01.09.2014, 11:32 Uhr

Laktoseintolerant - der Laktase auf der Spur

Stadtgemeinde Tulln ist Vorreiter in Sachen Gesundheit und bietet eine Aufklärungskampagne für Laktose-Intoleranz

TULLN. 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung fehlt das Enzym Laktase, wodurch sie Milchzucker nicht oder nur unzureichend verdauen können. Bei routinemäßigen ärztlichen Untersuchungen wird das Fehlen des Enzyms meist aber nicht erkannt. Langfristige Darmschädigungen können die Folge sein.

Gesundes Tulln greift dieses Thema auf und führt gemeinsam mit Ernährungsberaterin Michaela Haunold von September 2014 bis März 2015 eine umfassende Aufklärungskampagne durch. Tullns Gesundheitsstadtrat Norbert Pay will die Tullner Bevölkerung mit diesem Projekt aufmerksam machen: "20% der Österreicher sind betroffen. Den wenigsten ist allerdings bewusst, woher ihre Beschwerden kommen. Das Projekt soll Tullns Einwohner bewusst zu diesem Thema hinführen."


Blähungen alleine sind nicht das Problem

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, wie die Laktose-Intoleranz, erzeugen unterschiedlichste Symptome. Symptome, die wir als Laien, nicht sofort mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit verbinden würden, die aber für die meisten Bauchbeschwerden der hiesigen Bevölkerung verantwortlich sind. Die Betroffenen sind oft aufgebläht, klagen über chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Migräne, Juckreiz, Ekzeme, Durchfälle, Stuhlunregelmäßigkeiten, Reizdarm und Gewichtsprobleme.

Aber auch Herz-Rhytmusstörungen, Stimmungsschwankungen, Panikattacken, Depressionen, Regelschmerzen, Hautausschläge, rinnende Nasen, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit, Wasseransammlung im Gewebe und Atembeschwerden können Folgen von Nahrungsmittel-Intoleranzen sein. "Nicht die Milchprodukte sind das große Problem. Viel mehr liegt das Problem in der versteckten Laktose, die in täglich verwendeten Lebensmittel, wie Brot, Kuchen, Kakao enthalten ist. Außerdem wird Laktose auch oft als Füllmaterial oder Bräunungsmittel (bei Wurst, Fleisch) verwendet", klärt Ernährungsexpertin Michaela Haubold auf.

Kampagnenstart
Der Auftakt zur Aufklärungskampagne findet Freitag, den 19.9.2014 von 10-18 Uhr im Tullner Atrium statt. Neben einem laktosefreien Kaffeehaus und vielen Infoständen, gibt es am Aufklärungstag auch für die Kleinen ein tolles Programm: Holzkuh "Tina" kann gemolken werden, am Schulmilchlehrpfad lernen sie alles rund um die Milchwirtschaft und beim Butterschütteln erzeugen die Kleinen aus Schlagobers Butter. Außerdem stehen die Ärzte Friedrich Rachwitz und Christine Feyertag Antwort auf ihre Fragen rund um das Thema "Magen-Darmgesundheit" bei Erwachsenen und Kindern. Höhepunkt der Veranstaltung ist der Vortrag "Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten – der Kampf mit dem Bauchkrampf" von Dr. Hans Schön, dessen Labor genetische Ausstestungen zu Lebensmittelunverträglichkeiten anbietet. Auch im Rahmen der Auftaktveranstaltung wird es die Möglichkeit geben sich austesten zu lassen.

Bin ich Laktose-intolerant?
Das können sie beim ersten Workshop mit Ernäherungsexpertin Michaela Haunold herausfinden. Grundlegende Fragen werden geklärt: Welche Hintergründe und Ursachen einer Laktoseintoleranz sind zu beachten, wie und wo kann eine Intoleranz nachgewiesen werden. "Das Besondere an diesem Workshop ist, dass ich auf jeden einzeln eingehen werde", verkündet Haunold. Anschließend besteht auch die Möglichkeit zur Durchführung eines Mundhöhlenabstriches zu einem Sonderpreis im Zuge des Projektes in Höhe von 59,90€ (normalerweise kostet dieser Test rund 100€).

Stellt sich bei diesem Test heraus, dass sie nun wirklich laktoseintolerant sind, dann folgt der Workshop DANACH "Milchzucker, wo ihn niemand vermuten würde". Die Expertin klärt auf: Was esse ich jetzt und wie ersetze ich meine bisher gewohnten Nahrungsmittel?

Alle weiteren Infos und Termine der einzelnen Veranstaltungen finden sie unter: http://www.gesundes-tulln.at/index.php?option=com_...
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