Rüsselkäfer: Zuckerrübenanbau massiv unter Druck

Bezirksbauernkammer-Obmann Hermann Dam und NR Johann Höfinger hoffen auf Hilfe.
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SIEGHARTSKIRCHEN / BEZIRK (pa). Der heimische Zuckerrübenanbau ist bereits in den letzten Jahren massiv unter Druck geraten, aktuell ist die Lage dramatisch. Durch die weltweite Liberalisierung des Zuckermarktes und dem damit verbundenen Preisverfall sowie Trockenschäden mussten die Rübenbauern bereits bisher mit enormen Verlusten umgehen. Heuer hat sich durch das massenhafte Auftreten des Rübenrüsselkäfers die Lage drastisch verschärft. Tausende Hektar Rüben fielen österreichweit dem Schädling zum Opfer, auch im Bezirk Tulln sind hunderte Hektar betroffen. „Der Schädling tritt durch die warme Witterung massiv auf und vernichtet innerhalb weniger Stunden gesamte Felder“, weiß Kammerobmann Hermann Dam. Ein Nachbau mit Rüben ist bei vielen Flächen gescheitert, weil der Schädling nach wie vor vor Ort ist“, ergänzt Bauernbundobmann NR Johann Höfinger.

"Brüssel muss reagieren"

Hilfe und Unterstützung ist jetzt akut gefordert, denn beim Nachsäen mit anderen Kulturen gibt es zahlreiche Hürden durch Auflagen. Dies betrifft die Fruchtfolge oder Düngergaben. Hürden, die nur durch Ausnahmeregelungen der Europäischen Union überwunden werden können. Dam und Höfinger haben daher einen dringenden Appell an die heimische Agrarspitze gerichtet, in Brüssel rasch zu agieren. Auch das angedachte totale Verbot von Neonicotinoiden wird den Rübenbau in den nächsten Jahren dramatisch einschränken. Weil Schadfresser damit nicht oder nur durch enormen chemischen und finanziellen Aufwand abgehalten werden können. Dabei wird dieser Wirkstoff beim Rübenbau nur am Samen und nicht auf der Pflanze aufgebracht. Bienen sind dadurch nicht gefährdet, diese fachliche Differenzierung wurde bisher auf EU Ebene außer Acht gelassen. Man hat in dieser Frage zu vielen „selbsternannten Experten“ Gehör geschenkt.

Hunderte Arbeitsplätze gefährdet

Durch das Zusammenwirken all dieser Faktoren wird der Rübenbau zusehends in Österreich zurückgehen. Damit gerät nicht nur die Selbstversorgung, sondern auch der gesamte vor- und nachgelagerte Bereich inklusive Verarbeitung unter Druck. Hunderte Arbeitsplätze sind akut gefährdet. Als Alternative wird es dann Rohrzucker aus Übersee geben, bei dem wir weder die chemische Behandlung noch die Gentechnikmethoden beeinflussen können. Ob das wirklich gewollt ist, bezweifeln Dam und Höfinger.

Autor:

Karin Zeiler aus Tulln

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