Bürgerinitiative will für Gegenwind sorgen

Was tun, wenn das Windrad brennt - so wie hier in Deutschland? Laut der Bürgerinitiative sind Brände von Windkraftanlagen in 140 Metern Höhe kaum zu löschen.
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Bürger warnen vor Windpark am Predigtstuhl: Gefahr für Anrainer und ein Naturjuwel könnte sich in eine Industriebaustelle verwandeln.

WAIDHOFEN (pez). Es ist brütend heiß im Seminarraum des Golfhotels, die Klimaanlage ist ausgefallen und die am Anschlag surrenden Ventilatoren erzeugen kaum mehr als ein laues Lüftchen, kühler wird es deswegen aber auch nicht. Das kann die Aktivisten der neu gegründeten Bürgerinitiative pro thayatal allerdings nicht von ihrer Pressekonferenz abhalten, sie treibt die Angst. Die Angst der mit 720 Metern höchste "Berg" des Bezirks könnte sich vom Naturjuwel in eine gigantische Industriebaustelle verwandeln. Wie berichtet will die WEB Windenergie auf dem Predigtstuhl einen Windpark mit fünf bis acht Windrädern bauen. Das will man bei der Bürgerinitiative verhindern.

Warnung vor unlöschbaren Bränden
"Wie eine Heuschreckenplage ist die Windkraft-Lobby über das ganze Waldviertel hergefallen", sagt Initiatorin Christa Temper und warnt gleichzeitig von einem Wertverlust von Immobilien von bis zu 50 Prozent in der Nähe der Anlagen. "Initiativen wie den Zukunftsraum Thayaland und Wohnen im Waldviertel können wir dann vergessen".
Jimmy Moser, einer der Mitiniatiatoren des Bahntrassen-Radwegs, fürchtet indes um den Tourismus im Bezirk und die Sicherheit der Anrainer, sollte eine der Anlagen durch einen Blitzschlag oder einen Defekt in Brand geraten: Ein 140 Meter hohes Windrad sei nicht löschbar. "Die Aufgaben der Feuerwehr beschränken sich auf kontrolliertes Abbrennen. Löscharbeiten im bewaldeten Bereich des Predigtstuhles sind weiters aufgrund der Unwegsamkeit des Geländes mit großen Schwierigkeiten verbunden." Gleichzeitig komme es immer wieder vor, dass sich Teile oder ganze Rotorblätter lösen, und damit den Verkehr auf der nahen Straße von Hollenbach nach Dietmanns gefährden.

Arzt warnt vor möglichen Langzeitschäden
Der Sieghartser Gemeindearzt Hans-Christian Lang befürchtet indes Langzeitschäden für die Anrainer in nahen Orten wie Wienings, Hollenbach, Dietmanns und Groß Siegharts durch eine unhörbare Schallbelastung - so genannten Infraschall. "Wer kann garantieren, dass es zu keinen Langzeitfolgen kommt? Derzeit kann das niemand", so der Mediziner.

Angst um Seeadler-Brutgebiet
Gleichzeitig befürchten die Aktivisten die Zerstörung des Lebensraum seltener Vögel: Seeadler und Kornweihe. Angeblich ist der Höhenrücken überhaupt das letzte Brutgebiet in Niederösterreich der letztgenannten Vögel. Das Fazit der Aktivisten: "Wertvolle Natur wird den Gewinnabsichten eines profitorientierten Unternehmens und der Profitgier einiger weniger geopfert." Und, so Sepp Temper: "Die Betonierer von Hainburg sind in anderer Gestalt wiedergekehrt!"

Hier finden Sie ein Interview mit dem Sprecher der W.E.B Windenergie zum Thema.

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