18.10.2017, 13:15 Uhr

Großbrand: Warum Notrufe in der Warteschleife landen

110 Feuerwehrleute konnten eine Katastrophe verhindern. (Foto: Stefan Mayer)

Beim Feuer in Matzles kamen manche Anrufer von 122 nicht sofort durch - das hat einen einfachen Grund.

MATZLES. Schauplatz Matzles: ein Großbrand ist im Wirtschaftsgebäude eines Bauernhofes ausgebrochen, 110 Feuerwehrleute kämpfen in den frühen Morgenstunden des 15. Oktobers gegen die Flammen und können dank des raschen Einsatzes ein Übergreifen der Flammen und damit eine Katastrophe im Dorf verhindern. Zu verdanken ist das auch einer Anrainerin, die eine Rauchsäule aus dem Wirtschaftstrakt aufsteigen sah und die Feuerwehr alarmierte.

Dennoch häuften sich Berichte, wonach Personen den Brand bei der Feuerwehr-Alarmzentrale melden wollten, aber in der Warteschleife festhingen. War also die Alarmzentrale unbesetzt oder wurde schlicht nicht abgehoben? Weder noch, wie sich bei einer Nachfrage der Bezirksblätter herausstellte.

Dass manche Anrufer in der Warteschleife festhingen hat einen einfachen Grund, erklärt der Sprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos Waidhofen Stefan Mayer : "Der Großbrand in Matzles wurde von sehr vielen Menschen gemeldet". Zu diesem Zeitpunkt war aber der Einsatz bereits im Laufen. Der erste Anrufer setzte den Notruf ab und danach begann für die Mitarbeiter der Zentrale ein Alarmierungsmarathon: Polizei, Rettung, Behörden und das Land müssen ebenfalls informiert werden.

"Die Mitarbeiter dort sehen, woher die Anrufe kommen", erklärt Mayer. Das bedeutet: kommen mehrere Anrufe wie in diesem Fall aus Matzles, hat die Alarmierung der Einsatzkräfte die höhere Priorität und die Anrufer müssen warten.

"Lieber einmal zu viel anrufen!"

Deshalb bittet der Feuerwehr-Sprecher: "Das heißt nicht, dass die Leute nicht mehr anrufen sollen. Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig." Im schlimmsten Fall landet man eben wie im Fall von Matzles in der Warteschleife - in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Einsatz schon im Laufen ist, aber dennoch sollten Anrufer dranbleiben. Denn: abgehoben wird sicher.

Schnelle Reaktion

Im Fall von Matzles funktionierte die Alarmierung sehr rasch, wie aus der Einsatzauswertung hervorgeht. Die Feuerwehr Matzles rückte nur fünf Minuten nach der Alarmierung aus, deren Kameraden aus Groß-Siegharts saßen sogar nach nur drei Minuten im Löschfahrzeug.

"Das ist schon eine Leistung. Um fünf Uhr in der Früh haben die meisten Feuerwehrmitglieder natürlich geschlafen. Da heißt es aufstehen, anziehen, ins Feuerwehrhaus fahren und dort noch einmal umziehen - und das alles in drei bis fünf Minuten", rechnet Mayer vor.

Mittlerweile ist auch die Brandursache geklärt: Die Brandermittler der Polizei stellten keine Hinweise zu einem vorsätzlichen Handeln oder Einbringung fremder Zündquellen fest. Wie die Polizei mitteilte ist es beim Starter eines Traktors zu einem elektrischen Defekt gekommen.
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