Wien Museum
ÖVP Wien ortet Planungschaos

ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch (l.) und Johannes Pasquali,  ÖVP-Bezirksparteiobmann Wieden, orten ein Planungschaos rund um das Wien Museum Karlsplatz.
  • ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch (l.) und Johannes Pasquali, ÖVP-Bezirksparteiobmann Wieden, orten ein Planungschaos rund um das Wien Museum Karlsplatz.
  • Foto: ÖVP Wien
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ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch warnt vor einem "neuen KH Nord" und fordert einen transparenten Kassasturz.

WIEDEN. Seit 4. Februar hat das Wien Museum am Karlsplatz für die geplanten Umbauarbeiten geschlossen. Obwohl das Haus derzeit ausgeräumt und die Ausstellungsobjekte anderweitig untergebracht werden, gibt es weder eine abgeschlossene Einreich- noch eine Ausführungsplanung.

Auch der tatsächliche Baustart stehe noch immer nicht fest, kritisiert der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch.

Schlechte Bausubstanz 

„Die Statik gibt den Umbau nicht her. Die Substanz des Hauses ist für den geplanten Aufbau ungeeignet“, meint Johannes Pasquali, Bezirksparteiobmann der ÖVP Wieden. Denn durch den darunter befindlichen Wienfluss ergebe sich eine schlechte Substanz des Unterbodens.

Laut Pasquali weicht das Bauprojekt „fundamental“ von den Ausschreibungsbedingungen ab. Waren ursprünglich 1.900 Quadratmeter für Sonderausstellungen gefordert, sollen es nun nur 1.200 Quadratmeter werden. Auch die Größe der Büroräumlichkeiten wurden von 1.580 auf 800 Quadratmeter fast halbiert. „Das wird dazu führen, dass Büros zusätzlich woanders angemietet werden müssen“, ist sich Pasquali sicher.

Kein Kindermuseum

In der Auslobung des Architekturwettbewerbs wurde ein 250 Quadratmeter großes Kindermuseum gefordert. Dieses ist in den derzeitigen Plänen nicht mehr vorhanden.

Ein großes Problem sieht Pasquali auch bei den Veranstaltungsräumen . Waren diese bisher im Erdgeschoß, sollen sie nach dem Umbau in den 3. Stock übersiedeln. Es sei davon auszugehen, dass aufgrund des strengen Wiener Veranstaltungsstättengesetzes nur noch eine sehr begrenzte Zahl an Besuchern bei Veranstaltungen in dem sogenannten „Fugengeschoß“ teilnehmen können.

Kosten gestiegen

Neben den konkreten Umbauplänen stellen sich für Markus Wölbitsch auch finanzielle Fragen. Wurden 2015 noch Gesamtprojektkosten von 70 bis 90 Millionen Euro angegeben, wurde im Gemeinderat vergangenen April ein Budgetrahmen in Höhe von 108 Millionen Euro beschlossen.

Zudem erhielt das Wien Museum laut Wölbitsch bisher 12 Millionen Euro an Subventionen. Aufgrund des Umzugs wird die Ausstellungsfläche jedoch um knapp 90 Prozent gekürzt. Auch die Zahl der Sonderausstellungen sinkt von fünf auf lediglich zwei. Für den ÖVP-Stadtrat stellt sich daher die Frage, ob die Höhe der Subvention in den nächsten Jahren die gleiche bleibt. Sollte dem so sein, erwartet die ÖVP Wien eine Erklärung, wofür das Geld verwendet wird. “Wir fordern einen transparenten Kassasturz“, so Wölbitsch.

Kritik an Rot-Grün

Die ÖVP Wien ortet ein Planungschaos von Rot-Grün. Wölbitsch nahm von der Kritik explizit Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) aus. Sie sei eine Kunstexpertin und habe das Projekt Wien Museum nur geerbt.

Dennoch fordert die Rathaus-ÖVP Aufklärung und stellte eine vierseitige Anfrage an Kaup-Hasler. „Das Wien Museum darf nicht das nächste Krankenhaus Nord werden“, so Wölbitsch abschließend.

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