Neues Veranstaltungsgesetz
Das ändert sich im Wiener Nachtleben ab dem 1. Juli
- Ab Juli gibt es Änderungen beim Wiener Veranstaltungsgesetz. (Symbolfoto)
- Foto: Dominik Mecko/Unsplash
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Das Wiener Veranstaltungsgesetz wurde novelliert und bringt mit 1. Juli einige Veränderungen für die Kulturszene. Unter anderem werden Awareness-Teams verstärkt eingesetzt.
Atualisiert am 9. Juni, 14.45 Uhr
WIEN. Ab 1. Juli gilt für Veranstaltungen in Wien ein neues Gesetz. Mit der Novellierung setzt man auf Maßnahmen für mehr Sicherheit im Club- und Veranstaltungsbereich. Bereits im April 2025 wurde das Gesetz im Wiener Landtag beschlossen.
Zuvor gab es ein Begutachtungsverfahren. Zurückzuführen ist das Ganze aber auf eine Umfrage aus 2023 zur Verbesserung der Sicherheit und des Wohlbefindens im Wiener Nachtleben von der Vienna Club Commission (VCC).
Muster-Konzepte ab Juni
Um die 2.200 Antworten erhielt die VCC bei der Umfrage. Das Ergebnis: Rund 40 Prozent der Befragten fühlen sich gelegentlich unsicher bei Veranstaltungen. Und da sollen die neuen Bestimmungen für mehr Sicherheit im Wiener Nachtleben mit 1. Juli einsetzen. Denn besuchen mindestens 300 Personen einen Veranstaltungsort, muss ein Awarenesskonzept vorliegen.
- Per App kann das Personal alarmiert werden.
- Foto: SafeNow
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Unter Awareness versteht man das Bewusstsein für Grenzüberschreitungen, Diskriminierung und (sexualisierte) Gewalt sowie für das Wohlbefinden von Personen. Das Konzept beschreibt etwa Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Maßnahmen während der Veranstaltungen sowie eine klar definierte Awareness-Rettungskette. Es muss zum Beispiel bestimmte Rahmenbedingungen wie Tanzfläche oder Stehplätze vor der Bühne, Alkoholausschank und ein Ende nach 21 Uhr auflisten.
"Die Clubs haben bereits selbst viele Maßnahmen in Richtung Awareness gesetzt – sie sind also den neuen Bestimmungen schon einen Schritt voraus“, betont Jürgen Czernohorszky (SPÖ) ,der für die Wiener Veranstaltungsbehörden verantwortlich ist. Auch VCC-Geschäftsführerin Martina Brunner meint dazu: "Der Club- und Veranstaltungsbereich hat aktiv Veränderungsprozesse angestoßen und konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt“.
Bei Events mit mehr als 5.000 Besucherinnen und Besuchern müssen Awarenessmaßnahmen in das Sicherheitskonzept einfließen. Außerdem müssen die Eventlocations sicherer gemacht werden. Das kann von einer ausreichenden Beleuchtung bei WC-Anlagen in Freibereichen bis zu schwer einsehbaren Bereichen, etwa Gebüschgruppen, sein. Ab Mitte Juni stellt die MA 36 für Veranstaltungen Muster-Konzepte auf ihrer Website zur Verfügung. Die VCC bietet ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt auf ihrer Website eine Awareness-Mappe.
Umwelt im Fokus
Der Gesetzesentwurf setzt aber neben dem Schutz von Besuchenden auch einen Schwerpunkt auf das Thema Umwelt. Wer ein Event mit mehr als 2.000 Gästen veranstaltet, muss ein Umwelt- und Abfallkonzept erstellen. Damit will man Gäste etwa motivieren, die öffentlichen Verkehrsmittel zu verwenden oder auch das Fahrrad für die Anreise zu verwenden.
- 13 Locations am Gürtel machen seit Montag, 8. Juni, bei dem Pilotprojekt "Neighbourhoods for All" mit.
- Foto: Unsplash/Long Truong
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Gleichzeitig soll der Energieverbrauch reduziert und ein schonender Umgang mit Wasser durch Verwendung von ökologischen Materialien enthalten. Diese und die oben genannten Änderungen sollen mit 1. Juli in Kraft treten.
Alarm per App
Seit Montag, 8. Juni, läuft übrigens das Projekt "Neighbourhoods for All“ am Wiener Gürtel. Hinter dem Projekt steht die VCC gemeinsam mit der Nightlife Foundation, "VibeLab" (Agentur für den Erhalt der Nachtkultur) und "SafeNow". Mit der kostenlosen App "SafeNow" können Gäste und Mitarbeitende schnell und diskret das lokale Sicherheitspersonal oder das Awareness-Team alarmieren. "Wien ist die Stadt der Frauen. Dazu gehört es, eigene Wege zu gehen, nach Lust und Laune feiern zu können und bei Veranstaltungen keine Sorgen haben zu müssen. Dieses Bewusstsein muss uneingeschränkt vorhanden sein. Mit den neuen Awarenessbestimmungen schafft Wien jetzt einen einheitlichen Standard", meint dazu Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ).
Die ersten SafeNow-Zonen findet man in 13 Locations am Gürtel. Darunter "Fanialive", "The Loft", "Loop Wien", "Chelsea", "Weberknecht", "Lucia", "COCO", "rhiz", Café "Concerto", "Kramladen", Café "Carina", "B72" and "Tagada Club".
"In Wien wird zum ersten Mal ein ganzes Ausgehviertel zu einer SafeNow Zone, ein ganzes Viertel, das zusammensteht. Das macht den Westgürtel zu einem Pionierprojekt weit über Österreich hinaus, und darauf sind wir sehr stolz. Mit den SafeNow Zonen verbinden wir Gäste, Mitarbeitende und Awareness-Teams in Echtzeit, schnell und diskret", erklärt Tilman Rumland, Gründer und CEO von "SafeNow".
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