Rechtsextreme Hooligan-Gruppe
Prozess gegen "Unsterblich Wien"-Mitglied startet
- Am Donnerstag findet ein großer Verbotsgesetz-Prozess im Wiener Landesgericht statt. (Symbolbild)
- Foto: Ronja Reidinger/MeinBezirk
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Am 13. August muss sich ein 41-Jähriger vor dem Wiener Landesgericht wegen mehrere Vorwürfe nach dem Verbotsgesetz verantworten. Der Mann soll der rechtsextremen Hooligan-Gruppe "Unsterblich Wien" angehört haben.
WIEN. Am Donnerstag beginnt am Wiener Landesgericht der Prozess gegen einen 41-Jährigen, dem mehrere Verstöße gegen das Verbotsgesetz vorgeworfen werden. Der Mann soll der inzwischen aufgelösten rechtsextremen Hooligan-Gruppe des FK Austria angehört haben. Zudem werden ihm Kontakte zur neonazistischen Szene und zu dem verurteilten Neonazi Gottfried Küssel zugeschrieben.
Im Mittelpunkt der Anklage stehen mehrere Auftritte, bei denen der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft Kleidung mit nationalsozialistisch geprägten Symbolen getragen haben soll. Unter anderem soll er wiederholt in Fußballstadien eine Lederkutte getragen haben, auf der sich ein Totenkopf und weitere Darstellungen befanden, die laut Anklage an die SS-Division "Totenkopf" angelehnt waren. Zudem soll er ein T-Shirt mit einem Totenkopf und der Buchstabenkombination "HH" getragen haben. Diese wird als Anspielung auf die nationalsozialistische Parole "Heil Hitler" gewertet.
Bereits einschlägig vorbestraft
Auch an seiner Wohnadresse soll der 41-Jährige laut Anklage nationalsozialistisches Propagandamaterial aufbewahrt haben. Bei den sichergestellten Gegenständen sollen sich unter anderem Bierdeckel und Sticker mit entsprechenden Symbolen sowie ein Sticker mit dem aus der NS-Propaganda bekannten Spruch "Ein Volk, ein Reich, ein Führer" befunden haben. Darüber hinaus wurden laut den Ermittlungen 33 Abbildungen sichergestellt. Darauf sollen unter anderem Hitler Grüße, Hakenkreuze, SS-Totenköpfe und weitere nationalsozialistische Darstellungen zu sehen sein.
- 2023 kam es zu Hausdurchsuchungen bei der Hooligan-Gruppe "Unsterblich Wien".
- Foto: BMI
- hochgeladen von Kevin Chi
Der Angeklagte ist bereits einschlägig vorbestraft. Im November 2022 wurde er wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz verurteilt. Die Strafe wurde bedingt nachgesehen. Gegenstand dieses Verfahrens waren unter anderem Abbildungen Adolf Hitlers und antisemitische Zitate. Auch nach seiner Verurteilung soll der Mann nationalsozialistische Symbolik in der Öffentlichkeit gezeigt haben.
"Neonazistische Hooligangruppe"
"Unsterblich Wien" war ein inzwischen aufgelöster Fanclub des FK Austria Wien. Im Jahr 2023 wurden nach Angaben des Vereins alle namentlich bekannten Mitglieder und Unterstützer mit Hausverboten belegt und aus dem Verein ausgeschlossen. Die Dokumentationsplattform "Stoppt die Rechten" ordnet die Gruppe der neonazistischen Hooligan-Szene zu. Sie berichtet von antisemitischen, rassistischen und antidemokratischen Inhalten sowie von einer Ablehnung des NS-Verbotsgesetzes. "Stoppt die Rechten" zufolge sollen sich später zahlreiche ehemalige Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Unwiderstehlich" angeschlossen haben.
Bekannt wurde "Untersterblich Wien" unter anderem im Zusammenhang mit einem Angriff auf das linke Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) in Favoriten. Am Tag eines Wiener Derbys zwischen Austria und Rapid griffen mehrere Dutzend rechtsextreme Hooligans das Haus an. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) spricht von rund 30 Beteiligten. Bei dem Angriff wurde ein Gewerkschafter der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative (Komintern) schwer verletzt. Nach Angaben des DÖW verursachten die Angreifer, zu den Räumlichkeiten des türkischen Vereins ATIGF vorzudringen.
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