Lärmschutz in Wien
Mit diesen Maßnahmen will die Stadt für mehr Ruhe sorgen
- Um Lärm zu reduzieren, setzt die Stadt Wien auf diverse Maßnahmen.
- Foto: smarterpix/byswat
- hochgeladen von Marlene Graupner
Lärm lässt sich in einer Großstadt nicht ganz vermeiden, aber er lässt sich reduzieren. MeinBezirk hat nachgefragt, welche Lärmschutzmaßnahmen in Wien zum Einsatz kommen.
WIEN/MEIDLING. Im Sommer zieht es viele Menschen nach draußen. Man möchte die Sonne genießen, im Park entspannen oder an einem ruhigen Platzerl abschalten. Doch die Idylle kann schnell getrübt werden, wenn Verkehrslärm und andere Geräusche die Ruhe stören. Doch wie lässt sich die Stadt leiser machen? MeinBezirk hat bei der MA 22 – Umweltschutz nachgefragt, welche Maßnahmen bereits eingesetzt werden und an welchen innovativen Lösungen gearbeitet wird.
Eine dieser Maßnahmen ist der Flüsterasphalt. Der spezielle Fahrbahnbelag funktioniert durch seine offenporige Struktur. Die Poren nehmen jene Luftbewegungen auf, die beim Kontakt zwischen Reifen und Straße entstehen und für einen Teil der Abrollgeräusche verantwortlich sind. Gleichzeitig wird auch der Widerhall von Motorengeräuschen reduziert.
Offene Lärmschutzwand
Wo der Lärm nicht direkt an der Quelle reduziert werden kann, kommen bauliche Lösungen zum Einsatz, wie Lärmschutzwände. Eine besondere Variante wird derzeit in Meidling erprobt: die erste offene Lärmschutzwand der Stadt.
- So sieht die offene Lärmschutzwand in Meidling aus.
- Foto: Votava/ Stadt Wien Digital
- hochgeladen von Karl Pufler
Sie soll eine ähnlich gute Lärmschutzwirkung wie herkömmliche Lärmschutzwände erzielen, bietet aber zusätzliche Vorteile. "Sie ist keine Barriere, sondern durchlässig für Mensch, Fauna und Flora", erklärt eine Sprecherin der MA 22. Weiters verfügt sie über eine Photovoltaikanlage und kann begrünt werden.
Grüne Fassaden
Apropos Grün: Bei fassadengebundenen Begrünungssystemen, wie der Fassade der MA 48 am Margaretengürtel, konnte die MA 22 gemeinsam mit dem Technologischen Gewerbemuseum (TGM) in einem Forschungsprojekt eine positive Wirkung auf den Umgebungslärm feststellen. Ausschlaggebend sei das verwendete Substrat und weniger die Pflanzen selbst. "Bäume, Hecken und Rankhilfen als Fassadenbegrünung haben eher psychoakustische Wirkung, die aber auch zur Entlastung beitragen kann", erklärt die Sprecherin der MA 22.
Als besonders wirksam gelten laut MA 22 weiterhin Maßnahmen, die den Verkehr beruhigen und das motorisierte Verkehrsaufkommen reduzieren. Denn der effektivste Lärmschutz beginnt dort, wo der Lärm entsteht.
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