Innovative Landwirtschaft
Dieser Villacher Landwirt bietet bald Spargel zur Selbsternte an
- Der Blick auf den Mittagskogel gibt der neuen Lindenallee auf Benjamin Ebners Grund eine besonders schöne Kulisse.
- Foto: Mein Bezirk/Birgit Gehrke
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Neue Wege in der Landwirtschaft: Benjamin Ebner aus Gritschach setzt auf Natur und Innovation und stellte der Stadt Villach seinen Grund für die Pflanzung einer Lindenallee zur Verfügung. Außerdem geht er neue Wege in Sachen Spargel.
VILLACH. Für den 36-jährigen Landwirt stehen Boden, Natur und ein gutes Mikroklima im Mittelpunkt. „Bäume haben einen enormen Einfluss auf das Mikroklima“, sagt Ebner – und setzt diese Überzeugung auch in die Tat um. Er stellte der Stadt Villach einen Teil seines Privatgrundes zur Verfügung, damit dort eine Lindenallee mit insgesamt 29 Bäumen gepflanzt werden konnte. Die Planung und Pflanzung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Stadtgarten Villach, die Kosten trägt Ebner selbst. „Mir war wichtig, dass die Pflanzung professionell umgesetzt wird und die Abstände passen“, erklärt er. Der Effekt sei sofort spürbar gewesen: Die Straße heizt sich weniger auf und auch Tiere kehren zurück – ein Turmfalke ließ sich bereits blicken.
Erster Spargel aus Villach
Neben klassischen Kulturen wie Mais und Sojabohnen baut Ebner auf seinen Feldern auch Kartoffeln an – und wagt sich an etwas Besonderes: grünen Spargel. Damit ist er derzeit der erste Spargelbauer in der Region Villach. „Spargel ist eine sehr aufwendige Kultur, die viel Pflege braucht“, sagt er. Der Anbau erfordert viel Know-how, Geduld und Investitionen, weshalb sich nur wenige Landwirte daran wagen. Auch bei der Vermarktung will Ebner neue Wege gehen. Geplant ist ein Feld, auf dem Besucher den Spargel selbst ernten können – ähnlich wie bei Erdbeerfeldern. „Wir wollen direkt mit den Menschen in Kontakt sein und nicht nur liefern“, so Ebner. Der Verkauf soll am ersten Maiwochenende starten.
- Als Landwirt sieht Ebner seine Aufgabe darin, den Boden zu füttern.
- Foto: Mein Bezirk/Birgit Gehrke
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Ebner hat den Betrieb von seinem Onkel übernommen. Bauer zu werden war immer sein Wunsch. Da er kein klassischer Hoferbe war, konnte er zuvor reisen und weltweit auf Bauernhöfen Erfahrungen sammeln. Heute führt er neben der Landwirtschaft auch eine Beratungsfirma. Sein Ansatz orientiert sich an der regenerativen Landwirtschaft. „Ein Viehbetrieb füttert die Kühe – ich füttere den Boden“, sagt Ebner. Zwischenfrüchte, organischer Dünger und Kalk sollen das Bodenleben stärken und die Fruchtbarkeit langfristig sichern. Für ihn ist klar: Landwirtschaft ist wirtschaftlich herausfordernd. „Es braucht Mut, neue Dinge auszuprobieren. Man fragt sich immer auch: Was sagt das Dorf dazu?“ Doch Ebner ist überzeugt, dass genau darin die Zukunft liegt. „Die Menschen freuen sich, wenn etwas passiert und neue Ideen ausprobiert werden.“
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