Solides Ergebnis 2020
Infineon Austria blickt "verhalten optimistisch" auf laufendes Geschäftsjahr

Gesamtansicht Standort Villach mit neuem Forschungsgebäude und neuer Chipfabrik
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  • Gesamtansicht Standort Villach mit neuem Forschungsgebäude und neuer Chipfabrik
  • Foto: Infineon Technologies Austria AG
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Infineon Austria reüssiert im schwierigen Corona-2020 mit einem Umsatz von  3.109 Millionen Euro, und bleibt damit auf Vorjahresniveau. Man geht vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Noch stärker als bisher fokussiert man das Thema Nachhaltigkeit. Bis 2030 will der Konzern Infineon klimaneutral sein. Neue Chipfabrik soll planmäßig 2021 in Betrieb gehen.

VILLACH. "So wie für uns alle war für uns das ablaufende Geschäftsjahr ein herausforderndes", leitet Infineon Austria-Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka die Pressekonferenz zur Unternehmensbilanz des heurigen Jahres ein. Trotz der Herausforderungen durch Covid-19 und des daraus resultierenden schwierigen Marktumfeldes sei es gelungen ein "solides Ergebnis" zu erzielen. So erwirtschaftete Infineon Austria einen Umsatz von 3.109 Millionen Euro, der Vorjahresumsatz (2019: 3.114 Mio. Euro) konnte somit in dem schwierigen Geschäftsjahr gehalten werden. Das Ergebnis vor Steuern betrug rund 196 Millionen Euro, ein Rückgang gegenüber 2019 um rund 110 Millionen Euro oder 36 Prozent (2019: 306 Millionen Euro). Der Rückgang begründet sich hauptsächlich auf einer verringerten Auslastung in der Produktion. Auf der anderen Seite aber wirkte sich der Digitalisierungs-Trend in einem erhöhten Mikroelektronikbedarf positiv aus. 

„Das vergangene Geschäftsjahr hat uns alle immens gefordert. Wir mussten uns – von Forschung & Entwicklung über die Produktion bis hin zum Kundengeschäft – rasch an die schwierige Situation anpassen. Das ist uns gemeinsam als ‚Team Infineon‘ sehr gut gelungen. Die seit Sommer sichtbare Erholung am Automobilmarkt, eine hohe Nachfrage nach Lösungen für Solar- und Serveranwendungen sowie der Digitalisierungsschub stimmen uns optimistischer als noch vor einigen Monaten. Mit unserer strategischen Ausrichtung, allen voran dem Bau unserer Hightech-Chipfabrik, stellen wir die Weichen für die Zukunft. Jetzt kommt es darauf an, die Segel richtig zu setzen, egal, woher der Wind kommt.“ Sabine Herlitschka 

Investitionen in Zukunftsthemen 

Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Investitionen um 25 Prozent erhöht und betrugen 386 Millionen Euro (Vorjahr: 308 Millionen Euro). Investiert wurde vor allem in Sachanlagen für die neue, vollautomatisierte Chipfabrik für 300-Millimeter-Leistungshalbleiter in Villach sowie die baulichen Erweiterungen in Forschung & Entwicklung. 

„Auch in diesem mehr als außergewöhnlichen Jahr ist uns eine stabile finanzielle Performance gelungen. Alle Mitarbeiter*innen haben mit großem Einsatz wesentlich dazu beigetragen, dass wir unsere Ziele unter schwierigen Bedingungen umsetzen konnten. Mit unseren Investitionen und dem aus Österreich heraus verantworteten Geschäft leisten wir einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Strategie des Konzerns. Damit stärken wir unsere globale Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.“ Oliver Heinrich, Finanzvorstand der Infineon Technologies Austria AG

Einkaufsvolumen in Kärnten gewachsen

Das Einkaufsvolumen von Infineon Austria betrug im vergangenen Geschäftsjahr 536 Millionen Euro (Vorjahr: 561 Millionen Euro). Davon entfielen auf Einkäufe in Österreich rund 40 Prozent oder 217 Millionen Euro. Der Anteil von Kärntner Lieferpartnern betrug 138 Millionen Euro.

Personalstand nahezu gehalten

Zum Bilanzstichtag beschäftigt Infineon Austria 4.517 Personen (Vorjahr 4.609 Personen). Der leichte Rückgang ist vor allem auf Pensionsantritte zurückzuführen. Als proaktive Maßnahme angesichts der weltweiten Krise wurde 2020 weniger Personal als in den Vorjahren aufgebaut. "Aufgrund der Rahmenbedingungen sind wir mit Anstellungen sehr vorsichtig umgegangen", so Heinrich.  Infineon Austria beschäftigt ein Viertel der F&E-Belegschaft des gesamten Konzerns.
Rund 57 Prozent aller Beschäftigten verfügen über eine akademische Ausbildung. Die Mitarbeiter von Infineon Austria kommen aktuell aus 70 Nationen. Mit 79 Lehrlingen verzeichnet Infineon Austria einen Höchststand. Infineon Austria ist zudem Kooperationspartner neuer Ausbildungs- und Qualifizierungsaktivitäten wie „Lehre mit Studium“, der „Smart Learning“-Klassen.

