Ab 1. Juli keine Beschränkung mehr
AMS-Chef Kern: "Kroaten wahren die Chance"

Auch der Tourismus hofft auf Arbeitskräfte aus Kroatien.
  • Auch der Tourismus hofft auf Arbeitskräfte aus Kroatien.
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  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

Am 1. Juli fällt die letzte Arbeitsmarkthürde für Kroatien. Interessierte Arbeitskräfte sind in Tirol willkommen.

TIROL (sik). Sieben Jahre dauerte die Übergangszeit für die Arbeitsmöglichkeiten von kroatischen Staatsbürgern in Österreich. Diese lange Frist wurde gewährt, weil 2013 die Angst umging, dass kroatische Arbeitskräfte Österreich überrennen würden.
Nun hat sich das Bild gewandelt und sowohl Gewerbe als auch der Tourismus suchen händeringend nach Fachkräften. Und es werden Kroaten bei uns Arbeit finden. „Die Gehälter liegen im Heimatland mit etwa 900 Euro netto unter denen in Tirol. Zusätzliche jüngere kroatische Facharbeiter werden daher ihre Chance in Tirol wahrnehmen. Aufgrund der hohen Nachfrage in Tirol nach Arbeitskräften bei Anlernberufen, speziell im Tourismus, wird sich die Öffnung auch hier positiv bemerkbar machen“, ist sich Tirols AMS-Chef Anton Kern sicher.

Tourismus wird profitieren

„Ein Teil dieser Arbeitskräfte wird in ihrem Bekanntenkreis von der positiven Arbeitssituation in Tirol berichten und so als eine Art ‚Headhunter’ fungieren. Dass sehr viele Stellen im Tourismus Unterkunft und Verpflegung bieten, ist ein weiterer Anreiz und erleichtert den Zuzug in diese Branche“, so Kern.
Der Fachgruppenobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer, Mario Gerber, sieht das ebenso positiv. „Hier ergibt sich eine optimale Symbiose, da speziell im Winter in Kroatien der Tourismus sehr wenig ausgeprägt ist. Tirol bietet einen Qualitätstourismus, der sehr personalintensiv ist, die Fachkräfte finden wir in Tirol schon lange nicht mehr. Die Kroaten haben Freude am Tourismusberuf, sind sehr gut ausgebildet und sind sehr willkommen. Schade, dass die Öffnung nicht schon viel früher erfolgt ist“, sagt Gerber.

Öffnung zu spät

Der Fachgruppenobmann für Gewerbe und Handwerk, Franz Jirka, sieht die Öffnung für Kroaten grundsätzlich positiv, da es seiner Ansicht nach dem europäischen Gedanken entspricht, nicht nur Waren, sondern auch Arbeitskräfte in Europa ohne Grenzhemmnisse auszutauschen.
Aufpassen müsse man aber auf übertriebene Erwartungshaltungen. „Kroatien ist in den letzten 20 Jahren wirtschaftlich stark geworden und die Arbeitslosenrate ist auf 5,8 Prozent gesunken. Für saisonsbedingte Arbeitseinstellungen, sehe ich aber durchaus Potential“, so Jirka.
Für Jirka wäre es für den angespannten heimischen Arbeitsmarkt hilfreich, Kroaten einstellen zu können. „Dazu müssen wir aber aktiv in Kroatien werben, denn von alleine geschieht hier gar nichts. Ob diese Öffnung aber für Fachkräfte für das Tiroler Gewerbe und Handwerk nicht zu spät kommt, ist schon zu hinterfragen“, sagt Jirka, der jeden Arbeitnehmer oder jede fachausgebildete Person im Tiroler Gewerbe und Handwerk willkommen sieht.

Autor:

Sieghard Krabichler aus Tirol

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