Hilft bei Überflutung
Pumpwerk Donauinsel mit 63 Tonnen schwere Pumpe aufgerüstet
- v. l. n. r.: Planungsleiter Felix Rupp, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Melanie Poukar-Neppach (Donaustadt, SPÖ), Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ), Bezirksvorsteher Georg Papai (Floridsdorf, SPÖ), und Wien Kanal-Chef Andreas Illmer mit der neuen Pumpe beim Pumpwerk Donauinsel.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Die neue Riesenpumpe beim Pumpwerk Donauinsel ist europaweit die größte ihrer Art. Sie unterstützt bei Starkregenereignissen die bereits vorhandenen Pumpanlagen und sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser in den Straßen schnell abgeleitet werden kann. Das Pumpwerk wurde in den vergangenen Jahren um 18 Millionen Euro aufgerüstet.
Artikel aktualisiert am 21. Oktober, 16.30 Uhr.
WIEN/FLORIDSDORF/DONAUSTADT. Direkt bei der Steinspornbrücke wurde in vergangenen 22 Monaten für die Zukunft vorgesorgt. Das dortige Pumpwerk auf der Donauinsel wurde durch die Stadt aufgerüstet. Bereits Ende 2025 kam eine besonders große Lieferung dafür auf der Insel an (Mehr dazu unten).
Europas größte Regenwasserpumpe ihrer Art wurde im Pumpwerk installiert und ist nun einsatzbereit. In der Anlage wird unter anderem dafür gesorgt, dass Abwasser und Regenwasser möglichst schnell abgepumpt werden kann.
So funktioniert die Megapumpe
63 Tonnen schwer und 13 Meter hoch ist die neue Megapumpe. Bei starken Regenfällen fährt diese zu Höchstleistungen hoch und unterstützt die bereits vorhandenen drei Schmutzwasserpumpen und sechs Regenwasserpumpen. Das neueste Gerät sei laut Planungsleiter bei Wien Kanal, Felix Rupp, so stark, dass sie ein olympisches Schwimmbecken innerhalb von 40 Sekunden leerpumpen könnte.
Sie erhöht die maximale Förderleistung des Pumpwerks von 45.000 auf 60.000 Liter pro Sekunde. Für die Erneuerung des Pumpwerks, inklusive der neuen Megapumpe hat die Stadt insgesamt 18 Millionen Euro in die Hand genommen.
Bei Überflutungen im Einsatz
Bei Regen vermischt sich Regenwasser schnell mit dem Abwasser von Haushalten, weshalb dieses Mischwasser schnell abgeleitet werden muss, um Überschwemmungen zu verhindern. Das Starkregenereignis aus dem Sommer 2024 gab laut Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) einen wichtigen Impuls für das Projekt.
- Vertreter der Bezirks- und Stadtpolitik waren gekommen, um die neue Pumpe zu begutachten.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
"Wir stärken unsere Infrastruktur, um die Menschen in Floridsdorf und Donaustadt in Zukunft noch besser vor Starkregenereignissen zu schützen. Mit der Investition in das Pumpwerk Donauinsel erhöhen wir die Abflusskapazität bei Regen, und schaffen so mehr Sicherheit für den 21. und 22. Bezirk", so Czernohorszky. Bisher musste die neue Pumpe noch nicht zu Höchstleistungen hochfahren, da das Wetter in den letzten Monaten zu trocken war.
Rupp betont allerdings dass, es sich bei der Anlage nicht um eine Hochwasserschutzeinrichtung handelt. "Wir sind dafür zuständig, Abwasser aus der Stadt zu bringen, beziehungsweise zu behandeln, zu reinigen und möglichst sicher zu transportieren. Je mehr wir hier an Kapazitäten zur Verfügung haben, desto mehr können wir auch helfen, Wasser von den Straßen wegzubekommen.
Vorausschauend geplant
Schon zwischen 1970 und 1980 – als das Pumpwerk errichtet wurde – sei man laut Rupp sehr vorausschauend bei der Planung des Gebäudes gewesen. Deswegen gab es genug Platz für die Installation der Hochleistungsmaschine. Zusätzlich zur neuen Pumpe wurde das Gebäude mit einer Wärmepumpe, PV-Anlagen am großen Dach und Dachbegrünungen. Die Leitwarte im Pumpwerk wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht und ist in einen neuen Raum am Gelände übersiedelt.
- Ein Miniaturmodell der Pumpe. Über einen überirdischen Motor sorgt eine Turbine für Unterdruck und pumpt Wasser in die Höhe.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
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Mit der neuen Pumpe sei das Projekt allerdings noch nicht abgeschlossen. Mit zusätzlichen Investitionen möchte man als Nächstes ein unterirdisches Speicherbecken auf der Donauinsel und eine zweite Verbindungsleitung unter der Donau zur Kläranlage in Simmering schaffen. Laut Stadtrat Czernohorszky stehe man bei diesen Projekten noch am Anfang der Planungsphase. Details und Kosten könne man aktuell nicht kommunizieren.
Am neuesten Stand der Technik
Durch die neue Leitwarte sei man gegen künftige Gefahren im Bereich der Cybersicherheit gerüstet. Das gesamte Wiener Kanalnetz wird digital über diese Warte auf der Donauinsel gesteuert. Sie ist das Herzstück des 2.500 Kilometer langen Wiener Kanalnetzes.
- Die neue Leitstelle im Pumpwerk Donaustadt.
- Foto: Sade Jerabek/Meinbezirk
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"Aufgabe der Leitwarte ist es, jederzeit dafür zu sorgen, dass Wasser dort ankommt, wo es hingehört: an trockenen Tagen in die Kläranlage, bei Regen in die unterirdischen Speicher oder über unsere Pumpen rasch aus der Stadt", erklärt Wien-Kanal-Direktor Andreas Ilmer eine der Funktionen des Pumpwerks.
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