Forschung & Entwicklung werden vorangetrieben

Infineon Austria hat 2020 mit 498 Millionen Euro hohe Mittel für Forschung, Entwicklung und Innovation eingesetzt und liegt damit knapp hinter den Aufwendungen des Vorjahres (525 Millionen Euro). Das sind um 27 Millionen Euro oder 5 Prozent weniger als im vorangegangenen Geschäftsjahr und entspricht einer Forschungsquote von 16 Prozent des Gesamtumsatzes (Vorjahr: 17 Prozent).

F&E-Ausbau in Villach fertig

Der F&E-Ausbau in Villach, Graz und Linz ist abgeschlossen. Alle drei Gebäude sind fertiggestellt. Damit hat Infineon Austria die Kapazität für 860 zusätzliche F&E-Arbeitsplätze geschaffen.

Bau der Chipfabrik planmäßig

2020 wurden in Villach 8,45 Milliarden Chips produziert. Der Bau der vollautomatisierten Chipfabrik für die Fertigung auf 300-Millimeter-Dünnwafern in Villach verläuft trotz Covid-19 planmäßig. Aktuell wird an der Fertigstellung der Fassade, den Innenausbauten sowie dem Einbau und der Inbetriebnahme erster Systeme gearbeitet. Der Start der Produktion wird nach wie vor zum Ende des Kalenderjahres 2021 erwartet. Insgesamt werden über sechs Jahre rund 1,6 Milliarden Euro investiert.

„Der Ausbau unserer neuen 300-Millimeter-Fertigungsflächen schreitet trotz großer Herausforderungen gerade zu Beginn der COVID-19-Pandemie gut voran. Mit dieser Investition ist Infineon für die Zukunft gerüstet und kann beim nächsten Marktaufschwung die benötigten Kapazitäten rasch liefern. Als ‚One Virtual Fab‘ bilden wir mit dem 300-Millimeter-Fertigungsstandort Dresden eine idente Produktionsumgebung an zwei Standorten ab. Gemeinsam sind wir effizienter, schneller und sichern langfristig Wettbewerbsvorteile.“ Thomas Reisinger, Vorstand für Operations der Infineon Technologies Austria AG

Im Mai 2020 hat Infineon Austria in der Villacher Fertigung Kurzarbeit in Anspruch genommen. Die bis September geplante Kurzarbeit wurde vorzeitig per 31. Juli 2020 beendet. Die Zeit der verringerten Nachfrage wurde verstärkt für die Weiterentwicklung der Produktionssysteme sowie Schulungsaktivitäten genutzt.

Technologien wichtig wie nie

Als Schlüsseltechnologie ermöglicht die Mikroelektronik die Digitalisierung in allen Lebensbereichen. Wie relevant der Einsatz ist, wurde mit der COVID-19-Pandemie deutlich, bei der digitale Technologien den Alltag aufrechterhalten. So kommen Produkte von Infineon Austria in 50 Prozent der Server weltweit, in Industrieanlagen für die Lebensmittelindustrie, in medizinischen Geräten sowie bei der Energieerzeugung zum Einsatz. Sicherheitschips von Infineon ermöglichen das hygienische, kontaktlose Bezahlen mit Bank- und Kreditkarten sowie Smart Wearables.

Produkte sparen 9 Millionen Tonnen CO2 ein

Die in Villach im Geschäftsjahr 2020 erzeugten Energiesparchips sparen im Laufe ihrer Lebensdauer rund 9 Millionen Tonnen an CO 2-Emissionen ein. Aktuell wird zudem im Rahmen der Produktionserweiterung die Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen am Standort Villach umgesetzt. Dieser Wasserstoff soll künftig im öffentlichen Verkehr zur Betankung von Bussen wiederverwertet werden. Das unterstützt das Ziel des Infineon-Konzerns, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden.

Soziale Verantwortung

Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, soziale Verantwortung verstärkt wahrzunehmen. Der Infineon Bildungsfonds wurde 2019 gegründet und mit 50.000 Euro dotiert. In Villach konnte in Kooperation mit Caritas ein neues Lerncafé eröffnet werden. Die Kooperation wurde im aktuellen Geschäftsjahr verlängert. Infineon Austria stellte zudem Schülern in Kärnten und der Steiermark mit Laptops benötigte Infrastruktur für das Homeschooling zur Verfügung.

50 Jahre Infineon in Österreich

Am 1. Oktober 1970 hat Siemens in einem angemieteten Gebäude mit 24 Mitarbeiter die Produktion von elektronischen Bauelementen in Villach gestartet. In Handarbeit wurden Glas- und Kunststoffdioden für die damals neuen Farbfernseher und für weitere Unterhaltungselektronik gefertigt. Der heutige Standort wurde im Frühjahr 1973 bezogen. 1999 wurde aus der Siemens Halbleitersparte die Infineon Technologies AG. Die frühere Diodenmontage entwickelte sich von einer verlängerten Werkbank zu einem der modernsten Halbleiterstandorte Europas und zum aktuell forschungsstärksten Unternehmen Österreichs. Unsere Jubiläumsseite: www.infineon.com/50jahre

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