Eröffnung Wassertage 2026
"Wasserschutz ist Menschenschutz"
- Regatta-Geschäftsführer Walter Schnauder, die Bürgermeister Josef Mayrhauser (Nußdorf) und Nicole Eder (Steinbach) mit Gewässerökologin Gabriele Weigelhofer.
- Foto: Steiner-Watzinger
- hochgeladen von Christine Steiner-Watzinger
Bei der Eröffnung der Regatta-Wassertage erklärte Gewässerökologin Gabriele Weigelhofer, warum Wasserkompetenz der Schlüssel für die Zukunft ist.
NUSSDORF. "Der Attersee hat den niedrigsten Pegelstand seit Jahrzehnten, es braucht Mut, hinzusehen und Fragen zu stellen", betonte Nicole Eder, Bürgermeisterin von Steinbach und Obfrau des Regionalentwicklungsvereins Regatta bei der Eröffnung der Wassertage am vergangenen Freitag im Gasthof Ragginger in Nußdorf. "Die Wassertage sind mehr als Veranstaltungen über Wasser, sie sind ein Zeichen, dass Menschen und Regionen bereit sind, über den eigenen Tellerrand zu schauen." Es gehe darum, was man heute tun müsse, damit es auch für nächste Generationen selbstverständlich sei, dass gutes Wasser aus dem Wasserhahn komme.
Regatta-Geschäftsführer Walter Schnauder betonte, es gehe um mehr Wasserschutz und Gewässerkompetenz. "Noch aktueller in der Themenfindung hätte das Projekt nicht sein können", sagte Landtagsabgeordnete Manuela Gschwandter. "Wir müssen dort hinkommen, dass wir Wasser aus großen Schatz sehen."
Herausforderung Trinkwasser
Dass die Trinkwasserversorgung schon heute eine Herausforderung ist, zeigte der Nußdorfer Bürgermeister Josef Mayrhauser am Beispiel seiner Gemeinde auf. "Der Quellenzulauf und der Verbrauch passen nicht zusammen", so Mayrhauser. Im August gäbe es den niedrigsten Zulauf und ob der vielen Touristen den höchsten Verbrauch. Nußdorf musste heuer zusätzlich zur neuen Wassernotversorgung Vöckla-Ager 70 Fuhren Wasser in Tankwagen ins System einspeisen. "Das heurige Jahr hat uns brutal wachgerüttelt. Wir müssen über alle Möglichkeiten nachdenken, wo man Wasser sparen kann."
Giftiger durch wärmeres Wasser
Gewässerökologin Gabriele Weigelhofer von der Universität für Bodenkultur in Wien hielt einen Vortrag über Wasser als Zukunftsfrage. "Wir tun so, als ob Wasser eine unbegrenzte Ressource ist", so Weigelhofer. Dabei sei nur 0,3 Prozent des Oberflächenwassers auf der Erde nutzbar. Ihre Einschätzung: "Wir sind dabei, mit Vollgas gegen eine Mauer zu brausen." Die Menschen würden den Gewässern extrem viel zumuten. Einzelne Belastungen verstärken sich zum Teil gegenseitig. Wärme könne etwa die Toxizität von Schadstoffen wie Pestiziden erhöhen.
Die Seetemperatur des Attersees im Jahresmittel hat sich von 8,4 Grad (1961-1990) auf 9,8 Grad (1991-2020) erhöht. Die Hitzetage werden mehr, die Frosttage weniger. Dies führt dazu, dass die Schichtung des Sees (warmes Wasser oben, kaltes unten) früher beginnt und im Herbst länger anhält. Dies verändere die Fischfauna, so Weigelhofer. Die Bachforelle kann sich etwa nur fortpflanzen, wenn das Wasser weniger als 13 Grad hat. Hechte und Karpfen würden hingegen mit wärmerem Wasser gut zurechtkommen.
"Schwamm drunter"
Ein weiteres Problem sei die Bodenversiegelung. "Wir müssen europaweit schauen, dass wir mehr Flächen haben, die mehr Wasser aufnehmen können", wo Weigelhofer. Dies verhindere trockene Böden sowie Hochwasser. Ist der Boden versiegelt, rinnt Regenwasser oberflächlich ab und sofort in die Gewässer – Hochwasser entsteht.
"Schwamm drunter" sei eine Lösungsmöglichkeit für Städte. Wird die Versiegelung aufgerissen, kann der Boden wieder Wasser aufnehmen. "Das ist nicht nur Natur- und Wasserschutz, sondern Schutz für uns selber."
Unter den vielen Gästen, die Weigelhofers Ausführungen lauschten, waren auch die Bürgermeister Ernst Pachler (Berg), Gerhard Gründl (Schörfling) und Marita Achleitner (Vöcklamarkt), Leader-Regionsbetreuer Walter Silber sowie Jeff Gangler, Präsident des Naturparks Obersauer aus Luxenburg, der mit einer großen Delegation angereist war.
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