09.11.2016, 09:30 Uhr

"Image der Lehre muss sich wandeln"

Laut Christian Bauer muss ein Imagewandel her. (Foto: WK Tulln)

Klassische Handwerksbranchen kämpfen um Fachkräfte und Lehrlinge: Ansehen der Lehre ist das Problem.

BEZIRK TULLN (bt). Vom allgegenwärtigen Facharbeitermangel bleibt auch der Bezirk Tulln nicht verschont. Laut Christian Bauer, Obmann der Wirtschaftskammer Tulln, gibt es zweierlei Ursachen dafür: "Das schlechte Image, mit dem die Lehre zu kämpfen hat und der Drang auf Höhere Schulen und Studien." Bei den Unternehmen selbst ortet er keine Schuld. "Die wissen um dieses Problem und treffen Vorkehrungen."


Soziale Kompetenz gefordert

Am stärksten betroffen sind klassische Handwerksbranchen, etwa Fleischer oder die Gastronomie. Weil sich junge Menschen diese anstrengenen Arbeiten nicht mehr antun wollen? "Das mag damit zu tun haben, ganz bestimmt sogar", so Bauer, laut dem "ohne Einsatzbereitschaft sowie Lern- und Arbeitswillen nichts läuft".
Im Anforderungsprofil groß geschrieben werden auch soziale Kompetenzen. "Viele sind nicht mehr konfliktfähig. In Zeiten von Facebook kann man einfach raus aus der Gruppe und muss sich nicht mehr dem Gespräch stellen", weiß Bauer wie schwierig es ist, qualifizierte Kräfte zu finden. Fachliche und betriebsspezifische Ausbildung vermittelt ohnehin der jeweilige Betrieb.


"Der Meister muss bleiben"

International sind der österreichische Meister und die hohe Qualität unseres Ausbildungssystems "sehr gut anerkannt, doch im eigenen Land fehlt die Wertschätzung", weiß der Obmann.
An einem Imagewandel wird gearbeitet, etwa durch die Tullner Lehrstellenbörse, die am 16. November im Atrium Tulln zum dritten Mal stattfindet. Ins Leben gerufen wurde die Börse auf Initiative der Wirtschaftstreibenden.
20 Tullner Betriebe werden Schülern dabei ihr Lehrstellenangebot präsentieren. "Das ist eine tolle Geschichte."

Zur Sache:

Derzeit betreiben im Bezirk Tulln 4.642 Kammermitglieder 6.369 Betriebsstandorte. 199 davon sind Lehrbetriebe, die 486 Lehrlinge ausbilden. Davon sind 365 Burschen und 121 Mädchen. Die Top 3 Branchen bei den Burschen sind Metalltechnik, Elektrotechnik und Kraftfahrzeugtechnik. Bei den Mädchen hingegen Einzelhandel, Stylistin und Bürokauffrau.
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