Gemeinderatswahl 2020
Zwei Städte, vier Bürgermeister

Kampf um Waidhofen und Siegharts: Robert Altschach, Gottfried Waldhäusl, Ulrich Achleitner und Christian Kopecek wollen Bürgermeister werden.
  • Kampf um Waidhofen und Siegharts: Robert Altschach, Gottfried Waldhäusl, Ulrich Achleitner und Christian Kopecek wollen Bürgermeister werden.
  • Foto: ÖVP (2), FPÖ, SPÖ
  • hochgeladen von Lena Kendler

Am 26. Jänner wird es spannend: In Waidhofen und Groß Siegharts könnten die Mehrheiten wechseln. Eine Bestandsaufnahme vor dem großen Wahltag.

BEZIRK WAIDHOFEN. Mangelndes Engagement kann man den beiden Kontrahenten nicht vorwerfen: Robert Altschach (ÖVP) und Gottfried Waldhäusl (FPÖ) sind derzeit in der Bezirkshauptstadt omnipräsent. Das merkt man allein schon an der Fülle an Presseterminen in den beiden Wochen vor der Wahl: Allein in den vergangenen 14 Tagen gab es mehr Pressekonferenzen, Fototermine und Veranstaltungen mit politischem Hintergrund, als im ganzen Vorjahr zusammen. Altschach will den Bürgermeistersessel halten, Waldhäusl will diesen unbedingt erobern. Wie dieser Plan gelingen kann? Dazu dürfte die ÖVP keine Zugewinne machen. Gewinnt Altschach nämlich eines der von 2010 auf 2015 verlorenen fünf Mandate zurück, hat die ÖVP die absolute Mehrheit - wenn auch nur hauchdünn. Bleibt die ÖVP gleich stark oder verliert gar, dann könnte die FPÖ eine Mehrheit gegen die Partei von Robert Altschach bilden.

Schwierige Partnersuche

Dazu braucht Waldhäusl aber einen Koalitionspartner - und hier wird es schwierig. SPÖ und IG Waidhofen haben beide vier Mandate. Zusammen hat die "Opposition" also schon jetzt die Mehrheit gegenüber der ÖVP. Nur: Ganz so harmonisch war die Zusammenarbeit zuletzt nicht. Vor allem bei der Heimatsleitn hat die IG Waidhofen Bedenken und stellte sich zuletzt offen gegen das Projekt, weil noch nicht geklärt ist, wie die Stadt die für die Baugründe nötigen 12 Millionen Euro aufbringen will. Bleibt die SPÖ übrig, die in der letzten Periode öfter jedoch durch internen Streit aufgefallen ist. An starke Zugewinne scheint man bei der SPÖ ohnehin nicht zu glauben: Nur fünf Personen kandidieren in der Bezirkshauptstadt auf der roten Liste. Gewinnt die SPÖ mehr als ein Mandat dazu, kann sie dieses nicht einmal besetzen.

Waldhäusl betont unterdessen seine Arbeit als Vizebürgermeister in den vergangenen fünf Jahren. Er habe im Rathaus aufgeräumt und Politik und Verwaltung voneinander getrennt und katastrophale Finanzen der Stadt wieder in die Spur gebracht. Kernthema der Blauen: Die Heimatsleitn. "In Waidhofen hieß es ja lange: Die schaffen's mit Gewalt ihre Bürger zu den Nachbarn zu zwingen", spielt Waldhäusl auf den eklatanten Mangel an Bauplätzen in der Stadt an. "Jetzt ist es an der Zeit in die Phase der Umsetzung zu gehen", so Waldhäusl. Was er tut, wenn das Wahlergebnis am 26. Jänner doch "nur" zum Stadtrat reicht? "Wo man mich hinstellt, da arbeite ich".

ÖVP gibt sich selbstkritisch

Der "Titelverteidiger" Robert Altschach hingegen wirbt damit, dass es an der Zeit sei zur Sachlichkeit zurückzukehren und der Streit im Gemeinderat endlich ein Ende haben müsse. "Wer Veränderung will, muss bei sich selbst anfangen" lautet der durchaus selbstkritische Slogan der ÖVP. 

„Wir haben ein neues Team bei dem in den Top 20 der Kandidaten 40 Prozent komplett neu für die Gemeindewahl antreten. Die Schwerpunkte unseres Programms liegen bei Innenstadt, Arbeit, Wohnen, Familien und Umwelt. Wir wollen der Abwanderung in andere Gemeinden entgegenwirken. In Bezug auf die Arbeit wollen wir den Wirtschaftsstandort attraktiveren um mehr Betriebsansiedlungen zu forcieren. Für die Innenstadt wollen wir eine Abrissförderung etablieren, um neue Bauprojekte in der Innenstadt zu ermöglichen. Im Bereich der Familie wollen wir die Kinder- und Kleinkinderbetreuung weiter verbessern", so Altschach.

SPÖ will Sieghartser Bürgermeister stellen

Hau-Ruck-Aktion ist eigentlich noch eine Untertreibung: Nachdem Gerald Matzinger (SPÖ) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um das Amt des Bürgermeisters in Groß Siegharts kandidiert, übernimmt Christian Kopecek den SPÖ-Vorsitz. Die Voraussetzungen sind denkbar knapp: Kommt es nämlich zu einer Mandatsverschiebung könnte die SPÖ die Mehrheit an eine Koalition aus ÖVP und FPÖ verlieren. Doch der Spontan-Kandidat gibt sich zuversichtlich: "Mein Ziel ist es natürlich Bürgermeister zu werden", so Kopecek im Gespräch mit den Bezirksblättern. Oberstes Ziel sei es den Ärztemangel in Groß Siegharts zu bekämpfen. "Außerdem brauchen wir dringend eine zweite Gruppe in der Krabbelstube", so Kopecek. Als Mann der Privatwirtschaft sieht er es auch als sein Ziel an einen ausgeglichenen Haushalt in der Stadt wiederherzustellen - Groß Siegharts ist ja Sanierungsgemeinde. "Wir wollen endlich wieder selbst über unsere Finanzen entscheiden können", so Kopecek. Leistbares Wohnen und die Verwaltung zu modernisieren sind ebenfalls Ziele des Sieghartsers. "Für eine solche Blitzaktion bin ich mit dem Wahlkampf derzeit zufrieden".

Achleitner als Herausforderer

Das Ziel den Bürgermeister zu stellen, verfolgt auch Ulrich Achleitner von der ÖVP. „Unser Ziel ist die Wahl zu gewinnen und den Bürgermeister zu stellen. Wir machen im Wahlkampf Hausbesuche und wir sind auch mit einem Foodtruck unterwegs, um noch besser mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Unser Motto: Lebenswert, modern, bürgernahe wollen wir die Arbeit mit der Bevölkerung weiter intensivieren. Das heißt, dass wir das Glasfasernetz nutzen wollen um auch die Betriebe zu fördern und neue anzulocken. Wir haben eine Umfrage durchgeführt, dabei wurde auch die Forderung nach einem weiteren Nahversorgern klar“.

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