Covid-19
Waidhofen bleibt orange. Aber die Lage entspannt sich

Niederösterreich setzt regionale Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Im Bild Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (m.) mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (r.) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (l.)
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  • Niederösterreich setzt regionale Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Im Bild Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (m.) mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (r.) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (l.)
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UPDATE, Freitag, 2. Oktober: Vier Schulklassen am Gymnasium in Quarantäne. Corona-Lage im Bezirk beginnt sich insgesamt zu entspannen. Bezirk bleibt aber orange.

WAIDHOFEN. Vier Schulklassen im Gymnasium Waidhofen sind aktuell unter Quarantäne, wie die Bezirksblätter erfuhren. Insgesamt scheint sich die Lage aber zu entspannen. Wurden in der Vorwoche noch 24 Personen zusätzlich positiv getestet, sank diese Zahl diese Woche auf 17. Das bedeutet, dass pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen 65,7 Personen positiv getestet wurden. Das ist immer noch ein hoher Wert und beschert damit dem Bezirk Platz 15 im österreichweiten Vergleich.

Gmünd ist nach wie vor der niederösterreichische Bezirk mit den höchsten Infektionszahlen in Niederösterreich mit einem wert von 103,3 positiv getesteten Personen pro 100.000 Einwohner. Als akzeptable Größe bei dieser Kennzahl gilt international ein Wert unter 50.

UPDATE, Freitag, 25. September: Das Land Niederösterreich verschärft die Maßnahmen insbesondere für orange Bezirke. Unter anderem kommen Gästelisten in der Gastronomie.

WAIDHOFEN. Die steigenden Covid-19-Fallzahlen in Niederösterreich, darunter auch im Bezirk Waidhofen, veranlassten heute Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner strengere Maßnahmen im Kampf gegen das Virus zu veranlassen. 

Es gebe noch immer Menschen, die jetzt noch mit dem Virus sorglos umgehen und sich nicht an die Maßnahmen halten würden. „Das halte ich für verantwortungslos. Deshalb haben wir analysiert, wie es gelingen kann, die Zahlen nach unten zu bringen. Ein Ergebnis, das wir in der Analyse fixiert haben, ist, dass wir sofort mit strikten Kontrollen beginnen werden. Ab sofort gibt es strenge Kontrollen der Polizei, was die Einhaltung der Bundesmaßnahmen betrifft“, so Mikl-Leitner.

Darüber hinaus werden in "orangen" Bezirken, wie in Waidhofen, Sportveranstaltung ohne Publikum stattfinden müssen. Ausgenommen sind Familien-Angehörige bei Sport-Veranstaltungen mit Minderjährigen sowie Outdoor-Spiele von Bundesliga-Vereinen, für die die Regulative der Bundesebene gelten.

Gästelisten in der Gastronomie

Für alle weiteren Veranstaltungen gilt bei „orange“: Veranstaltungen mit zugewiesenen Plätzen indoor eine Reduktion von 1.500 auf 250 Plätze, outdoor eine Reduktion von 3.000 auf 1.000 Plätze; Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze bleiben bei der Bundesvorgabe von maximal zehn Personen indoor sowie 100 Personen outdoor. In der Gastronomie wird in Bezirken mit der Ampelfarbe „Orange“ das Führen von Gästelisten zur Sicherstellung des Contact Tracing verpflichtend. Bei "Rot" soll die Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegt werden.

UPDATE, Donnerstag, 24. September: Corona-Lage spitzt sich im Bezirk zu. Bezirk ist relativ zur Bevölkerung im Spitzenfeld der Neuinfektionen. Am Freitag wird der Bezirk orange.

WAIDHOFEN. Cluster in Schwarzenau, Großhaselbach und Schrems, die in den Bezirk Waidhofen ausstrahlen und ein "eigener" Covid-19-Herd in Groß Siegharts: 24 Personen wurden in den vergangenen sieben Tagen positiv getestet. Zum Vergleich: In Zwettl waren es 25, in Gmünd 35. Damit nimmt das Waldviertel einen der vorderen Ränge bei der Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner in ganz Österreich ein.

Zurück geht diese Entwicklung vor allem auf die Cluster in Groß Siegharts (siehe Meldung unten) sowie ein türkische Hochzeit in Schrems. Laut ersten Berichten sollen hier 700 Gäste anwesend gewesen sein. Laut den Bezirksblättern vorliegenden Informationen dürfte die Zahl der Feiernden tatsächlich zwar geringer gewesen sein, dennoch sind aktuell 13 Covid-19-Fälle bekannt.

Hochzeit in Schrems wahrscheinlich kleiner als angenommen

33 Fälle gehen auf den Cluster in Schwarzenau zurück. Hier haben sich die Gäste bei einem ausgiebigen Dämmerschoppen angesteckt. Wie sich diese Entwicklung im Bezirk Waidhofen auf der Corona-Ampel zeigen wird, ist derzeit nicht sicher zu sagen, aber da die Zahlen hochgerechnet beinahe an jene von Wien und Innsbruck heranreichen, wird der Bezirk Waidhofen in der Corona-Ampel auf orange gestellt und überspringt damit die gelbe Phase - genau so wie der Bezirk Gmünd.

