"Ungesund"
Warum Apps vor schlechter Luftqualität in Wien warnen
- Viele Wetter-Apps schlugen in den vergangenen 24 Stunden für Wien Alarm. Die Luftqualität in der Hauptstadt sei „schlecht“, „extrem schlecht“ und „ungesund“.
- Foto: Screenshot WetterOnline
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Dutzende Wetter-Apps schickten in den vergangenen zwei Tagen Alarmmeldungen an die Nutzerinnen und Nutzer in Wien. Es wird vor "schlechter" oder "ungesunder" Luftqualität gewarnt. Was Experten dazu sagen.
WIEN. Viele Wetter-Apps schlugen in den vergangenen 48 Stunden für Wien Alarm. Die Luftqualität in der Hauptstadt sei „schlecht“, „extrem schlecht“ und „ungesund“. Auch am frühen Montagabend informiert „WetterOnline“ etwa über „weiterhin schlechte Luft“ durch Feinstaub, laut „MSN Wetter“ stiegen die Werte erneut im Laufe des Nachmittags an.
Doch was haben diese Zahlen an sich? In Wien gibt es 17 Luftgütemessstellen, zwölf davon messen auch den Feinstaub und bei vielen ist laut „Wien heute“ die Situation nur befriedigend, die Grenzwerte überschritten. „Da sehen wir derzeit, dass vor allem die PM-2,5- und PM-10-Werte erhöht sind. Das sind die Feinstaubwerte, die vor allem durch die Industrie und den Verkehr emittiert werden“, schildert „ORF“-Meteorologe Manuel Oberhuber
Nichts Ungewöhnliches
Die erhöhten Messwerte sind für diese Jahreszeit nichts Ungewöhnliches, eine große Rolle spielen speziell diese ganz kleinen Staubteilchen: „Das ist teilweise meteorologisch bedingt, aber auch, weil es mehr Verbrennungsprozesse gibt“, erklärt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter gegenüber „Wien heute“. Die sogenannte Inversionswetterlage, also wenn die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren, sei derzeit "ungewöhnlich lang anhaltend und durch sehr geringe Windgeschehnisse geprägt", erklärt Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann gegenüber der "Presse". Der Wiener Wind, der eigentlich verlässlich für einen Luftaustausch sorgt, hilft jetzt nicht viel.
Auch wenn die Messwerte rund um den Grenzwert liegen, sind es Überschreitungen, weshalb man vorsichtig sein sollte. Schuld dafür sind nicht nur Wienerinnen und Wiener: „Es gibt einen regionalen Transport – aus Niederösterreich und dann noch ein Transport, der zum Beispiel auch von Ungarn her kommen kann. Und letztlich ist es eine Summe dieser Einflussfaktoren“, meint der Mediziner.
- Foto: Screenshot aqicn.org
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Ausschlaggebend seien für die Bewertung der Luftqualität bei der Stadt Wien die gesetzlichen Grenzwerte und die Feinstaubwerte. Diese sind in der Hauptstadt in der aktuellen Höhe als "befriedigend" zu bewerten. Gegenüber MeinBezirk erklärte die Stadt Wien – Abteilung Umweltschutz noch im März: Für Feinstaub gelten die Grenzwerte für den Jahresmittelwert (Größenklasse PM10: 40 µg/m³, Größenklasse PM2.5: 25 µg/m³) sowie ein Grenzwert für den Tagesmittelwert an PM10 von 50 µg/m³ (der an 25 Tagen pro Jahr überschritten werden darf), erklärt man - "µg/m3'" (Mikrogramm pro Kubikmeter) ist eine Einheit zum Messen von Schadstoffen in der Luft.
Stadt: "Luft heuer besser, als vor 15 Jahren vorgestellt"
Seitens der WHO gibt es eine Empfehlung von täglich höchstens 10 µg/m³, die alleine im vergangenen Monat elfmal überschritten wurde. Heinz Tizek, der bei der Stadt für Luftgütemessung verantwortlich ist, sagte gegenüber „Krone.at“, dass die WHO-Empfehlungen nicht für Unruhe sorgen sollen. Bei diesen Werten gehe es nicht um gesundheitsgefährdende Mengen Feinstaub, sondern um Empfehlungen. Die Luft in Wien sei heuer besser, „als wir es uns vor 15 Jahren überhaupt haben vorstellen können“.
Obwohl er die Messmodelle der diversen Wetter-Apps als zutreffend findet, kritisiert er, dass Warnungen wie „extrem schlechte Luft“ unkommentiert an die Nutzerinnen und Nutzer geschickt werden. „Die Leute werden damit alleingelassen, das verunsichert sie natürlich.“
- Besonders betroffen ist die Station Wiedner Hauptstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes.
- Foto: Screenshot a1-arsenal.panomax.com
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Laut der Plattform „AQICN.com“ lagen – Stand Montag, 18.20 Uhr – einige Stationen bei ungesunden Werten. Besonders betroffen waren die Stationen Wiedner Hauptstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes, der Währinger Gürtel, Edelhofgasse, Leyserstraße, Nordbahnhof und Kandlgasse. Auf wien.gv.at kann man die Luftgüteberichte von mehreren Stationen in Wien finden, etwa vom Stephansplatz, AKH, Schafberg oder Lobau. Ebenso kann man die Darstellung der Messwerte aller österreichischen Luftmessstellen unter luft.umweltbundesamt.at finden.
Lage soll sich bald verbessern
Die Lage soll sich in den kommenden Tagen verbessern. Die Belastung beginnt leicht zu sinken – das Hochdruckwetter, das Luftaustausch verhindert und damit den Feinstaub wie mit einem Deckel auf der Stadt gehalten hat, ändert sich.
- Laut Geosphere (ex. ZAMG) ist die Lage mit der Luftqualität in Wien und somit gelb markiert.
- Foto: Screenshot GeoSphere
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Die gemessenen Feinstaub-Jahresmittelwerte für die Größenklasse PM10 lagen laut 2023-Jahresbilanz der Stadt Wien an 13 Wiener Stationen in einem Bereich von 12 bis 16 µg/m³, der Grenzwert liegt bei 40 µg/m³. Für PM 2,5 erreichten die Werte 8 bis 11 µg/m³. Hier liegt der Grenzwert bei 25 µg/m³. "Auch für Stickstoffdioxid lagen die Messwerte an allen 16 Mess-Stationen in Wien unter den Grenzwerten", erklärt man.
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