Im Einsatz für die Nachtjäger
Villacherin kümmert sich um verletzte Fledermäuse
- Hannah Lintner-Wilson mit einem ihrer Schützlinge. Alle Mitglieder der Fledermausstation Österreich und sie selbst arbeiten ehrenamtlich.
- Foto: MeinBezirk.at/Birgit Gehrke
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Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten heimischen Wildtieren. Wenn die streng geschützten Tiere in Not geraten, landen sie oft bei der Villacherin Hannah Lintner-Wilson.
VILLACH. Der Weg zur Fledermauspflege begann für sie eher zufällig. „Mich haben ‚eigentümliche‘ Tiere schon immer interessiert“, erzählt Lintner-Wilson. Als sie und ihr Mann Scott 2024 ein Haus mit einem alten Schuppen kauften, entdeckten sie dort eine Fledermaus. „Ich wollte den Schuppen renovieren, wusste aber, dass Fledermäuse streng geschützt sind. Deshalb wollte ich herausfinden, wie ich die Arbeiten durchführen kann, ohne das Tier zu stören“, erinnert sie sich. Ihre ersten Informationen holte sie sich im Fledermaus-Haus in Feistritz an der Gail.
- Nicht anfassen! Die Zähne der zierlichen Fledermaus sind sehr spitz.
- Foto: Privat
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Da das Paar in einem Naturschutzgebiet lebt, wollte es sich intensiver mit dem Thema beschäftigen. Über die Fledermausstation Österreich kam der Kontakt zur Arge Naturschutz Kärnten zustande. „Wir wurden zu einer Versammlung eingeladen und haben uns entschieden mitzumachen“, erzählt sie.
Genehmigung notwendig
Wer Fledermäuse pflegen möchte, benötigt in Kärnten eine Genehmigung. Zusätzlich erhielten Hannah und ihr Mann eine Tollwut-Impfung. Seit März betreut sie nun regelmäßig Tiere in Not. „Im Durchschnitt bekomme ich jede Woche ein bis zwei Fledermäuse gebracht“, berichtet sie. Die Tiere stammen aus ganz Kärnten. Wer eine verletzte Fledermaus findet, sollte nicht versuchen, das Tier selbst zu versorgen (Achtung: sehr spitze Zähne). Über die Notfallnummer 0670/6028 666 erhalten Finder rasch Hilfe. „Schon im Frühling hatten wir einige Fledermäuse, die wegen der warmen Temperaturen bereits aktiv geworden waren und dann Probleme mit den Kälteeinbrüchen bekamen.“
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Fledermäuse seien zwar erstaunlich robust, gleichzeitig aber empfindlich, wenn es um die Körpertemperatur geht. Zu Hannahs Aufgaben gehören die Erstversorgung, das Füttern und regelmäßige Wiegen der Tiere. Für die medizinische Behandlung ist ein Tierarzt zuständig. Damit geschwächte Tiere rasch wieder zu Kräften kommen, erhalten sie energiereiche Nahrung. „Ich füttere sie mit Mehlwürmern. Das ist für Fledermäuse so etwas wie Super-Fast-Food“, erklärt Hannah schmunzelnd. In freier Wildbahn steht natürlich deutlich mehr auf dem Speiseplan, so fressen die Tiere etwa zahlreiche Insekten.
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