvolle Testung das Virus schneller in den Griff bekommen, dann trägt die SPÖ die Massentestungen mit. Es wird jedoch wenig bringen, diesen Aufwand nur einmal zu betreiben."
LH Platter hat verkündet, die Skigebiete so rasch als möglich aufzusperren. Ihre Meinung dazu?
"Ich sehe das sehr differenziert. Feiern im Familienkreis sind eine Sache, der Start der Wintersaison eine andere. Aber auch aus der Seilbahnwirtschaft kommen immer mehr Stimmen, erst im Jänner zu öffnen, um dann wenigsten drei Monate durchgehende Saison zu haben. Nun gilt es, die Zahlen zu beobachten und mit größter Sorgfalt die Entscheidung zu treffen."
Sie waren ja einer der ersten Kritiker der Vorgänge in Ischgl. Aber das Ergebnis der Expertenkommission ist wohl aus Ihrer Sicht enttäuschend, oder?
"Nein. Dr. Rohrer hat viel auf den Punkt gebracht und festgestellt, dass der Landeshauptmann seine Verwaltung neu aufstellen muss. Auch wurde im Landtag und in der Regierung beschlossen, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen. Es wurde also nicht alles richtiggemacht, gerade nicht in der Landessanitätsdirektion, auch nicht von LR Tilg und auch nicht von der Öffentlichkeitsarbeit des Landes. Hier erwarte ich mir nach wie vor personelle Konsequenzen."
Wo werden die Schwerpunkte der Tiroler SPÖ im kommenden Jahr liegen?
"Sowohl die gesundheitspolitischen Auswirkungen der Coronakrise als auch die massiven wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen gilt es in den Griff zu bekommen. Die Menschen brauchen Arbeit und auch die Gemeinden müssen in der Lage sein, wieder zu investieren. Es darf in Tirol nicht zu einer sozialen Krise durch Massenarbeitslosigkeit und hohe Insolvenzzahlen kommen."
Die Gemeinderatswahlen 2022 stehen als Nächstes an. Ist die SPÖ schon an der Arbeit dafür?
"Ja, wir haben mit einer Kommunalakademie bereits gestartet und wir wollen möglichst wenige weiße Flecken in den 279 Gemeinden haben. Ich bin optimistisch, dass wir sehr gute Kandidaten für die Sozialdemokratie tirolweit präsentieren werden."
Wird Georg Dornauer die Tiroler SPÖ in die Landtagswahl 2023 mit der „Mission 2023“ führen?
"Vor der Landtagswahl steht bei der neuen SPÖ Tirol 2022 noch ein Parteitag an. Sollte ich dort erneut das Vertrauen bekommen, werde ich die SPÖ in die Landtagswahl führen."
Ihnen werden ja sehr hohe Regierungsambitionen nachgesagt. Nach dem heurigen Corona-Jahr immer noch?
"Ich mache auch im Corona-Jahr keinen Hehl daraus, nach der Landtagswahl mit einer gestärkten Tiroler Sozialdemokratie Regierungsfunktion übernehmen zu wollen."
Sie waren ja nicht immer beste Freunde. Wie hat sich Ihr Verhältnis zu Pamela Rendi-Wagner entwickelt?
"Nach dem schwierigen Start vor zwei Jahren sind alle Unklarheiten ausgeräumt und wir stehen in einem sehr engen politischen Austausch und pflegen ein freundschaftliches Verhältnis."
Noch eine private Frage: Wann werden Sie wieder auf die Jagd gehen?
"Ins Revier gehe ich regelmäßig, da ich nach wie vor Obmann der Jagdgenossenschaft bin. Ich konzentriere mich derzeit auf die Betreuung unserer Rotwildfütterungen."
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