Zwischen Kamera & Stars
Günther Löffelmann lässt 43 Jahre Fernsehen hinter sich

Günther Löffelmann beendete seinen Beruf als "ORF"-Reporter und schrieb ein Buch über seine Erlebnisse.  | Foto: Patricia Hillinger/MeinBezirk
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Manche Karrieren bestehen aus Einschaltquoten, andere aus Begegnungen. Bei Günther Löffelmann sind es vor allem die Geschichten, die geblieben sind – vor und hinter der Kamera. MeinBezirk traf den langjährigen "ORF"-Gestalter zum Gespräch über sein Buch „Drehschluss“, eine sehr persönliche Zeitreise durch 43 Jahre österreichische Fernsehwelt, voller Stars, Zufälle und leiser Momente.

WIEN. 43 Jahre Fernsehen, unzählige Drehs und Begegnungen mit nationalen wie internationalen Stars: Günther Löffelmann blickt in seinem Buch „Drehschluss“ auf seine Karriere zurück. MeinBezirk sprach mit ihm über die Entstehung des Buches, prägende Erlebnisse und darüber, warum Respekt oft die beste Interviewstrategie ist.

Dass dieses Buch entstanden ist, war eigentlich ein Zufall. Oder, wie Löffelmann selbst sagt: „Ich habe angefangen zu schreiben, damit ich es nicht vergesse.“ Anekdoten, Erinnerungen, Fotos – zunächst ungeordnet und nur für ihn selbst. Doch bei einem Mittagessen mit Mitarbeitern des Überreuter-Verlags nahm die Geschichte Fahrt auf. „Die haben gesagt: Du gehst in Pension, du musst doch viele Geschichten haben. Und dann hieß es plötzlich: Ab 1. Juni hätten wir es gern – strukturiert.“

Löffelmann und Pamela Anderson verstanden sich prima.  | Foto: Löffelmann
  • Löffelmann und Pamela Anderson verstanden sich prima.
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Der Zeitdruck war doppelt spürbar. Einerseits der Abgabetermin, andererseits das nahende Ende seines "ORF"-Zugangs. „Mit 1. April war mein Zugang zum Archiv gesperrt. Da musste ich mir vieles aus dem Kopf zusammensuchen.“ Herausgekommen ist ein Buch, das nicht chronologisch, sondern erzählerisch funktioniert – eine Reise durch vier Jahrzehnte Fernsehen, erzählt mit Schmäh und Tiefgang.

Legendär sind Löffelmanns Erlebnisse auf Society-Events. Vom Opernball rät er etwa: „Geh immer mit deiner eigenen Geschichte hin. Wenn du jemandem nachjagst, bist du verloren.“ Einmal war Goldie Hawn Stargast – und statt Interviews zu hetzen, bewertete man mit geborgten „Dancing Stars“-Kellen die Ballkleider. „Damit waren wir vor der Eröffnung fertig.“

Die "Baum-Taktik" funktioniert

Sein Zugang zu Prominenten war stets geprägt von Respekt. Das zahlte sich aus – etwa bei Pamela Anderson in Wien. Als sie sichtlich überfordert war, zog Löffelmann sein Team zurück. „Und genau ab dem Moment hatten wir alle Freiheiten. Weil wir nicht gierig waren.“

Auch bei Massenaufläufen half Improvisation. Seine berühmte „Baum-Taktik“ beim US-amerikanischen Schauspieler und Regisseur Larry Hagman auf Gut Aiderbichl: stehen bleiben, nicht ausweichen. „Sie dürfen dich nicht niedertrampeln.“ Ergebnis: ein exklusives Hagman-Interview mitten im Trubel. Ein Highlight: Löffelmann fuhr für einen Bericht zu den Oscars nach Los Angeles. Dort traf er auf Schauspielerin Susan Sarandon, die sich gerade einen Kaffee holte. "Da war ich wirklich Starstruck."

Was seine Arbeit ausmachte

„Ein Beitrag muss mindestens einmal zum Schmunzeln bringen und gut ausgehen.“ Und: Spaß ist Pflicht. „Mein erstes Gesetz war immer: Wenn wir Spaß haben, hat ihn auch das Publikum.“ Inhaltlich setzte er auf Neugier statt Skript: vorbereiten ja, festfahren nein. „Du brauchst den Wikipedia-Eintrag – der Rest ist Gespräch.“

Nach dem Abschied vom "ORF" war das Gefühl zwiespältig. „Das Hamsterrad geht mir nicht ab. Was fehlt, sind die Menschen.“ Heute fängt er das mit Telefonaten, Treffen – und seiner Hündin Nila ab. „Ein richtiger Fernsehhund“, lacht er.

Ob er je zurückkehrt? „Mich kriegt man nur mit einer Idee.“ Bis dahin gilt: lesen, reisen, leben. Oder wie es im Buch heißt: Drehschluss – aber kein Ende. Das Buch ist hier um 25 Euro erhältlich. 

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