Das Geheimnis der 100-Jährigen

Ganz fidel und immer lustig: Josefa Höller mit Hedwig Roch. Früher waren sie gemeinsam auf vielen verschiedenen Bällen.
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TULLN. Wer glaubt, dass die Bewohner des Pflege- und Betreuungszentrums in Tulln ihren Vormittag nicht zu nützen wissen, der irrt gewaltig. Denn hier wird schon fleißig Karten gespielt. Sieger gibt's allerdings keinen, denn dazu hätte man fertigspielen müssen. Doch das wollte Josefa Höller nicht, denn sie stand den Tullner Bezirksblättern Rede und Antwort.

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Als Josefa Höller geboren wurde, zerfiel gerade die Donaumonarchie und aus den Trümmern entstand die Republik Österreich. Ihre Jugend war geprägt durch die Wirtschaftskrise. Als sie 20 Jahre alt war, ging die erste Republik unter und der zweite Weltkrieg begann. Heute lebt die Katzelsdorferin im NÖ Pflege- und Betreuungszentrum Tulln und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Am 18. Mai 2018 wird sie hundert Jahre alt. Zum Start unserer Serie "Der Methusalem-Code" (siehe Seite 20) haben wir die rüstige Dame besucht und nach ihren Geheimnissen für ein langes Leben befragt.
"Ich bin gern in der Gesellschaft, da ist es lustig. Trübsal blasen tun wir nicht", sagt sie und schüttelt den Kopf. Gern hätte Höller ein Instrument erlernt – "die Harmonika hat's mir angetan" – doch die finanzielle Situation hätte dies nicht zugelassen. Als Köchin war die Katzelsdorferin im Taubstummenzentrum in Wien tätig, durch die Gebärdensprache konnte sie sich mit den Personen austauschen. Aber auch ihrem Gatten hat sie in der Schuhmacher-Werkstatt geholfen.

Tanzen ist Jungbrunnen

"Ich les alles, was ich in die Hände krieg", erzählt sie, aber "am liebsten Romane". Darf ich bitten? Da ist sie dabei die Höller-Oma, wie sie liebevoll von den anderen Bewohnern genannt wird. "Das Tanzen war auch in unserer Jugend ein einziges Vergnügen", erzählt sie. Ihre Freundin und heutige Zimmerkollegin Hedwig Roch nickt. Ob Feuerwehr-, Kameradschafts- oder Maskenball – wo es lustig war, waren auch die beiden mit von der Partie. Die Kostüme haben sie selbst genäht, besonderen Spaß hat es gemacht, wenn sie nicht gleich erkannt wurden. Mit Zurechtweisungen wussten die Damen umzugehen: "Auch wenn es einen Murra gab, das war uns egal", so Höller und Roch, die sofort hinzufügte, dass "wir aber nie schlimm waren".

Zur Sache:
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101.727 Personen leben im Bezirk Tulln, 19 davon sind 100 Jahre oder älter. Drei davon sind männlich, 16 weiblich, im Bundesland NÖ sind es insgesamt 215 (Männer: 48, Frauen 167). Österreichweit gesehen haben 3,9 Männer je 100.000 der Gesamtbevölkerung und 22 Frauen das hohe Alter erreicht. In Tulln sind es – ebenfalls je 100.000 der Gesamtbevölkerung – 6 Männer und 30,8 Frauen. Nur in Waidhofen an der Ybbs gibt es mehr – da sind es 34,6 Frauen.
Quelle: Statistik Austria, Statistik des Bevölkerungsstandes 1.1.2017.

Ganz fidel und immer lustig: Josefa Höller mit Hedwig Roch. Früher waren sie gemeinsam auf vielen verschiedenen Bällen.
Ein Bild der Schuhmacherwerkstatt im Zimmer von Höller.

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