Bittere Enttäuschung beim Bürgermeister
Remus verlässt Bärnbach mit Jahresende

Der Standort Bärnbach des Auspuffherstellers Remus wird mit Jahresende geschlossen. | Foto: Almer
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Auspuffhersteller Remus verlässt die Bärnbacher "Geburtsstätte". Der Standort Voitsberg - früher Sebring - ist von der Schließung nicht betroffen.

BÄRNBACH. Vor 31 Jahren gründeten Angelika und Otto Kresch in Bärnbach die Firma Remus und bauten sie zur Weltmarke aus. 2016 stiegen Hans-Peter Haselsteiner und Stephan Zöchling mit 74,9 Prozent bei der Remus-Sebring-Holding ein und übernahmen im Herbst 2019 die restlichen Prozent, die von der Gründerfamilie gehalten worden waren. Unternehmerin Angelika Kresch war im Mai 2018 verstorben. Zuletzt verschwand Sebring als Marke, das Werk in Voitsberg wurde auf Remus "umgetauft".

120 Arbeitsplätze

Mit Jahresende ist Remus in Bärnbach Geschichte, produziert wird in Voitsberg und in Bosnien. 120 Arbeitsplätze sind betroffen. Die Hälfte soll nach Voitsberg verlagert werden, 30 nach Bosnien und 30 Mitarbeiter gehen in Pension. In Voitsberg sollen dafür 60 Leiharbeiterjobs gestrichen werden.
Für die Stadt Bärnbach ist die Schließung des Werks ein harter Schlag, denn Remus war ein verlässlicher Partner auch in Bezug auf die Kommunalsteuer. Bgm. Jochen Bocksruker ist bitter enttäuscht, denn bei der Übernahme von Remus durch die Haselsteiner/Zöchling-Group vor fünf Jahren habe es noch geheißen - "Wir sind gekommen um zu bleiben". Ende Juni dieses Jahres gab es ein langes Gespräch mit Geschäftsführer Stephan Zöchling. "Er hat mir versichert, dass es keine schnelle Entscheidung geben wird. Angesichts macht sich bei uns bittere Enttäuschung breit."

Hohe Wirtschaftsförderungen

Persönlich tut es Bocksruker leid um die Bärnbacherinnen und Bärnbacher, die jahrelang fleißig gearbeitet haben und deren Arbeitsplätze nun in ein Billiglohnland wegrationalisiert werden. "Man muss sich schon fragen, ob das wirklich der letzte Schritt der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland war. Tatsache ist, dass mit Remus unserer Gemeinde der größte Arbeitgeber verloren geht. Folglich wird sich das auch auf unser Kommunalsteueraufkommen auswirken. Tatsache ist auch, dass die Stadtgemeinde vor Jahren hohe Wirtschaftsförderungen zur Absicherung des Standortes geleistet hat. All das scheint in die Entscheidung der Geschäftsführung, das Werk zu schließen, in keinster Weise eingeflossen zu sein", so Bocksruker.
Trotzdem will die Stadtgemeinde Bärnbach positiv in die Zukunft blicken. "Wenn sich eine Tür schließt, geht oft eine andere auf. Als Bürgermeister werde ich mich intensiv um neue Arbeitsplätze  bemühen und den Wirtschaftsstandort Bärnbach attraktiv gestalten." Was mit dem Remus-Areal nach Jahresende passiert, ist noch offen. Die Haselsteiner/Zöchling-Group wird die Fläche wohl verkaufen.

Stiftung wird angedacht

Die Gewerkschaft wird so schnell wie möglich Kontakt mit Stephan Zöchling aufnehmen, denn in so einem Fall wird es einen Sozialplan geben müssen, der noch ausverhandelt wird. Außerdem stimme die Zahl mit den 30 Pensionierungen so nicht, hieß es seitens der Gewerkschaft. Für Arbeits-Landesrätin Doris Kampus kam die Hiobsbotschaft über die Schließung überraschend. Für Kampus ist klar, dass für mögliche betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hilfsangebote geschnürt werden. "Hier muss das Unternehmen auch klar seine soziale Verantwortung  übernehmen", betont Kampus. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit diese Menschen wieder einen neuen Arbeitsplatz bekommen", so Kampus. Die Möglichkeit, für die betroffenen steirischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine eigene Stiftung einzurichten, wird in den anstehenden Verhandlungen in Betracht gezogen werden. "Wir stehen jedenfalls bereit und werden unterstützen, wo es nur möglich ist", so Sozial-Landesrätin Kampus.

Der Standort Bärnbach des Auspuffherstellers Remus wird mit Jahresende geschlossen. | Foto: Almer
Bgm. Jochen Bocksruker ist bitter enttäuscht über diese Entscheidung, das Remus-Werk zu schließen. | Foto: Die Abbilderei
Ein Teil der Arbeitsplätze siedelt nach Voitsberg, ein anderer nach Bosnien. | Foto: Almer
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