Coup im Wiener MAK
Collierraub für Ermittler "wohl größter Kunstdiebstahl seit Saliera"

Wo jetzt im MAK eine blaue Abdeckung ist, befand sich bis vor Kurzem ein millionenteures Collier. | Foto: APA-Images / AFP / JEREMY AUDOUARD
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  • Wo jetzt im MAK eine blaue Abdeckung ist, befand sich bis vor Kurzem ein millionenteures Collier.
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Eine halbe Woche nach dem spektakulären Coup im MAK, bei dem ein millionenteures Collier entwendet wurde, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Für die Kriminalbeamten ist es laut Bericht der "wohl größter Kunstdiebstahl seit Saliera" im Jahr 2003. Bei den Ermittlungen verzichtet man auf Künstliche Intelligenz und setzt dafür auf das menschliche Auge.

WIEN/INNERE STADT. Ganz Österreich blickt seit Kurzem auf das Museum für Angewandte Kunst (MAK). Am Donnerstag, 27. August, wurde die Einrichtung Opfer eines schweren Kunstraubes. Männer sollen das Panzerglas eingeschlagen und ein Collier aus der Schau "Glanzstücke" mitgenommen haben – und das am helllichten Tag. MeinBezirk berichtete, mehr dazu unten.

Die Polizei fahndet auf Hochtouren, nicht nur von den Tätern, sondern auch von dem millionenteuren Schmuckstück fehlt jede Spur. Für die Polizei sei dies "wohl der größte und spektakulärste Kunstdiebstahl seit dem Saliera-Fall 2003", erklärte Anita Gach, Leiterin der Kulturgutfahndung im Bundeskriminalamt, gegenüber der APA. "Wenn ein Museum während der Öffnungszeiten betroffen ist, dann ist das schon eine andere Dimension". 

2003 wurde die "Saliera", das wohl berühmteste Salzfass der Welt, in Wien entwendet. Jahre später konnte das Kunststück von dern Ermittlern gefunden werden.

Vertrauen auf Augen

Das Team im Bundeskriminalamt und die Kunsthistorikerin sind regelmäßig auf verschiedenen Onlineauftritten von Auktionshäusern, Shops oder Kunstportalen unterwegs. Auch Datenbanken von Interpol und Europol werden nach möglicherweise geraubten Kulturgut durchforstet. Dabei setzt man vollständig auf die Erfahrung, Künstliche Intelligenz kommt in diesem Ermittlungsbereich noch nicht zum Einsatz.

2003 wurde die "Saliera", das wohl berühmteste Salzfass der Welt, in Wien entwendet. Jahre später konnte das Kunststück von dern Ermittlern gefunden werden.  | Foto: APA-Images / Robert Newald
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"Da ist halt das menschliche Auge noch immer um einen Tick besser", erklärt Gach: "Da muss man halt schon sehr aufpassen, dass keine falschen Infos herauskommen", so ihre Erfahrung über den Einsatz von KI. Ein "visuelles Gespür" sei bei der Fahndung unerlässlich.

Immer wieder Erfolge

Ähnlich wie bei der Fahndung nach Tatverdächtigen oder Opfern bzw. Vermissten werden auch bei der Suche nach Kulturgütern Fotos veröffentlicht. "Das Ziel ist natürlich schon, möglichst viele zu erreichen und Informationen zu verbreiten", so die Expertin. In besonders bekannten Fällen, wie jenen zur "Saliera" oder auch jetzt rund um das Collier, sei dies aber ohnehin kein allzu großes Problem.

Diese zwei Fälle seien aber nur die wohl Bekanntesten und nur ein Bruchteil der Arbeit von Gach. Etwa jeden Trag soll derzeit eine Meldung über gestohlene Kulturgüter bei der Abteilung eintrudeln. 2025 registrierte die Polizei laut Kriminalstatistik 105 Anzeigen von Kunst- oder Kulturgutdiebstählen in Österreich.

Die Zahl der Fälle sei über die Jahre recht konstant geblieben, langfristig gesehen erkenne man jedoch eine leichte Abnahme. In gut 20 Prozent der Fälle kommt es zu einem erfolgreichen Ermittlungsabschluss. Zwischen Tatzeitpunkt und Rückgabe der Kulturgüter können oftmals jedoch Jahre vergehen. Auch internationale Zusammenarbeit sei wichtig. So gelang es im Vorjahr den Ermittlern des Landeskriminalamts Tirol und der Staatsanwaltschaft Innsbruck, zwei Statuen 56 Jahre nach ihrem Diebstahl aus einer italienischen Kirche zurückzuführen. Eine 2024 in Österreich gestohlene Zeichnung von Egon Schiele wartet hingegen noch immer auf ihre Rückgabe.

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Wo jetzt im MAK eine blaue Abdeckung ist, befand sich bis vor Kurzem ein millionenteures Collier. | Foto: APA-Images / AFP / JEREMY AUDOUARD
Das geraubte Collier soll Millionen wert sein. | Foto: LPD Wien
2003 wurde die "Saliera", das wohl berühmteste Salzfass der Welt, in Wien entwendet. Jahre später konnte das Kunststück von dern Ermittlern gefunden werden.  | Foto: APA-Images / Robert Newald
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