Gym-Klasse unter Quarantäne

Wie die Bezirksblätter erfahren haben, wurde ein Schüler des Gymnasiums Waidhofen positiv getestet. Laut ersten Informationen befindet sich die ganze Klasse in Quarantäne. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus.



In Niederösterreich hat sich die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen mit Stand heute, Donnerstag, 8 Uhr, im Vergleich zum Vortag um 181 Personen auf 6.068 (Quelle: NÖ Sanitätsstab) erhöht. Davon gelten nach Angaben des niederösterreichischen Sanitätsstabes 4.793 Personen als genesen, das sind um 95 mehr als am Vortag. Die Anzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen in Niederösterreich beträgt 111 Personen. Somit sind aktuell 1.164 Personen am Coronavirus erkrankt. Die Gesamtzahl der bisher durchgeführten Testungen in Niederösterreich beläuft sich auf 252.024.

UPDATE: Montag, 21 September: Sorge vor zweiter Welle: Cluster aus Schwarzenau strahlt nach Waidhofen aus. Ausbruch in Groß Siegharts.

UPDATE: Sorgen bereitet aktuell ein Covid-19-Ausbruch an der Volksschule Groß Siegharts. Nachdem eine Lehrerin positiv getestet wurde, musste eine ganze Schulklasse in Quarantäne. "Man hat unseren Kindern gesagt, sie hätten jetzt wahrscheinlich alle Corona", so eine Mutter, die weiter von recht turbulenten Szenen berichtet: "Dann hieß es, wir müssen unsere Kinder binnen 48 Stunden am Drive-In in Zwettl testen lassen".

Von der Volksschule Groß Siegharts geht ein Cluster aus, der auch in die örtliche Pfarre reicht.
  • Von der Volksschule Groß Siegharts geht ein Cluster aus, der auch in die örtliche Pfarre reicht.
  • Foto: wikimedia
  • hochgeladen von Peter Zellinger

Mittlerweile liegen auch diese Ergebnisse vor: Drei Kinder sind Covid-positiv. Die Mutter eines Kindes ist mittlerweile in Spitalsbehandlung. Auch eine Religionslehrerin wurde positiv getestet. Wegen des Infektionsrisikos wird aktuell überlegt die Erstkommunion abzusagen, eine definitive Absage lag aber bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

Bürgermeister Ulrich Achleitner plädiert im Gespräch mit den Bezirksblättern dafür die Schule zu schließen: "Zehn Tage Heimunterricht wären natürlich eine Belastung für die Eltern, würden aber die Lage beruhigen", so der Bürgermeister. "Einzelne Klassen in Quarantäne zu schicken bringt nicht viel. Viele Familien haben schließlich mehrere Kinder in der gleichen Schule, die sich dann zuhause gegenseitig anstecken", so der Bürgermeister. Aber: "Diese Entscheidung liegt leider nicht in unserer Macht."

Ursprüngliche Meldung, 15. September
WAIDHOFEN. Die Zahl der jemals positiv auf Covid-19 getesteten im Bezirk Waidhofen ist von Dienstag auf Mittwoch auf 91 gestiegen, nachdem die Zahl monatelang konstant war. Dies sei hauptsächlich auf den Cluster in Schwarzenau zurückzuführen, wie Bezirkshauptmann-Stellvertreter Johannes Tüchler auf Bezirksblätter-Nachfrage erklärt. Dieser dürfte sich auch in den Bezirk Waidhofen ausweiten. In der Gemeinde Schwarzenau ist nach einer Feierlichkeit eine Infektionskette aufgetreten. Zunächst wurden fünf Gäste positiv auf das Coronavirus getestet. Am Montag, 14. September 2020, wurden sechs weitere Fälle aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) bestätigt. Mittlerweile ist der Cluster auf 31 Infizierte angewachsen.

Die weiteren Fälle seien aber Einzelfälle und die Rückverfolgung der Kontakte verliefe bislang gut, so Tüchler gegenüber den Bezirksblättern. Aber: "Die Lage ist ernst und der Trend geht eindeutig in eine negative Richtung". Deshalb die Bitte seitens der Bezirkshauptmannschaft unbedingt die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Schulklasse in Quarantäne

In Groß Siegharts wurde am Dienstag bekannt, dass eine Lehrerin der Volksschule positiv getestet wurde. Die Kinder der Klasse - es dürfte sich um die vierte Schulstufe handeln - wurden vorsorglich in Quarantäne geschickt und werden aktuell getestet, wie Alfred Grünstäudl von der Bildungsdirektion bestätigt. Wie betroffene Eltern berichten, wurde ihnen aufgetragen ihre Kinder binnen 48 Stunden testen zu lassen. Laut den Bezirksblättern vorliegenden Informationen befinden sich zwei weitere Lehrerinnen in Quarantäne.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niederösterreich ist bis Mittwochfrüh um 159 auf 5.098 gestiegen. 4.176 Personen, um 39 mehr als am Vortag, galten nach Angaben des Sanitätsstabs als genesen. 110 Todesopfer sind im Zusammenhang mit Covid-19 im Bundesland zu beklagen. 7.710 Kontaktpersonen sind aktuell in Quarantäne.

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